Bürgermeister und Kirchengemeinden bitten Bürger Stuhrs um Unterstützung

Flüchtlingen in der Türkei Perspektiven aufzeigen

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Rufen zur Hilfe für die Flüchtlinge im osttürkischen Dorf Oguz auf: (v.l.) Stuhrs Pastor Robert Vetter, Emin Akbas, Vorsitzender des Hilfs- und Solidaritätsvereins der Dorfgemeinschaft Oguz sowie Varrels Pastorin Eike Fröhlich.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Den Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive aufzeigen – davon ist immer wieder die Rede, wenn über humanitäre Flüchtlingspolitik diskutiert wird. Insofern trifft es sich laut Pastor Robert Vetter gut, dass es in Stuhr den Hilfs- und Solidaritätsverein der Dorfgemeinschaft Oguz gibt. Nach Auskunft seines Vorsitzenden Emin Akbas haben in dem Ort im Osten der Türkei mehr als 250 ezidische (auch: jesidische) Flüchtlinge aus dem Irak Zuflucht gefunden. Gemeinsam rufen die Stuhrer Kirchengemeinden und Bürgermeister Niels Thomsen dazu auf, den Verein und seine Aufgaben in Oguz zu unterstützen.

Laut Akbas landen viele Eziden, die vor der Terrormiliz Islamischer Staat aus dem Irak geflohen sind, in ezidischen Dörfern in der Türkei. „Allerdings wissen wir durch unsere Besuche in unserem Dorf (Oguz, die Red.), dass die hygienische, soziale und auch die wirtschaftliche Infrastruktur rasche und schnelle Verbesserungen erfordern“, sagt Akbas. Dies leite der Verein in die Wege. Er wolle für die Flüchtlinge ein stabiles Umfeld schaffen, damit diese die „lebensgefährlichen“ Fluchtwege der „verbrecherischen Schleuser“ nicht in Anspruch nehmen müssten. „Wir garantieren, dass das gesammelte Geld zu 100 Prozent für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge verwendet wird“, verspricht Akbas. Bei der Verteilung der Güter in Oguz setze der Verein auf die Hilfe ortserfahrener Personen.

„Das ist eine wunderbare Gelegenheit, um Menschen zu unterstützen, damit sie sesshaft werden und nicht weiter fliehen müssen“, sagt Stuhrs Pastor Vetter. „Wir sind ein reiches Land und können viele Flüchtlinge aufnehmen, aber nicht alle, damit ist auch Europa überfordert.“ In dem Aufruf der Kirchengemeinden und des Bürgermeisters heißt es, in Oguz lebten die Menschen in vor Jahrzehnten aufgegebenen Häusern. Es bedürfe der Instandsetzung der Wasserversorgung, der Renovierung der Schule, der Sicherstellung der Stromversorgung sowie der Bereitstellung von Lebensmitteln, Medikamenten und Bekleidung. Die Arbeit trage sich durch Spenden. „Da der Transport von Sachspenden aufwändig und kostenintensiv ist, werden alle Hilfsgüter in der Türkei angeschafft, um die Geldmittel optimal einsetzen zu können.“

Die Kirchengemeinden helfen laut Varrels Pastorin Eike Fröhlich konkret, „indem wir bekannt machen, um was es geht, und dass Hilfe sinnvoll ist“. Mit Jugendlichen habe sie überlegt, wie eine Hilfe aussehen könnte. Der Nachwuchs sei dann auf die Idee gekommen, den Erlös aus dem Verkauf von alkoholfreien Cocktails und Waffeln beim Gemeindefest am 5. Juli zu spenden. Zudem seien Kollekten für Oguz bestimmt, ergänzt Vetter.

• Wer für Oguz spenden möchte, nutzt das Konto der Kirchengemeinde Stuhr bei der Volksbank: IBAN DE63291676241100375800, BIC GENODEF1SHR, Stichwort Oguz.

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