Bürgerinitiative fühlt sich „abgewimmelt“ / Im April wieder Stausimulation geplant

„Aktiv“ fordert Kommunikation auf Augenhöhe

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Die Bürgerinitiative steht der Linie 8 kritisch gegenüber. Archivfoto: Schritt

Moordeich - Als „schlecht informiert“ hat Joachim Döpkens, zweiter Vorsitzender „Aktiv“, die Befürworter der Straßenbahnverlängerung über Stuhr nach Weyhe auf der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative am Mittwochabend im Restaurant Nobel bezeichnet. Zudem bedauerte er die fehlenden Reaktionen aus Rat und Verwaltung. Es gebe nur die Wasserstandsmeldung, dass die Linie 8 2019 fahren soll. Er forderte aktuelle Informationen und eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Döpkens warf auch einen ausführlichen Blick auf das Jahr 2015. Die behördlich genehmigten Stausimulation durch die Straßenbahn auf der Moordeicher und Kirchhuchtinger Landstraße brachten bei Regen nicht die erwünschte Resonanz. „Nicht viel rausgekommen“ sei hinsichtlich der Anfragen im Jahr 2015 an Politik und sonstige Organisationen. Vielmehr fühle sich die Initiative „abgewimmelt“ in ihrem jahrelangen Kampf gegen die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 und 8 Richtung Stuhr und Weyhe. Bei einer nicht repräsentativen Online-Umfrage der Kreiszeitung hatten sich 40 Prozent der Teilnehmer für die neue Trasse ausgesprochen, 60 Prozent dagegen.

Alfred Werner, Vorsitzender der Initiative Pro Lilienthal, sowie seine Mitstreiter Karsten Michaelis und Harald Rossol berichteten über die ihrer Meinung nach unrealistischen Fahrgastzahlen bei der Verlängerung der Linie 4. Lilienthal habe durch die Straßenbahntrasse zudem eindeutig an Lebensgefühl verloren. Ampelschaltungen, die vielen gefällten alten Bäume und das Gefühl mitten auf der Hauptstraße auf einem Bahnsteig zu stehen, zeige mit einer nicht erreichten Fahrgastzahl und weiteren Folgekosten eine „fatale Gesamtsituation“.

Bei der anschließenden Diskussion stand die Befürchtung im Raum, dass auch in Stuhr und Weyhe politische Entscheidungen entgegen aller Vernunft durchgesetzt werden könnten. „Genau die Bürger, die die Straßenbahn haben wollen, fahren nicht damit“, warnte der Lilienthaler Rossol vor geschönten Zahlen und berief sich auf unabhängige Wissenschaftler.

Harsche Kritik übte der „Aktiv“-Vorstand an politischer Arroganz, der öffentlichen Gleichgültigkeit und einer nicht neutralen Presse.

Am 6. April soll es eine weitere Schranken-Demo in Leeste und Stuhr als praktisches Beispiel der zukünftigen Beeinträchtigung des Verkehrs durch eine Straßenbahn geben. Zudem ist eine Begleitung und Unterstützung der Klage zum Planfeststellungsverfahren angedacht. Weiter will die Initiative Flagge bei einem Gespräch mit dem neuen BSAG-Vorstand zeigen.

ak

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