Bürgerin kritisiert Regelung/Volkshochschuldirektor sagt Überprüfung zu

60 Prozent: Entrüstung über Storno-Pauschale

Stuhr - Von Anke Seidel. Feliz Navidad – an einem spanischen Kocherlebnis in der Vorweihnachtszeit wollte Ingeborg Kolata aus Stuhr am 1. Dezember teilnehmen. Doch am Ende gab es statt eines kulinarischen Abends bei der Volkshochschule Entrüstung: Die Stuhrerin muss mehr als die Hälfte der Kursgebühr als Storno-Pauschale bezahlen.

Anfang Oktober hatte Ingeborg Kolata, die seit drei Jahrzehnten immer wieder und gern Kurse bei der Volkshochschule (VHS) belegt, eine Termin-Dopplung festgestellt. Weil eine ihr persönlich wichtige Feier ausgerechnet an dem Abend des spanischen Kochkurses anberaumt war, sagte sie ihre Teilnahme bei der Volkshochschule fristgerecht per E-Mail ab.

Neun Tage später bekam sie die Bestätigung ihrer Stornierung – verbunden mit einer Rechnung: Das Teilnahme-Entgelt für den Kurs betrug 10 Euro. Diesen Betrag hatte die VHS ausgebucht – dafür aber eine Bearbeitungsgebühr von sechs Euro erhoben. „Sechzig Prozent Stornogebühr!“, ärgert sich die Stuhrer Bürgerin.

Doch nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des kreiseigenen Bildungsbetriebes ist das rechtens. Demnach muss eine Abmeldung zu einem Kurs spätestens zehn Tage vor Beginn der Veranstaltung erfolgen. Ausnahmen – zum Beispiel die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung – sind nicht möglich. „Die Bearbeitung ist mit einem Verwaltungsaufwand verbunden. Wir berechnen daher für alle Veranstaltungen eine Bearbeitungsgebühr von sechs Euro. Wenn das Teilnahme-Entgelt weniger als sechs Euro beträgt, ist die Bearbeitungsgebühr auf diesen Betrag begrenzt“, heißt es in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der VHS – und weiter: „Die Bearbeitungsgebühr ist bereits im Teilnahme-Entgelt enthalten; sie wird erst fällig, wenn sich Teilnehmende – im Rahmen der vorgegebenen Fristen – von einer Veranstaltung abmelden.“

VHS-Direktor Thomas Hermenau kann die Entrüstung von Ingeborg Kolata verstehen: „Das ist natürlich ärgerlich.“ In diesem Fall handele es sich um eine „unglückliche Konstellation“, weil die Kursgebühr gering ist.

Allerdings seien solche Beschwerden die Ausnahme. Er selbst habe in drei Jahren zwei erlebt, so Hermenau – bei rund 24000 Anmeldungen pro Semester. Grundsätzlich sei die Quote der Abmeldungen gering, so Hermenau. Er will die Storno-Pauschale aber mit der kaufmännischen Leitung der VHS diskutieren: „Wir müssen noch mal in uns gehen, ob diese Regelung sinnvoll ist.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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