Bürger kritisieren geplante ZOB-Umlegung / Ausschuss spricht sich dafür aus

„Die Planungen sind nicht zu Ende gedacht“

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Der ZOB soll verkleinert werden.

Brinkum - Von Sandra Bischoff. Die Politik ist sich einig: Der neue Busbahnhof wird auf den jetzigen Parkplatz des Hotels Bremer Tor verlegt. Einstimmig hat sich der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Donnerstagabend dafür ausgesprochen und entschied sich damit gegen die Einwendungen der zahlreichen Zuhörer.

Wie berichtet gibt es zwei Varianten: Für die erste benötigt die Gemeinde eine Fläche, die noch im Privatbesitz ist. Für die andere müsste die Gemeinde keine weiteren Flächen dazukaufen, allerdings würden die Bushaltestellen direkt an der Südseite des Hotels Bremer Tor eingerichtet werden.

Ein Umstand, den Geschäftsführerin Sabine Gefken nicht hinnehmen will. „Wir haben große Sorge, dass wir durch diese Variante nicht mehr für Tagungs- und Hotelgäste interessant und buchbar sind“, sagte sie im Ausschuss. „Einen permanenten Geräuschpegel bucht kein Mensch.“ Derzeit gebe es rund 200 Busbewegungen täglich, die auch nachts die Haltestellen ansteuerten. Außerdem würden Gruppen, die frühmorgens auf ihre Reisegelegenheit warten, ebenfalls einen Geräuschpegel verursachen. „Unser Haus ist nicht schallisoliert“, gab Gefken zu bedenken.

„Wir wollen attraktiv bleiben im Brinkumer Ortskern.“ Unter diesen Voraussetzungen habe die Familie das Hotel im vergangenen Jahr an die Gemeinde verkauft und es von ihr gepachtet. „Diese Planung wird wirtschaftliche Auswirkungen auf unser Haus haben, die wir nicht auffangen können“, sagte die Hotelbetreiberin und bat das Gremium, die Varianten noch einmal zu überdenken. Die zahlreichen Zuhörer im Publikum stimmten ihren Ausführungen mit viel Applaus zu.

, kritisierte der Brinkumer Heinz Kolata. Für ihn sei es unverständlich, dass „wir im Schaufenster Brinkum eine technischen Betrieb einrichten“ wollen. „Wir kaspern nur rum und haben keine Lösung. Wir wollen den Ortskern entwickeln und trennen den nördlichen vom südlichen Teil“, sagte er.

Er plädierte dafür, die Busse aus dem Ort herauszuhalten und stattdessen auf der Fläche gegenüber dem Busbetrieb Wolters an der Bremer Straße einen Parkplatz zu bauen. „Oder können Sie sich vorstellen, dass Weyhe auf seinem Marktplatz einen Busbahnhof baut, oder Bremen an der Sögestraße?“ Er wünschte sich, dass die Politik die Beschlussvorlage aufschiebe, um sie noch einmal zu überdenken. „Wir planen hier schließlich für die nächsten 25 Jahre und länger.“

Parkplätze für

das Hotel geplant

Dagmar Bischof, Vorsitzende des Seniorenbeirats und Anwohnerin, unterstützte ihre Vorredner. „Der ZOB zieht genau ins Wohngebiet, das ist unzumutbar.“

Stadtplaner Christian Strauß widersprach. „Die technischen Einrichtungen holen wir aus dem Ortskern heraus und packen sie an den Rand.“ Er wies daraufhin, dass das Gelände des Hotels nicht Gegenstand der Ortskernentwicklung sei, sondern Teil eines eigenen Bebauungsplans. Der Großteil der 77 Parkplätze sollen dem Hotel zugeordnet werden und nicht für den Privatverkehr geöffnet werden.

Die Politik stimmte den Ausführungen des Stadtplaners zu. „Das Gelände am Hotel ist eine Brachfläche, auf dem heute Autos parken, das ist kein Ortskern“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Kristine Helmerichs. Zudem werde der heutige ZOB „runtergeplant“, in seiner heutigen Dimension sei er zu groß. „Sobald wir im Bestand planen, tut es jemandem weh. Aber aus der Gesamtsicht ist das die richtige Entscheidung.“

„Busse und der ÖPNV im Allgemeinen gehören dorthin, wo die Menschen sind“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Jürgen Timm. Sein Kollege Frank Schröder von der CDU stimmte ihm zu: „Wir sind auf der richtigen Planungsschiene.“ Auch wenn er, genauso wie Rolf Meyer von der SPD, die Variante 1 bevorzuge.

Allerdings, so Meyer, sei das Areal am Hotel wegen der ehemaligen Tankstelle dort nur als Verkehrsfläche zu nutzen. Er betonte, dass sich die Zahl der Busse verringern werde. „Diese Planung ist für die SPD alternativlos.“ Das sah Gerd-W. Bode, Fraktionschef von „Besser Bürger engagieren sich“, ebenso: „Es gibt dann keinen ZOB mehr, es gibt dann nur noch zwei Bushaltestellen.“

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