Attraktivere Taktung der Linie 55

BSAG lehnt einen zusätzlichen Schnellbus in Stuhr ab

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Nach Vorstellungen der BSAG soll die Linie 55 zu den Hauptverkehrszeiten alle 20 Minuten fahren, sonst durchgängig alle 30 Minuten. Ein Schnellbus sei zu teuer.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Gemeinde Stuhr möchte einen ersten Baustein zur Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) umsetzen und das Angebot für die Linie 55 verbessern. Die im Mobilitätskonzept der Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) empfohlene Schnellbusvariante scheint aber vom Tisch. Rathauses.

Wie die Bremer Straßenbahn AG mitteilt, wäre dafür ein zusätzliches Fahrzeug notwendig. Sie schlägt eine attraktivere Taktung vor. Darüber berät der Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Soziales heute Abend ab 18 Uhr in Raum 145/146 des 

Unter allen von der PGV erarbeiteten Vorschlägen zur ÖPNV-Verbesserung hat die Angebotserweiterung der Linie 55 laut Ratsbeschluss vom November 2017 oberste Priorität. Die Politiker hatten allerdings Verstärkerfahrten in den Hauptverkehrszeiten beschlossen, also morgens und am Nachmittag. Dieser zusätzliche Schnellbus 55S sollte die Schleife Moordeich (Hespenstraße / Am Hexendeich / Danziger Straße / Moordeicher Landstraße) aussparen und nur zwischen dem Roland-Center und der Tannenstraße pendeln. Betrieblicher Aufwand: voraussichtlich 64 .000 Euro pro Jahr.

Inzwischen hat die BSAG dieses Vorhaben überprüft und festgestellt, dass der dafür benötigte vierte Bus die Betriebskosten „deutlich in die Höhe“ treiben würde. Mehr noch: Die elektronisch erhobenen Fahrgastzahlen aus dem ersten Quartal 2017 stellen den Bedarf für diese Variante in Frage. Es sei festzustellen, „dass der geplante Schnellverkehr an den befahrenen Haltestellen gerade einmal rund ein Drittel der heutigen Fahrgäste der Linie 55 (...) erreicht“, heißt es in der Stellungnahme der BSAG. Die stark frequentierten Stationen Schule Moordeich und Zob Brinkum fielen weg.

Schnellbus hätte zu wenig Platz

Ein weiteres Problem hat das Verkehrsunternehmen an der Haferflockenkreuzung ausgemacht: Der Schnellbus hätte zu wenig Platz, um von der letzten Haltestelle an der Kirchhuchtinger Landstraße auf die Linksabbiegerspur in Richtung Stuhr zu gelangen. Zurzeit nimmt der Bus die Geradeausspur zum Ortsteil Moordeich, den der 55S aussparen würde. Für den Schnellbus seien deshalb „infrastrukturelle Maßnahmen“ und eine „Sonderphase“ an der Ampelkreuzung „zwingend notwendig“. Abgesehen davon betrage der voraussichtliche Zeitgewinn des 55S nur vier Minuten.

Die BSAG schlägt eine generelle Taktverdichtung auf der gesamten Länge der Linie 55 von Montag bis Freitag vor: 20 Minuten morgens und nachmittags, aber auch durchgängig 30 Minuten außerhalb dieser Stoßzeiten, denn: „Insbesondere bei älteren Menschen ist die Nachfrage nach einem verlässlichen Verkehrsangebot in diesem Zeitfenster hoch.“

Nur für diese Variante geht die BSAG von höheren Erträgen durch den Ticketverkauf aus (plus 14 .500 Euro), sodass sie mit jährlich 123 .500 Euro zu Buche schlägt. Darüber hinaus wäre auf Stuhrer Gebiet keine Rechtsabbiegerspur auf die Kirchhuchtinger Landstraße notwendig.

Entscheidung müsste bis Mitte April fallen

Alternativ könnten die Politiker den Schnellbus mit Verstärkerfahrten und Veränderungen der Ampelanlage an der Haferflockenkreuzung für 176. 000 Euro empfehlen; oder für 91 .000 Euro eine Linie 55, die morgens nur in einstündigem Rhythmus verkehrt, nachmittags / abends im 30-Minuten- und zu den Hauptverkehrszeichen im 20-Minuten-Takt. Dagegen spricht laut BSAG unter anderem der „unrunde Fahrplan“. Um – welche Lösung auch immer – bis zum Fahrplanwechsel im November umzusetzen, müsste die Entscheidung bis Mitte April fallen.

Bei der Stärkung der Linie 55 handelt es sich um ein Pilotprojekt, das zwei Jahre laufen soll. Spätestens mit Inbetriebnahme der Linie 8 hat es aber ausgedient.

Zu weiteren Aspekten des Mobilitätskonzepts, etwa die Neuordnung der Linie 113, Verstärkerfahrten für die Linie 120 und „Bike&Ride“-Anlagen, erhalten die Politiker heute Abend einen Sachstandsbericht.

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