Aus dem Gericht

Brutale Attacke mit Knüppel und Elektroschocker

Moordeich - Mit einem Elektroschocker, einem Knüppel, Fäusten und Fußtritten sollen zwei Männer laut Anklage der Staatsanwaltschaft an einem Maiabend auf einer Kreuzung in Moordeich einen Moordeicher brutal niedergeschlagen und derart schwer verletzt haben, dass er arbeitsunfähig war. Jetzt hatte sich einer der beiden, ein Heranwachsender aus Stuhr, wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vor dem Jugendrichter im Amtsgericht Syke zu verantworten.

Der Heranwachsende wurde schuldig gesprochen. Er muss nun an einem Anti-Aggressions-Training beim Jugendhilfeverein Kontakt teilnehmen, 50 Arbeitsstunden ableisten und einen Freizeitarrest verbüßen.

Der junge Mann, dem ein Anwalt zur Seite stand, räumte den Angriff auf den Moordeicher ein. Er und ein Kumpel hätten auf der Kreuzung gestanden und geraucht. Dann, so der Heranwachsende, hätten sie sich von dem Moordeicher, der mit dem Rad unterwegs war, provoziert gefühlt. Der Angeklagte verhehlte nicht, dass er den Mann angriff. Ebenso stellte er nicht in Abrede, dass er einen Elektroschocker und ein Knüppel dabeigehabt habe.

Das Opfer hatte unter anderem eine Verbrennung im Brustbereich, vermutlich verursacht durch den Elektroschocker. Es gab an, sich nicht wirklich an den Angriff erinnern zu können. Die beiden Angreifer hätten, so das Opfer, im Auto auf der Kreuzung gesessen. Angepöbelt habe er die Leute nicht, versicherte er. Er habe einen Schlag auf den Kopf bekommen, sei gestürzt und geschlagen, getreten und mit dem Elektroschocker angegangen worden. Der Zusammengeschlagene soll weit über zwei Promille Alkohol im Blut gehabt haben.

Die Schläger entfernten sich mit dem Auto und konnten von der Polizei gestellt werden, weil eine Familie, die mit dem Auto auf die Kreuzung zufuhr, das Geschehen bemerkte und sich das Autokennzeichen merkte. Im Gerichtssaal sagten Tochter, Mutter und Vater als Zeugen aus. „Zwei sprangen aus dem Auto heraus auf die Person zu, die da stand, und schlugen beide auf den Mann ein“, sagte die Tochter. Die Mutter bestätigte das.

Im Strafprozess vor dem Jugendrichter machte der junge Stuhrer, der eine gute schulische Laufbahn vorweisen kann, einen positiven Eindruck. Er war auch bereit zum Täter-Opfer-Ausgleich. Allerdings war er schon einmal wegen gefährlicher Körperverletzung auffällig geworden. Staatsanwältin und Jugendrichter waren sich einig, nach dem Jugendrecht vorzugehen. Schädliche Neigung und Schwere der Schuld stellten sie nicht fest.

Rubriklistenbild: © dpa

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