Nicole Feldmann-Paske ist die neue Gleichstellungsbeauftragte

Brückenbauerin und Netzwerkerin für Stuhr

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Nicole Feldmann-Paske während ihrer Vorstellung im Rat der Gemeinde Stuhr.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Das Thema Gleichstellung beschäftigt Nicole Feldmann-Paske schon lange. Mindestens seit 2008, als sie ihren Sohn in die erste Sulinger Krippe gab. Nach Reaktionen wie „Du gibst dein Kind mit eineinhalb Jahren weg?“ habe für sie festgestanden: „In diesem Bereich gibt es noch unendlich viel zu tun.“ Jahre später arbeitet sie in „diesem Bereich“ – als Gleichstellungsbeauftragte in Rehburg-Loccum. Ab Oktober fängt sie in dieser Position in Stuhr an.

Nicole Feldmann-Paske hat eine abwechslungsreiche Vita. Nach ihrer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau hat sie insgesamt drei Jahre im Ausland gelebt, unter anderem in Spanien, Kanada und Tunesien. Es folgte ein Studium, das sie als Diplom-Betriebswirtin abschloss. Sie arbeitete als Assistentin der Geschäftsleitung eines Kreuzfahrtveranstalters, wo sie unter anderem mit der Öffentlichkeitsarbeit, mit der Planung des Mitarbeitereinsatzes und Vertragsabwicklungen betraut war.

Eine solcher Lebenslauf führt zwar nicht zwangsläufig zu einer Anstellung als Gleichstellungsbeauftragte. Doch genau diesen Job trat Feldmann-Paske im April 2014 in Rehburg-Loccum an. Ganz offensichtlich hatte sie die Stadtväter davon überzeugt, dass sie in ihrem Berufsleben allerlei Lebenserfahrungen gesammelt und sich Fähigkeiten angeeignet hatte, die sie für dieses Amt qualifizieren.

Langjährige Tätigkeit als Elternvertreterin

Die Auslandsaufenthalte? „Es fällt mir leichter, mich auf andere Menschen einzustellen“, sagt die 39-Jährige. Betriebswirtschaftliches Studium? „Ich führe einen eigenständigen Fachbereich mit eigenen, finanziellen Mitteln, die ich betriebswirtschaftlich verwalten muss. Da können solche Kenntnisse nicht schaden.“ PR als Assistentin der Geschäftsleitung? „Ich muss doch relevante Themen in der Öffentlichkeit platzieren. Das ist doch alles eine sehr runde Sache.“ Hinzu kommt ihre langjährige Tätigkeit als Elternvertreterin in Krippe, Kindergarten und Schule, wo sie immer wieder mitbekommen habe, welche Dinge für Familien von elementarer Bedeutung seien. Feldmann-Paske ist zweifache Mutter.

In reine Gleichstellungsthemen, insbesondere in die Gesetzeslage, habe sie sich in Rehburg-Loccum erst einmal einarbeiten müssen. Es ist ein Nebenamt mit inzwischen 15 Stunden in der Woche. Weitere 19,5 Stunden arbeitet sie in der Koordinierungsstelle frau+wirtschaft des Landkreises Nienburg. Das vom Land ins Leben gerufene Angebot erlaube ihr einen „Blick über den Tellerrand“. Es will Frauen und Männern nach der Elternzeit den Wiedereinstieg in den Job ermöglichen, etwa über Beratung oder Bildung und Qualifizierung. Feldmann-Paske spricht von zwei Tätigkeiten, „die ich verbinden und verzahnen kann“.

Als ihre Stärken bezeichnet sie, „zuzuhören und zu erkennen, was auf den Weg gebracht werden muss. Ich kann Brücken bauen und Kooperationen herstellen“, sagt sie. „Das mache ich gerne und mit Freude.“

30-Stunden-Stelle vorgesehen

Davon soll ab Oktober die Gemeinde Stuhr profitieren, wo Feldmann-Paske eine 30-Stunden-Stelle bekleidet. Nach ihrem Amtsantritt müsse sie sich erst einmal einen Überblick verschaffen, sagt sie. Was findet sie vor? Was gilt es fortzuführen oder voranzubringen? Wo kann sie neue Akzente setzen? „Dazu muss ich mit allen Kooperationspartnern ins Gespräch kommen.“ Die Jugendpflege und die weiterführenden Schulen nennt sie als Beispiele – auch um in den „Dialog mit Jungen“ zu kommen. Vermutlich wird sie Frauen motivieren, sich politisch zu engagieren. Das finde sie wichtig, schreibt sie auf der Facebook-Seite „FRiEdA“, die sie in Rehburg-Loccum eingerichtet hat und mit Themen rund um Gleichstellung und Familienservice vor allem junge Menschen ansprechen soll. Dies hat sie auch in Stuhr vor. Überhaupt möchte sie möglichst viele Medien nutzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Integration sei ebenfalls ein Bereich, den sie sich gut vorstellen könne. Migranten betrachtet sie als eine Zielgruppe, „für die es gilt, bedarfsgerechte Angebote zu schaffen“. Schon in Rehburg habe sie in einem permanenten Dialog mit der türkisch-islamischen Gemeinde gestanden. Erfahrungen hatte sie früher bereits gesammelt – als sie sich an einer Grundschule um Kinder mit Unterstützungsbedarf kümmerte. Das war kurz bevor Gleichstellung ein immer größeres Thema für sie wurde.

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