Brother Dege und The Brotherhood of Blues begeistern im Rathaus Stuhr

Vollblutmusiker zelebrieren den Südstaaten-Blues

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Brother Dege (2. v.r.) und die Band The Brotherhood of Blues haben am Sonnabend auf der Rathaus-Bühne gestanden.

Stuhr - Von Rainer Jysch. Tief über sein Instrument gebeugt, wirbelt er über die Bühne, kniet vor dem Publikum oder stellt sich auf das Podest des Schlagzeugers. Brother Dege, die US-amerikanische Bluesgröße aus Louisiana, gastierte am Sonnabend mit Band im Stuhrer Rathaus und verzückte die Besucher mit Showelementen sowie seinem virtuosen Spiel auf der Dobro.

Diese Gitarre mit dem eingesetzten, kreisrunden Resonanzkörper aus Blech sorgt für den unvergleichlichen Sound der Südstaaten, den sich Vollblutmusiker Dege auf seine Fahne geschrieben hat. „Als ich die Dobro das erste Mal sah, dachte ich: ,Was für ein cooles Instrument’“, erklärte der als Dege Legg geborene Musiker den Zuhörern. „Und als ich dann den Klang hörte, fand ich sie sogar noch cooler.“

Aufgewachsen in Louisiana, im „tiefen Süden“ der USA, wollte er den „Delta Style“ und „Mississippi Blues“ jedoch nicht wie die Baumwollpflücker in den 1920er-Jahren spielen, sondern seinen eigenen Stil finden. Auf bisher zehn veröffentlichten Alben können seine Fans das nachhören.

Weltweit Furore machte Dege mit seiner Komposition „Too old to die young“ (zu alt, um jung zu sterben), die Starregisseur Quentin Tarantino 2012 als Filmmusik in dem zweifach oscar-gekrönten Western „Django unchained“ verwendete. Das Erfolgsstück brachten Dege und die Band The Brotherhood of Blues zum Schluss ihres Konzertes.

Zuvor hatten die Besucher eine Auswahl von Songs mit Steel-Guitar-Sound gehört, etwa „Tower of Babel“, „Yellabone“, „The girl who wept stones“ und „How to kill a horse“ von der gleichnamigen CD. Selbst den Hurrikan Katrina, der im August 2005 große Teile der amerikanischen Golfküste verwüstet hatte, verarbeitete Dege zu einem Song.

Wie er selbst stammen auch zwei der Bandmitglieder aus Louisiana: Greg Travasos am Schlagzeug und Bassist Ian Guidroz. Gitarren- und Violinspieler Tom Portland ist aus Irland kommend dazugestoßen. „Ich kenne Dege schon lange, spiele aber heute das erste Mal mit den anderen beiden Bandmitgliedern zusammen“, verriet Portland am Rande des Konzerts seine kleine Premiere.

Mit Vollbart und schulterlangen Haaren, die Dege häufig die Sicht auf sein Instrument zu nehmen schienen, gelang es dem Musiker insbesondere im zweiten Teil der Veranstaltung, das Publikum aus der Reserve zu locken. Stehend klatschten die Zuhörer den mitreißenden Bluesrhythmus.

Rasantes Fingerpicking, der schnelle Lauf über die Saiten und ein einfühlsamer Gesang zeichnen die Qualitäten von Frontmann Dege aus. Kein Wunder also, dass das begeisterte Publikum die Band erst nach zwei Zugaben entließ.

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