Der britische Sänger Allan Taylor gastiert mit seinem Programm „50 years on the road“ im Stuhrer Rathaus

Meister der nachdenklichen Töne

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Musik und Geschichten: Allan Taylor ist zum wiederholten Mal Gast in Stuhr.

Stuhr - Von Dagmar Voss. „Sit back and enjoy the journey – lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Reise“, lautete Allan Taylors Tipp für sein Konzert am Freitagabend im Stuhrer Rathaus. Auf eine musikalische Reise durch die vielen Stationen seines Lebens nahm er die Zuhörer mit. Der Songpoet gastierte hier zum wiederholten Mal und begeisterte den voll besetzten Ratssaal – darunter nicht wenige Fans – mit seinem klingenden Rückblick auf „50 years on the road“ – also 50 Jahre unterwegs.

Kurz zuvor hatte der britische Barde seinen 70. Geburtstag in London und seiner Geburtsstadt Brighton gefeiert und so gab es quasi als Erinnerung gleich zu Anfang sein melodisch-melancholisches „Brighton Beach“. Mit seiner warm-sonoren Stimme schmolzen sich dies und die anderen feinsinnigen Stücke ins Ohr und erwärmten die Seelen.

Nicht nur mit seinen eindrücklichen und größtenteils bekannten Kompositionen entführte der Liedermacher das Publikum durch fünf Jahrzehnte und wesentlich mehr Orte auf der Welt, sondern auch mit seinen Erzählungen zu den Stationen seines Lebens. So seine Ansicht vom London oder Greenwich Village, New York, der 1960er-Jahre, als es noch nicht so gewalttätig zuging: „Jeder war freundlich, nicht so aggressiv wie heute.“ Er selbst habe das erlebt, als er von einem vollgedröhnten Typen überfallen worden sei, der sich aber dafür entschuldigte, weil er Geld brauchte. Also habe Taylor ihm dann noch zehn Dollar mitgegeben.

Er erinnerte sich an seine vielen Reisen, als es noch nicht so bequem gewesen sei wie heute. Allerdings habe es eine deutsche Erfindung geschafft – abseits von den vielen kulturellen Schöpfungen – zum Überleben beizutragen, nämlich der Eintopf. Dem widmete der Troubadour sein wunderbar nachdenkliches „Running on dreams“.

„Wie kam es dazu, dass ich und viele Kollegen einfach nicht davon lassen konnten, vom Touren durch die Länder dieser Welt?“, fragte er sich. Schließlich habe man damals noch in Autos übernachtet oder backstage – oder in einem Beathotel, billig und dreckig. Dazu stimmte er den gleichnamigen Song an über ein solches in Paris; gefühlvolle Erinnerungen an Yvonne, ganz besonders vertont und vorgetragen mit Bottleneck. „Ach, mein Lieblingslied“, kam es aus einer hinteren Reihe der Zuhörer.

Zu seinen Betrachtungen über die sozialen Änderungen der vergangenen Jahrzehnte kamen politische Überlegungen, in denen Taylor die Lebenswelten unscheinbarer Helden festhält. Und dann dazu wieder ein Song, immer erstaunlich einfache Melodien, unterlegt von seinen Gitarren-Arpeggien und der faszinierenden Stimme.

Stimmungsvolle Erfahrungen und Erlebnisse auf seiner ganz persönlichen Reise beeindruckten die Konzertgäste, so den Langwedeler Helmut Imlau, der den Singer-Songwriter zum ersten Mal live erlebte: „Seine ausdrucksstarke reife Stimme und die Gitarre passen so perfekt zusammen, wie man es ganz selten erlebt.“

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