17 Brinkumer Volksschüler treffen sich nach 55 Jahren / Weiteste Anreise hat Hans-Joachim Miczek aus London

Erinnerungen an Schullandheim, kalte Klassenräume und strenge Lehrer

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Nach 55 Jahren hatten sich die ehemaligen Volksschüler so einiges zu erzählen.

Brinkum - „Am 17. März 1961 war unser letzter Schultag in der Feldstraße“, erinnert sich Uwe Fahß. Er und 16 seiner ehemaligen Klassenkameraden trafen sich nach 55 Jahren am Wochenende in der Brinkumer Gaststätte „Poseidon“ und schwelgten in Erinnerungen.

Die Einschulung der Gruppe erfolgte 1953 zunächst im Gemeindehaus der Brinkumer Kirche, erzählte Fahß. Dort habe das Klassenzimmer einen Holzfußboden gehabt. Als Heizung stand damals ein Holzofen im Raum, der einen sehr strengen Geruch verbreitet habe. Später wurde die Klasse in Räume an der heutigen Jahnstraße verlegt. Erst ab dem fünften Schuljahr lernten die Kinder in einem Neubau, in der Schule Feldstraße.

Ilse Meyer-Plecha, die sich mit Uwe Fahß abwechselnd den Posten des Klassensprechers teilte, erinnerte sich an gelungene Klassenfahrten. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica habe auf dem Plan gestanden, auf Norderney und in Sonnenberg im Harz hatten die Schüler unterhaltsame Tage verbracht. In der Wand zwischen dem Mädchenschlafzimmer und dem für die Jungen sei ein Loch gewesen, erinnert sich Fahß.

Die Mädchen durften morgens zuerst duschen. Als die Jungen einmal zu früh in den Waschraum gerufen wurden, stand der strenge Lehrer Gerhard Fricke in der Tür und jagte sie wieder nach draußen.

Zu dem Klassentreffen hatte Uwe Fahß 20 Einladungen verschickt, 16 ehemalige Schulkameraden kamen zu dem Treffen ins „Poseidon“. Man hatte sich aus der Schulzeit viel zu erzählen, denn das letzte Treffen hatte 25 Jahre nach dem Schulabgang stattgefunden. Die schwierigste Aufgabe hatte zuvor Ilse Meyer-Plecha übernommen: Sie musste den Aufenthaltsort eines Mitschülers ausfindig machen, von dem man seit 55 Jahren nichts mehr gehört hatte: Hans-Joachim Miczek. „Miczek war der Spaßmacher in unserer Klasse“, erzählte Uwe Fahß.

Ein ehemaliger Nachbar von Miczek, Heino Hellmers, kannte dessen Telefonnummer in London. „Da ich nicht wusste, ob das ein privater oder dienstlicher Anschluss ist, versuchte ich es in gebrochenem Englisch“, erzählte Meyer-Plecha. Doch bevor sie ausreden konnte, kam eine Gegenfrage in lupenreinem Deutsch, und zwar von Hans-Joachim Miczek: „Wer ist denn da?“ Miczek war von der Idee des Treffens begeistert und flog einen Tag vor dem Treffen nach Deutschland. Er lebt seit 30 Jahren in London, davor waren Schweden und Amerika seine Stationen. Er hat für große Musikverlage als Leibwächter für prominente Sängerinnen gearbeitet, erzählt Miczek. Eine Woche wolle er noch in Brinkum bleiben, um Rentenangelegenheiten zu regeln, bevor es wieder zurück nach London geht.

bos

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