Brinkumer hat bereits rund 105000 Kugelschreiber gesammelt

Ein neuer Kuli – und Meyers Miene hellt sich auf

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Kugelschreiber in Hülle und Fülle: Detlef Meyer in seinem Wintergarten.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Für Detlef Meyer muss ein Kugelschreiber nicht schreiben können. Er muss nur anders aussehen als die Stifte, die er bereits hat. Eine andere Farbe oder eine andere Größe, ein neuer Aufdruck oder ein neues Design – und schon hellt sich die Mine Meyers auf.

Aber das wird schwerer, je größer die Sammlung des Brinkumers wird. Mit dem Kreiszeitungs-Kuli jedenfalls kann man bei ihm nicht punkten. Der befindet sich längst unter den rund 105000 Exemplaren, die Meyer im Laufe der Jahrzehnte angehäuft hat. Angefangen hat die Leidenschaft 1994 während seiner Zeit als Brummi-Fahrer beim Erichshofer Reifenhändler Meyer & Bolte. In ganz Norddeutschland war Meyer unterwegs und hat bei den Kunden die Kugelschreiber eingesackt. „Macht eure Schubladen zu, da kommt schon wieder der Meyer“, hieß es in den Büros der Firmen. Manche hätten ihn „Kugelschreiberklauer“ genannt, aber das wohl nur aus Spaß. Denn meistens hatte Meyer einige seiner doppelten Stifte zum Tauschen dabei.

Meyer und die Ausbeute eines Flohmarktbesuchs.

Später tummelte er sich auch auf Messen, um seinem Hobby zu frönen. Von der Agri Technik 2013 in Hannover etwa hat Meyer mit tatkräftiger Unterstützung seiner Ehefrau rund 700 Kugelschreiber zusammengetragen, „davon konnte ich 421 gebrauchen“. Natürlich gestaltet sich das von Messe zu Messe schwieriger. Die Agri Technik 2015 brachte netto „nur“ noch 279 Kulis ein. Weiter als Hannover reicht der Radius des Sammlers aber nicht. Viel lieber besucht er „alles, was in der Region gerade so anfällt“, also Ausstellungen in Wüsting, Osterholz-Scharmbeck, Harpstedt und Tarmstedt. Bei der Brinkumer Gewerbeschau Mitte April dürfte Meyer auch wieder präsent sein.

Flohmärkte sind ihm ein weiterer Quell der Sammelfreude. Nach eigener Auskunft hat er erst kürzlich drei Wannen voller Stifte für 50 Euro auf einem Trödelmarkt in Oldenburg erstanden. Selbst beim Gang zum Arzt scheint nicht die Gesundheit, sondern die Aussicht auf einen neuen Schreiber im Mittelpunkt zu stehen. Das Internet hingegen komme für ihn nicht infrage. Was aber nicht heißt, dass der 67-Jährige über diese Schiene keine Kulis bezieht. „Das macht meine Tochter für mich.“

Nach und nach haben die Kugelschreiber den Wintergarten des Ehepaars erobert. „Anfangs habe ich sie mit Drähten an Wäscheleinen befestigt“, sagt Meyer. Inzwischen hängen die Stifte nicht nur von der Decke, sondern klemmen auch an ausgedienten Postkartenständern und umfunktionierten Kaninchenstalltüren. Es gibt sie als Flens-Flasche, Taschenlampe, Zuckertüte und Krawatte. Das kleinste Exemplar ist ein Patronenimitat, das größte ein gut 45 Zentimeter langer Jumbo-Pen. Seine „Best of Kulis“ stehen auf Regalen, darunter ein Stift mit einer Domina als Halterung.

Eine Domina als Kugelschreiberhalter.

Als die Kapazitäten im Wintergarten nicht mehr reichten, richtete Meyer zusätzlich ein Kabuff im Anbau des Eigenheims ein, das so genannte „Kuli-Haus“. Dort befinden sich rund 80 Kartons mit nach Herstellern oder Veranstaltungen sortierten Kugelschreibern. Meyer ist eines von 75 Mitgliedern (Stand Dezember 2015) des 1992 gegründeten „Clubs der Kugelschreibersammler“. Mit seinen aktuell 105000 Exemplaren – die unsortierten Wannen sind darin noch nicht enthalten – liegt er aber noch längst nicht an der Spitze der internen Vereinswertung. Da liefern sich das Ehepaar Gerda und Peter Kleyn aus den Niederlanden mit 395000 und der Däne Finn Sørensen mit 400000 Kugelschreibern ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

In jedem Jahr veranstaltet der Club eine internationale Kugelschreibertauschbörse, zuletzt in Berlin und Thüringen. Klar, dass der Verein zu jedem dieser Treffen einen eigenen Kugelschreiber unters Volk bringt; klar auch, dass er jedes Jahr anders aussieht, allein schon durch den aktuellen Veranstaltungsaufdruck. Den nächsten Stift gibt es am Freitag und Sonnabend, 29. und 30. April, im Hotel zur Riede in Delmenhorst. Dann geht bereits das 44. Treffen dieser Art über die Bühne. Mit Meyer und zehn seiner Kartons mit doppelten Kugelschreibern.

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