Bebauung Thema im Ausschuss

Planung für den Brinkumer Bahnhof in Stuhr: Im Café von Release auf die Straßenbahnlinie 8 warten

Ein Bahnhofsschild ist an einem Gebäude angebracht
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Beim Verein Release, der im alten Bahnhofsgebäude untergebracht ist, können die Bahnreisenden später mal auf einen Kaffee einkehren.

Auf den Bebauungsplan „Bahnhof Stuhr“ folgt der Bebauungsplan „Bahnhof Brinkum“: Nach und nach schafft die Gemeinde die Voraussetzungen für den späteren Betrieb der Straßenbahn. Die Festsetzung als Mischgebiet soll die Entwicklungsmöglichkeiten in dem Bereich offen gestalten.

Brinkum – Die Gemeinde Stuhr bastelt weiter an ihrem Teil der Infrastruktur für den Betrieb der Linie 8. Wenn am Donnerstag, 15. April, die Politiker des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt zusammenkommen, dann geht es unter anderem um den Bebauungsplan „Bahnhof Brinkum“. Dafür möchte das Gremium den Aufstellungsbeschluss fassen.

Ziel der kommunalen Planung ist es, im südlichen Teil, zwischen dem Gleiskörper und der Straße Am Bahnhof, Flächen für Bike & Ride, Parkplätze und eine Elektroladestation zu sichern. So zumindest ist es im Vorentwurf eingezeichnet. Für die Bahnanlagen selbst und eine weitere Bike&Ride-Möglichkeit an der Bahnhofstraße ist die Weserbahn zuständig.

Mit Mischgebiet „in verschiedene Richtungen denken“

Bei der knapp 14 400 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Bahnhof- und der Feldstraße handelt es sich um einen zurzeit unbeplanten Innenbereich. Nach Auskunft von Stadtplaner Christian Strauß beseitigt die Gemeinde mit ihrer Planung also zunächst mal Unsicherheiten bezüglich der baulichen Nutzung. Gleichzeitig bleibt die Kommune flexibel. Mit der Ausweisung als Mischgebiet könne man „in verschiedene Richtungen denken, der Plan verfolgt kein konkretes Vorhaben“, sagt Strauß. Ob Gewerbe, Dienstleister, Versorger, Wohnbebauung, öffentlicher Personennahverkehr: „Wir wollen die Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft offen gestalten.“

Diese alte Gewerbehalle liegt ebenfalls im Geltungsbereich des B-Plans. Noch dient sie dem Baubetriebshof als Lager.

Spielraum sieht der Stadtplaner auch für die gemeindeeigenen Liegenschaften im Plangebiet. Dort befindet sich zum Beispiel das frühere Bahnhofsgebäude, in dem das Netzwerk psychosozialer Hilfen, Release, untergebracht ist. „Da wäre ein Anbau möglich. Aber das ist Zukunftsmusik.“ Dies trifft auch auf die Nutzung einer größeren Gewerbehalle zu, die einst den Brinkumer Auto Club beherbergte und jetzt dem Bauhof als Lager dient.

Sehr wohl werde mit dem Plan aber die Möglichkeit des öffentlichen Parkens geschaffen, sagt Strauß – und damit eine wesentliche Voraussetzung für einen öffentlichen Personennahverkehr an dieser Stelle. Schon jetzt werden die Freiflächen südlich der Lagerhalle als Parkplatz genutzt, wovon auch künftig der benachbarte Geschosswohnungsbau, das Gewerbe an der Bahnhofstraße und die Schule an der Feldstraße profitieren sollen. „Niemand kann zu diesem Zeitpunkt sagen, wie viele Stellplätze auf den ÖPNV entfallen werden“, sagt Strauß.

Verein Release freut sich auf die Linie 8

Die Parkmöglichkeiten zwischen dem vorhandenen Baumbestand sollen ebenfalls erhalten bleiben, weil Patienten der angrenzenden Arztpraxis dort ihre Fahrzeuge abstellen. Damit sich daran nichts ändert, kann es im Bebauungsplan so festgeschrieben werden.

Die Parkplätze an der Straße Am Bahnhof sind auch künftig für Wohnen, Gewerbe und Schule gedacht – aber auch für Nutzer der Linie 8.

Der Verein Release freut sich bereits auf den Tag, an dem die Linie 8 an seiner nostalgischen Unterkunft vorbeirollt. „Das ist gut für Brinkum und für unsere Klienten. Vor allem für die, die zur MPU kommen (medizinisch-psychologische Untersuchung zur Beurteilung der Fahreignung, die Red.)“, sagt die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Ilona Drescher. Die Straßenbahn sei eine zusätzliche Möglichkeit, Release zu erreichen. „Je schneller sie kommt, desto besser.“ Wer auf die Bahn warte, bekomme im Begegnungscafé ein Getränk. „Das Café ist für alle da“, betont Drescher. Laut Vorlage hatte der Rat der Gemeinde Stuhr bereits im Jahr 2003 einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Das Bauleitplanverfahren wurde allerdings nicht weitergeführt. Da sich die heutigen Planungsabsichten für das Gelände von den früheren unterscheiden, muss ein neuer Aufstellungsbeschluss her.

Darüber hinaus bietet das Baugesetzbuch inzwischen die Möglichkeit, „den Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren als Maßnahme der Innenentwicklung“ zu behandeln, wie es in der Vorlage weiter heißt. Auch das setzt eine erneute Aufstellung voraus. Die Bedingungen für ein solches Vorgehen – unter anderem eine Grundfläche, die nicht größer als 20 000 Quadratmeter ist – sind laut Gemeinde erfüllt. Schlussendlich dient der Bebauungsplan auch dem Erhalt der Bäume auf diesem Grundstück.

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