Nur 39 Freiwillige kommen

Wenig Resonanz auf erste Blutspende an der Moschee

Bei der Blutspendeaktion an der Moschee in Brinkum stehen immer Mitglieder der Gemeinschaft bereit, um Fragen der Besucher zu beantworten. - Foto: Husmann

Brinkum - Von Julia Kreykenbohm. Mehrere große Zelte stehen auf dem Gelände der Nasir-Moschee in Brinkum. In einem haben sich sechs Besucher auf Liegen ausgestreckt. Einige haben bereits eine Nadel im Arm. Andere, so wie Matthias Frese aus Brinkum, warten noch, bis die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu ihnen kommen, um Blut abzuzapfen.

„Das ist meine 53. Spende“, erklärt Frese. Für ihn steht dabei der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund. Dass die Aktion an einer Moschee organisiert wird, ist für ihn nicht wichtig. „Ich bin für alles offen und es gefällt mir gut hier.“

Auch ein paar Schritte weiter, im Catering-Zelt, fallen nur lobende Worte. „Alles ist gut organisiert“, sagen Uwe Ströhemann, Britta Eidens (beide Brinkum) und Evelyn Beyer-Peters aus Weyhe, die sich den Reisauflauf mit Joghurt-Dressing schmecken lassen. „Außerdem ist es schön, dass solch eine Aktion mal draußen an der frischen Luft stattfindet.“ Sie sind sowohl wegen der Blutspende als auch wegen der Begegnungsmöglichkeit gekommen. „Ich finde es gut, dass die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinschaft sich auf diese Weise am gesellschaftlichen Leben beteiligen will“, sagt Ströhemann.

„Ich bin begeistert von der Aktion“

Nach dem Essen steht Beyer-Peters auf, um sich noch die Moschee anzuschauen. „Darf man da alleine rein oder würden Sie mich führen?“, spricht sie einen der jungen Männer der Gemeinde an, die überall auf dem Gelände anzutreffen sind, immer bereit, Fragen zu beantworten oder den Besuchern den Weg zu weisen. „Ich kann Sie gern führen, Sie müssen nur vorher die Schuhe ausziehen.“

Etwa 30 Mitglieder der Gemeinschaft heißen die Gäste willkommen, helfen beim Auf- und Abbau oder bereiten das Essen zu. Einer von ihnen ist Altaf Bhatti, der für den interreligiösen Dialog zuständig ist.

Er ist in ein Gespräch mit Alfred Winkler und Gisela Brachmann vertieft. Beide kommen vom Roten Kreuz, wollen sich umschauen und informieren. „Vielleicht kann man ja auch mal zusammenarbeiten“, überlegt Brachmann. „Ich bin jedenfalls begeistert von der Aktion. Die Gastgeber sind sehr freundlich und suchen auch das Gespräch.“

Das freut Bhatti. „Bisher sind wir zufrieden mit der Resonanz.“ Die Blutspende ist eine von vielen Aktionen, die die Gemeinschaft organisiert. Sie alle laufen unter dem Motto: „Der Menschheit dienen“. Zu ihnen gehören auch ein Wohltätigkeitslauf im Oktober und Besuche in Altenheimen. Durch sie wollen sie die friedliche Botschaft des Islam vermitteln und ein Zeichen gegen Hass und Terrorismus setzen.

Spender werden dringend gesucht

Für das DRK, das an diesem Tag mit sechs Mitarbeitern vor Ort ist, war die Anfrage der Gemeinde ein großer Glücksfall. „Wir brauchen dringend Spender“, betont Gebietsreferent Frank Wendel.

„Auf 100 Einwohner kommen in Bremen 2,5 Spender. In Niedersachsen sind es vier.“ Warum nur so wenige, will Imam Syed Salman Shah wissen. „Viele haben wohl keinen Kontakt zur Blutspende“, glaubt Wendel.

An diesem Tag ist es nicht anders. Am Ende haben sich nur 39 Freiwillige eingefunden. „Das ist sehr schade“, bedauert Wendel, „aber es lässt sich leider nicht ändern.“

Mujib Ata, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, sieht das nicht so negativ. „Es war eine gelungene Veranstaltung. Wir haben von vielen Besuchern positive Rückmeldungen bekommen. Das motiviert uns sehr.“ Und deswegen haben das DRK und die Ahmadiyya-Gemeinschaft schon einen Beschluss gefasst. „Wir wollen die Aktion nächstes Jahr auf jeden Fall wiederholen und diese vorher ordentlich bewerben“, so Wendel.

Als die Pressevertreterin fragt, wie er geschrieben wird, deutet er auf sein Namensschild. Mujib Ata wendet sich an den Imam: „Solche Schilder brauchen wir beim nächsten Mal auch. Sie machen es den Menschen leichter, mit uns in Kontakt zu treten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Taifun "Hato": Zahl der Opfer steigt auf neun

Taifun "Hato": Zahl der Opfer steigt auf neun

Vorsicht: In diesen Ländern sind die gefährlichsten Straßen

Vorsicht: In diesen Ländern sind die gefährlichsten Straßen

Von diesen zehn Dingen haben Sie viel zu viel

Von diesen zehn Dingen haben Sie viel zu viel

Spannung am Affenfelsen: Gibraltars Tourismus und der Brexit

Spannung am Affenfelsen: Gibraltars Tourismus und der Brexit

Meistgelesene Artikel

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Rettungshubschrauber im Einsatz: Radfahrer von Auto erfasst

Rettungshubschrauber im Einsatz: Radfahrer von Auto erfasst

NDR berichtet live über Ballonfahrer

NDR berichtet live über Ballonfahrer

Steinkamp nach Unterspülung gesperrt

Steinkamp nach Unterspülung gesperrt

Kommentare