Neustart am 1. November

Nach Insolvenz: Waßmann bleibt Waßmann

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Insolvenzverwalter Berend Böhme (l.) und Geschäftsführer Thorsten Waßmann freuen sich über die Rettung. Das Familienunternehmen bleibt mit demselben Namen erhalten.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Auf dem Hof der Firma Waßmann sind die Mitarbeiter am Freitagmittag guter Dinge. Nicht etwa weil das Wochenende vor der Tür steht. Soeben haben sie während einer Betriebsversammlung erfahren, dass es weitergeht mit „ihrer“ Firma. Zum 1. November übergibt der Bremer Insolvenzverwalter Berend Böhme den Betrieb an das Nachfolgeunternehmen. Es heißt „Waßmann Wärme Wasser GmbH“ und steht unter Leitung von Thorsten Waßmann.

Selber Name, selber Standort, derselbe Mitarbeiterstamm – Kontinuität für die Kunden ist das Stichwort für „Waßmann 2.0“, wie Böhme die neue Firma nennt. Gleichwohl gebe es kein „Weiter so“. Die Überführung geht mit einem neuen Konzept und einer personellen Verschlankung einher. „Effizienter arbeiten“ nennt Waßmann das.

„Wir werden uns mit der künftigen Firma reinweg auf Renovierung, Sanierung, Wartung und Instandhaltung von haustechnischen Anlagen im Wohnungsbestand konzentrieren“, erklärt Waßmann. Aufträge für Neubauten erteilt er ebenso eine Absage wie Großprojekten. Mit einem solchen hatte sich die Firma finanziell verhoben und große Verluste eingefahren, der Weg in die Insolvenz war unausweichlich geworden (wir berichteten). „Wir wollen als kompetenter Problemlöser zur Verfügung stehen, wenn es um eine Badezimmerrenovierung oder die Erneuerung einer Heizungsanlage geht.“

Darüber hinaus beschreitet die Firma den neuen Weg ohne zwei Verwaltungsmitarbeiter und zwei langjährige Fachkräfte. Deren Entlassung nennt Waßmann als einen Grund, warum die Entwicklung nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sei. Er sei mit den Männern aufgewachsen. Die Facharbeiter hätten aber Aussicht auf eine anderweitige Anstellung. „Es hat kein böses Blut gegeben“, versichert Böhme. Dem Unternehmen gehören jetzt 16 Mitarbeiter an, darunter vier Auszubildende. „Wir haben die Auszubildenden-Verhältnisse komplett übernommen“, sagt Waßmann. Das neue Konzept hat er mit einem Unternehmensberater ausgearbeitet – nach sorgfältiger Analyse des vorangegangenen Scheiterns.

Insolvenzverwalter Böhme hatte den Betrieb am 17. Juli übernommen. Schon damals hatte er ausdrücklich betont, dass die Insolvenz nicht auf schlechte Arbeit zurückzuführen sei. So sahen es am Ende auch die langjährigen Kunden. Laut Böhme hat es in den zurückliegenden dreieinhalb Monaten weder einen Kundenschwund noch einen Umsatzrückgang gegeben. Dies habe Waßmann in seinem Engagement für eine Auffanglösung bestärkt. Er habe eine „sehr positive Energie seitens der Kundschaft verspürt“, sagt der alte und neue Chef.

In einer Betriebsversammlung ohne Geschäftsführer Waßmann hatte Böhme den Rückhalt der Mitarbeiter vernommen. Sie hätten ihm signalisiert, dass sie an „Waßmann 2.0“ glauben. „Das ist nicht selbstverständlich. Sie hätten auch zu einem Wettbewerber gehen können“, sagt der Insolvenzverwalter, der die Mitarbeiter als „höchstes Gut“ bezeichnet. Bei Waßmann würden sie sich durch eine hohe Betriebstreue auszeichnen. „Hätten sie die Gefolgschaft versagt, wäre es nicht weitergegangen.“ Hinzu komme, dass auch die Lieferanten nicht abgesprungen seien.

Zum Schluss habe auch die Versammlung der Gläubiger am 19. Oktober ihr Okay gegeben, sagt Böhme. Mit welcher Quote sie letztlich befriedigt werden, stehe noch nicht fest.

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