KGS Stuhr-Brinkum

Neuer Schulleiter will Digitalisierungs-Schwung mitnehmen

Mirko Truscelli deutet auf den Haupteingang der KGS Stuhr-Brinkum
+
Mirko Truscelli an seinem ersten Arbeitstag als Direktor der Gesamtschule in Brinkum.

In der KGS Stuhr-Brinkum hat sich Montag Mirko Truscelli als neuer Schulleiter vorgestellt. Aus der Corona-Krise möchte er einen Impuls mitnehmen.

Brinkum – Während die Abschluss-Jahrgänge bereits ihr Zeugnis in den Händen halten, müssen sich die restlichen Schüler noch gut zwei Wochen bis zu den Sommerferien gedulden. Kurz vor Schuljahres-Ende haben die rund 1 450 Schüler sowie 116 Lehrkräfte der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Stuhr-Brinkum einen neuen Schulleiter: Mirko Truscelli hat sozusagen kurz vor Ende der laufenden Saison gewechselt.

Am Montag wurde Truscelli als neuer Gesamtschul-Direktor in Brinkum vor- und eingestellt. Der 5. Juli sei ein „ungewöhnlicher Termin“, betonte Schuldezernent Michael Loske, aus dessen Händen Truscelli seinen neuen Vertrag bekam. Normal sei ein Wechsel zum neuen Schuljahr. Aber die Frage, „Warum eigentlich nicht?“, habe in der Schulbehörde niemand abschlägig beantworten können.

Der Neue war vorher Schulleiter in Celle

Der Tatendrang ist Truscelli (48), kahl geschorener Kopf, helles Sakko, an seinem ersten Arbeitstag anzumerken. Er wollte noch die Entlassung der Abiturienten an seiner vorherigen Schule abwarten. Neuneinhalb Jahre war er am Hermann-Billung-Gymnasium in Celle tätig, ebenfalls als Schulleiter.

Seine alte Wirkungsstätte ist mit 1 150 Schülern etwas kleiner als die neue. Zum Wechsel von einem Gymnasium an eine Gesamtschule sagte er: „Schulform ist per se nicht entscheidend.“ In seiner Antrittsrede betonte er: „Ich freue mich, hier sein zu dürfen.“ Und: „Ich möchte gern Teil dieser Gemeinschaft sein.“

Stephan Korte: Hohe Qualitätsanforderungen erfüllt

Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte sagte bei der Begrüßungsfeier: „Wir haben unverändert hohe Qualitätsanforderungen“ – und die habe der Neue „voll und ganz erfüllt“. Korte stellte außerdem fest, dass ein neuer Schulleiter den Stil eines Hauses verändern könne. Und Truscelli habe „in Celle einen bleibenden Eindruck hinterlassen“. Bald auch in Stuhr-Brinkum? Einen Einblick in seinen Stil gibt Truscelli in seiner Antrittsrede. „Wir wollen noch besser werden“, sagte er. Damit meint er offenbar nicht allein die Vermittlung von Lerninhalten. Vielmehr: „Die Schüler sollen sich wohlfühlen, sie sollen gerne herkommen.“

Die Pandemie hat besonders das Schulleben der vergangenen eineinhalb Jahre geprägt. Auf die innerhalb weniger Tage wechselnden Pläne, die verschiedenen Lern-Szenarios, hatte etwa Schuldezernent Loske verwiesen. Bürgermeister Korte hatte davon gesprochen, „die Nase voll“ von den durch Corona aufgezwungenen Regeln zu haben.

Truscellis Wunsch: Digitalisierungs-Schwung mitnehmen

Beim anschließenden Gespräch sagte Truscelli, der Beginn der Corona-Pandemie sei noch ein Sprung ins kalte Wasser gewesen. Inzwischen habe man eine gewisse Übung.

Und er betonte: „Mir ist wichtig, dass wir den Schwung bei der Digitalisierung aus der Corona-Zeit nicht verlieren.“ Erste Gespräche mit der Gemeinde seien gut gelaufen. Seiner Beobachtung nach habe Bereitschaft, digital zu arbeiten, wenig mit dem Alter der Lehrer zu tun. Er wolle Digitalisierung aber nicht von außen aufzwingen.

Von Bremen nach Niedersachsen

Um den Wechsel ins Bremer Umland hatte Truscelli sich aktiv bemüht, erzählte er. Als gebürtiger Niedersachse ist er in Bremen aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat dort studiert, Sport und Politik auf Lehramt. Zunächst hat er in der Hansestadt gesucht, ist aber über ein Referendariat im emsländischen Lingen zum niedersächsischen Schulsystem gekommen. Nach einer Zwischenstation am Gymnasium Munster folgte seine Zeit am Celler Gymnasium.

Da Truscelli auch während seiner Celler Zeit Munster als Wohnort treu geblieben war, hatte er bis zuletzt einen Arbeitsweg von etwa 50 Minuten. Aber nicht nur die kürzere Anfahrt ist der Grund dafür, dass er nun nach Bremen-Osterholz gezogen ist. Der neue Schulleiter berief sich auf den Musiker Olli Schulz, der einmal gesagt haben soll: „Nach Bremen kommt man aus Versehen“ – aber dann verliebe man sich in die Stadt. An Brinkum gefällt ihm, dass es die Nähe zur Großstadt mit dem typisch Ländlichen verbinde: „Man kennt sich, es ist nicht ganz so anonym.“

Als Neustädter sei er stets der südlichen Seite des Umlands zugeneigt gewesen. „Unsere ersten Vespa-Ausflüge haben wir nach Syke gemacht“, erinnert sich Truscelli an seine Zeit als Rollerfahrer. Seinen italienischen Nachnamen, erzählt der Vater zweier Kinder, hat er aus seiner geschiedenen Ehe mitgenommen. Inzwischen lebt er mit neuer Partnerin und deren Kind zusammen, „als Patchwork-Familie“. Und die Aussprache? Mit weichem C in der Mitte: „Truschelli“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit
Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab
Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft

Hof Kastens: Stuhrer Paar zeichnet düsteres Bild von der Landwirtschaft
Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Sulingen soll kein „weißer Fleck“ bleiben bei der Bahnanbindung

Kommentare