Neue Arbeitsgruppe der SPD

Infrastruktur für Radfahrer: Bremen hell, Weyhe hell, Stuhr dunkel

Mit Zollstock und kleiner Schaufel unterwegs: (v.l.) Gerd Harthus, Dennis True, Wilhelm Meerkamp, Arno Büchel und der ehemalige Gemeindedirektor Hermann Rendigs auf einem Radweg an der Straße Zur Malsch.
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Mit Zollstock und kleiner Schaufel unterwegs: (v.l.) Gerd Harthus, Dennis True, Wilhelm Meerkamp, Arno Büchel und der ehemalige Gemeindedirektor Hermann Rendigs auf einem Radweg an der Straße Zur Malsch.

Stuhr – Jetzt also auch die SPD: Im Bemühen um eine Verbesserung der Situation für Radfahrer möchten die Sozialdemokraten nicht hintenanstehen und haben eine Arbeitsgruppe Radverkehr gegründet. Initiatoren waren die Mitglieder Gerd Harthus und Wilhelm Meerkamp. Zuletzt hatte die FDP ihrem Ortsverband diese Priorität verordnet, während sich die Christdemokraten per Antrag für einen Rad- und Fußweg entlang der Bundesstraße 51 eingesetzt hatten.

Nach und nach wollen die Sozialdemokraten die Stuhrer Ortsteile abradeln, um den Ist-Zustand der Infrastruktur zu dokumentieren. Nach Auskunft von Arno Büchel geht es dabei auch um die Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer und Fußgänger mit Rollatoren. „Wir würden uns auch wünschen, dass wir Input von den Bewohnern bekommen“, sagt Harthus.

In Varrel und Moordeich war die Gruppe auf ihrer ersten Tour unterwegs, in Seckenhausen auf der zweiten. Heiligenrode hat sie sich am Montag vorgenommen. Überall treffen die Mitglieder auf ähnliche Mängel. Mal sind es Aufwerfungen durch Baumwurzeln, etwa an der Blockener Straße auf dem letzten Stück zur B 322; mal ist es der Bewuchs, der in den Weg hineinragt und den Platz verknappt. Nicht selten waren die Radwege laut Meerkamp von vornherein zu eng angelegt. Er nennt die Beispiele Varreler Landstraße und Stuhrbaum, wo sich schwächere Verkehrsteilnehmer eigentlich nicht begegnen könnten. Die Folge: Radfahrer würden erst gar nicht diese Wege benutzen, sondern die Straße bevorzugen. Das sei eine gefährliche Angelegenheit. Klar ist: An Kreis-, Landes- und Bundesstraßen kann die Gemeinde nicht alleine tätig werden. Der SPD-Vorsitzende Dennis True spricht von einem „Strauß an Zuständigkeiten“.

Laut Meerkamp geht es auch gar nicht um schnelle Ergebnisse, vielleicht erst mal um Lösungen „im Kleinen. Das ist ein ganz dickes Brett, das wir bohren müssen. Der öffentliche Raum ist begrenzt, aber alles ist auf den Autoverkehr ausgerichtet.“ Hier müsse ein Umdenken einsetzen. „Wir machen daraus keine wissenschaftliche Arbeit und zählen jede Verwerfung auf, sondern arbeiten exemplarisch“, sagt Meerkamp.

„Wir wollen ein Konzept erarbeiten für die Zukunft des Radverkehrs in der Gemeinde Stuhr“, fügt True hinzu. Es gehe auch um die Streckenführung und die Beleuchtung. Letztere sei in Stuhr ein Ärgernis, findet Meerkamp. Wenn er mit dem Rad aus Nachbarkommunen komme, falle ihm das besonders auf. „Bremen hell, Weyhe hell, Stuhr dunkel.“

Bis wann die SPD ihre Bestandsaufnahme abschließen möchte, steht laut True nicht fest. Wohl aber, dass sie im Rat in eine Prioritätenliste münden soll. Dass die FDP bereits mit demselben Eifer in dieser Sache unterwegs ist, findet er nicht tragisch. „Die Ergebnisse können sich durchaus ergänzen.“

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