Empfehlungen in der Corona-Krise / Isu organisiert audiovisuelle Online-Sendung

„Bonität der Kunden im Auge behalten“

Empfehlungen für kleinere und mittlere Unternehmen in der Corona-Krise geben Bastian und Volker Lengenfelder (r.) von der gleichnamigen Unternehmensberatung während eines Webinars. Foto: Jysch

Stuhr - Von Rainer Jysch. Zu einem Online-Vortrag mit Volker und Bastian Lengenfelder, Unternehmensberater aus Stuhr, hatte die Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu) ihre Mitglieder für Donnerstag eingeladen. Das Thema: „Empfehlungen für klein- und mittelständische Unternehmen während der Corona-Krise“.

Die in Form eines Webinars (Web-Seminars) organisierte Veranstaltung verfolgten die virtuellen Besucher ortsunabhängig über das Internet. Fragen oder Kommentare konnten die Teilnehmer in einer Chat-Zeile hinterlassen. Als Moderatoren fungierten der erste Isu-Vorsitzende Volker Twachtmann und sein Stellvertreter Hennig Sittauer. Die beiden meldeten sich aus dem Oldenburger Büro von Lengenfelders Sohn Bastian.

Mit Blick auf die Corona-Krise fügte Volker Lengenfelder an: „Eine solche Situation hatten wir noch nicht. Und wir müssen uns alle bemühen zu lernen, damit umzugehen.“ Im Berufsalltag seien er und sein Sohn in jüngster Zeit mit Fragen konfrontiert worden, auf die auch sie nicht sofort eine Antwort gehabt hätten. „Das ist auch für uns eine ganz spannende Geschichte.“

Mit seiner Einleitung brachte Volker Lengenfelder die beherrschenden Themen der Vor-Coronazeit in Erinnerung. Trumps Amerika-First-Strategie, die Niedrigzinspolitik der Notenbanken, das Brexit-Thema, die Klimakatastrophe, den Dieselskandal, die schleppende Digitalisierung in Deutschland und anderes zählte er als Beispiele auf. „Die Zusammenfassung dieser Themen und die Folge daraus ist die immer größer werdende Gefahr einer Rezession“, berichtete Lengenfelder senior. „Und jetzt kommt Corona, seit Mitte März 2020.“

Die behördlich angeordnete Schließung von Geschäften, der Gastronomie, von Hotels, Messen, Museen sowie die Beeinträchtigungen bei vielen anderen Branchen hätten zu massiven Umsatzeinbußen geführt. „Die Corona-Folgen haben wie ein Turbo auf die Rezessions-Gefahr gewirkt“, analysierte Lengenfelder. Die Politik reagiere auf den gesamten Lockdown „mit Geldmitteln, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie da gewesen ist“.

Bastian Lengenfelder verwies in seinen Ausführungen auf die Möglichkeiten von Zuschüssen und nannte Finanzierungsquellen.

„Die Hürden sind nicht so hoch, wie es zunächst klingt.“ Auch auf die Chancen und Risiken, die die momentane Situation biete, ging er detailliert ein. Wichtig sei es, die Buchhaltung á jour zu haben. „Es gibt keine Zuschüsse, keine Darlehen, wenn der Antragsteller vor Corona schon wirtschaftliche Probleme hatte“, stellte er klar. „Zuschüsse stehen nur denen zu, die wirklich in coronabedingten Liquiditäts- und Existenzschwierigkeiten sind.“ Rettungsschirme für bestimmte Branchen könne man von den Innungen oder den Verbänden erfahren.

Zehn Millionen Menschen befinden sich nach den Worten von Bastian Lengenfelder in Kurzarbeit. „Was passiert, wenn ein großer Teil davon aufgrund von Insolvenzen in die Arbeitslosigkeit rutscht?“, fragte er und riet dazu, sich informiert zu halten.

Großen Wert sollten die Unternehmen auf die eigene Finanz- und Liquiditätsplanung legen, um im Bedarfsfall rechtzeitig gegensteuern zu können. Auch die Bonität von Kunden und Lieferanten sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Bastian Lengenfelder ging auf verschiedene Förderprogramme und deren Antragsfristen für Darlehen ein und empfahl einen engen Kontakt zu den Steuerberatern und zum Firmenkundenbetreuer der Hausbank. Auch Finanzierungsvarianten und liquiditätssichernde Stundungsmaßnahmen ließ er in seinem umfassenden Referat nicht aus.

„Wir dürfen nicht in Schockstarre verfallen“, sagte Volker Langenfelder abschließend. Man müsse eine Krise auch als Chance für etwas Neues wahrnehmen, zitierte er aus seinem Beratungsalltag: „Alles gehört auf den Prüfstand: Gibt es bessere Möglichkeiten – im Detail und im großen Ganzen?“

Den vollständigen Vortrag will die Isu noch als zehnseitigen Leitfaden im PDF-Format auf ihrer Internetseite (www.isu-stuhr.de) zum Herunterladen zur Verfügung stellen.

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