Die schottische Band „Old Blind Dogs“ begeistert im Rathaus Stuhr

Blutrünstige Texte mit keltischer Tradition

Die „Old Blind Dogs“ bei ihrem Konzert im Stuhrer Rathaus. Von links: Ali Hutton, Jonny Hardie, Aaron Jones und Donald Hay. Foto: Rainer JYsch

Stuhr - Von Rainer Jysch. Die Anhänger keltischer Musik kamen am Donnerstagabend im Stuhrer Rathaus voll auf ihre Kosten. Die vierköpfige Band „Old Blind Dogs“ machte auf ihrer noch bis Mitte November laufenden Tour durch Teile Dänemarks und deutsche Landstriche einen Abstecher nach Stuhr. Begeisterung zeigte sich bei den Zuhörern im voll besetzten Ratssaal angesichts des fabelhaft vorgetragenen Folk-Rocks. Viele Besucher im Publikum outeten sich als Freunde der Highlands, schottischer Kultur und Kenner schottischen Whiskys.

Die auch mit dem irischen Folk verwandte Musikrichtung basiert auf einer langen Tradition, wobei Dudelsack, Flöte, Gitarre und Geige die tragenden Instrumente sind. Bei den „Old Blind Dogs“ gesellt sich ein fast dominierendes Schlagwerk mit Drummer Donald Hay dazu und verleiht der Musik der 1992 in Schottland gegründeten Band eine besondere Note.

Viele der Stücke stammen von der letzten, 2017 veröffentlichten CD „Room with a view“ (Zimmer mit Ausblick). „Wir haben aktuell ein neues Album in Arbeit, das voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres herauskommt“, verriet Bandmitglied Aaron Jones. Die Lieder mit keltischem Ursprung haben häufig einen traurigen, brutalen Hintergrund, basieren auf wahren Begebenheiten und der wechselvollen Geschichte des Landes. „Wenn im Text nur ein Toter vorkommt, ist es ein lustiges Lied“, scherzte Jones, der ganz im Südwesten Schottlands zuhause ist und dessen Vorfahren aus Irland in den Norden Großbritanniens eingewandert waren. Die übrigen Bandmitglieder stammen aus Glasgow, Aberdeen und Edinburgh.

Harmoniegesang aller Bandmitglieder sowie hervorragende Instrumentenbeherrschung machten das besondere Konzerterlebnis mit den „Old Blind Dogs“ aus. Ali Hutton spielte den schottischen Dudelsack oder eine Tin-Whistle, während Band-Mitgründer Jonny Hardie sich dem Geigenspiel gewidmet hat und damit seine Virtuosität unter Beweis stellte. Jones spielte ausgezeichnet neben Gitarre das seltene und alte Instrument Cister (engl. Cittern), ein zehnsaitiges Zupfinstrument, dessen Klang zwischen Mandoline und zwölfsaitiger Gitarre angesiedelt ist. Donald Hay erwies sich als Meisterdrummer.

Die vielbeschäftigte Band ist auch regelmäßig in den USA unterwegs. „Im Frühjahr und Herbst sind wir häufig für einige Monate in den USA auf Tour“, so Aaron Jones. „Der Name der Band stammt übrigens aus einer Zeile eines alten amerikanischen Liedes. Zu Beginn hatte die Band häufig solche Stücke bei ihren Pub-Auftritten gespielt.“

„Wir lieben, was wir machen. Die Möglichkeit, unsere Kultur und unsere Musik im Ausland zu präsentieren, ist eine große Ehre für uns“, sagte Jones überzeugend. „Die Schotten sind stolze Europäer und wir möchten gerne in der EU bleiben“, machte er im Gespräch am Rande des Konzertes einen kleinen Abstecher in die große Politik. „Wir haben gegen den Brexit gestimmt.“

Mitsingen, rhythmisches Klatschen und heftiger Beifall seitens der Zuhörer verwandelte das Konzert der „Old Blind Dogs“ in ein gelungenes Publikumserlebnis. Mit stehendem Applaus erklatschten sich die Besucher noch drei Zugaben, bevor sie die Künstler nach gut zweistündigem Musikgenuss in den Abend entließen.

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