Erweiterung der Zimmervermietung

Für Monteure und Pendler: Daniela Ahlden will Motel eröffnen

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Mit der Vermietung von Monteurzimmern hat die Bürstelerin Daniela Ahlden auf das richtige Pferd gesetzt.

Der Fachkräftemangel treibt die Monteure in die Region, und davon profitieren private Zimmervermieter. Zum Beispiel Daniela Ahlden, die in einem Bauernhaus an der Hauptstraße 131-133 in Seckenhausen Monteur- und Businesszimmer anbietet. Das Geschäft läuft so gut, dass die 44-Jährige voraussichtlich Anfang kommenden Jahres auf dem Areal noch ein Motel eröffnet.

Seckenhausen - Ursprünglich hatten sie und ihr Mann das Grundstück gekauft, weil Manfred Ahlden nach fünfjähriger Pause wieder in das Edelmetallgeschäft einsteigen wollte. In Seckenhausen baute er die vorhandene Halle für seine Zwecke um. Das Unternehmen versteht sich auf Goldankauf, Edelmetallanlagen und -recycling.

In dem Bauernhaus richtete Daniela Ahlden ein Büro ein, um von dort aus die Geschäfte der Firma Ahlden Immobilien zu führen. Das Ehepaar besitzt unter anderem Objekte in Bremerhaven sowie Ferienhäuser in Schweden, Österreich und Kanada. Unzufrieden war die Geschäftsführerin damit, dass sie den Rest des Gebäudes nicht nutzte und im Winter trotzdem heizen musste. So entstand die Idee, „dass wir mal drei Zimmer umbauen und vermieten“. Eine gute Entscheidung, wie sich schnell herausstellen sollte. „Wir hatten sofort viele Anfragen von Leuten, die für drei, vier oder fünf Wochen eine Unterkunft suchten.“ Vor knapp einem Jahr ging es mit den ersten Vermietungen los, inzwischen sind in dem Bauernhaus 18 Gästezimmer eingerichtet.

Monteure aus Ukraine, Bulgarien, Polen und Slowakei

Das Angebot richtet sich an Monteure, Berufspendler und Personen, die sich auf Wohnungssuche befinden und übergangsweise ein Zimmer benötigen. Die Monteure würden aus der Ukraine, Bulgarien, Polen oder der Slowakei stammen und für ein paar Wochen durchgehend bei Stuhrer Firmen arbeiten, erzählt Daniela Ahlden. Andere kämen regelmäßig aus Düsseldorf oder dem Raum Hamburg und würden über das Wochenende wieder nach Hause fahren.

Die 44-Jährige kennt diese Situation aus eigner Erfahrung. Sie war früher im Außendienst tätig und musste selbst hin und wieder vor Ort übernachten. „Die Pauschale reicht oft nicht aus, um sich ein Hotelzimmer zu nehmen. Und eine Wohnung zu mieten, kommt für Monteure auch nicht infrage.“

Spartanische Einrichtung der Zimmer

Die Zimmer sind spartanisch eingerichtet, Frühstück gibt es nicht. Dafür kosten sie auch nur 25 Euro pro Nacht. Ihre Gäste bräuchten nicht viel, begründet Daniela Ahden. „Sie suchen etwas zum Schlafen. Wichtig ist ihnen ein Fernseher, W-Lan und Sauberkeit. Und die Bewertung unserer Reinigung war bislang immer top.“ Die Bewohner selbst würden ihre Unterkünfte sauber verlassen. Als ehemalige Betreiberin eines Drei-Sterne-Hotels in Hahnenklee bei Goslar wisse sie, dass dies nicht selbstverständlich sei.

Lediglich drei der 18 Zimmer verfügen über ein eigenes Bad. Ansonsten gibt es Gemeinschaftsduschen und -toiletten, einen Raum mit Waschmaschine und Trockner sowie eine Küche, die jeder nutzen kann. „Zum Essengehen reicht das Budget der Gäste nicht.“ Im Sommer könnten die Bewohner draußen grillen, wovon sie in diesem Jahr auch reichlich Gebrauch gemacht hätten.

Die Monteurzimmer sind nicht nur bei den Ahldens ein Erfolgsmodell. „Ich habe mit anderen Frauen gesprochen, die Zimmer anbieten. Sie sind alle ausgebucht.“ Von Konkurrenzdenken keine Spur: „Die Nachfrage wird immer größer. Wir empfehlen uns gegenseitig.“

Längst haben die in Bürstel lebenden Ahldens darauf reagiert und eine große Containeranlage gekauft, die sie auf dem Gelände zu einem Motel umbauen lassen. „Dann wird das Geschäft gewerblich. Bislang handelt es sich um private Vermietungen, da ich Leuten ermögliche, in meinem Haus zu wohnen.“

Viele Motel-Räume mit Bad ausgestattet

In dem Motel werden 22 der 29 Räume – davon zwei Doppelzimmer – mit Bad ausgestattet. „Das ist dann wie ein Hotelzimmer, nur günstiger“, sagt Daniela Ahlden. Mit Bad sollen die Unterkünfte 40 Euro, ohne 30 oder 35 Euro kosten. Die Gemeinschaftsküche darf nicht fehlen, denn Frühstück ist auch dort nicht vorgesehen. Vor allem für Durchreisende ideal: Der Check-in läuft über einen 24-Stunden-Automaten.

Den Container haben die Ahldens in Süddeutschland erstanden. „Das war mal eine Diabetespraxis und ist sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand.“ Mit dem Motel entsteht auch ein Parkplatz mit 60 Plätzen. Lastwagen dürfen dort nicht abgestellt werden. Doch laut Ahlden gibt es bereits Firmen, die für ihre Arbeiter einen Shuttle-Dienst eingerichtet haben.

Infos unter www.monteurzimmer-stuhr.de

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