Wasserleitung unterbrochen

Rohr mit Bauschaum verstopft: Biotop in Gefahr?

Probleme am Biotop in Heiligenrode – vor Ort (v.l.) Bernhard Helmerichs, Biotopbeauftragter des Nabu Stuhr, sowie Rainer Woiwode und Wilfried Cassens von den Fischereifreunden Kloster Heiligenrode.
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Probleme am Biotop in Heiligenrode – vor Ort (v.l.) Bernhard Helmerichs, Biotopbeauftragter des Nabu Stuhr, sowie Rainer Woiwode und Wilfried Cassens von den Fischereifreunden Kloster Heiligenrode.

Die Mitglieder der Fischereifreunde Kloster Heiligenrode schlagen Alarm. Der Wasserdurchlauf vom Klosterbach zu einem benachbarten Gemeinde-Biotop wird immer wieder unterbrochen. „Das passiert nicht von alleine, da war jemand dran“, sind sich die Fischereifreunde sicher.

Heiligenrode – „Wer macht denn so etwas?“, wundern sich die 14 Mitglieder der Fischereifreunde Kloster Heiligenrode. Seit ein paar Monaten wird der künstlich angelegte Wasserdurchlauf vom Klosterbach zu einem benachbarten, etwas tiefer gelegenen Gemeinde-Biotop immer wieder unterbrochen. „Das passiert nicht von alleine, da war jemand dran“, sind sich Rainer Woiwode und Wilfried Cassens von den Fischereifreunden sicher.

Jetzt haben sie dem Biotop-Beauftragten vom Nabu-Stuhr, Bernhard Helmerichs, vor Ort gezeigt, was ihnen Sorgen bereitet.

Hechte, Barsche, Meerforellen, Aale, Neunaugen, Weißfische und Karpfen tummeln sich nach Angaben der Fischereifreunde im Klosterbach, der von ihnen vom Dreimädelhaus in Kirchseelte bis nach Tölkenbrück in Stuhr-Varrel befischt werden darf.

Rohrverbindung vor zwei Jahren das erste Mal dicht

Die Anglergruppe hatte vor rund 20 Jahren das Rohr mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern unter der Grasnarbe verlegt, damit das Biotop vom Klosterbach aus mit Wasser versorgt werden kann. „Am anderen Ende des Tümpels gibt es einen Abfluss, der überschüssiges Wasser in einen Graben entlang der Straße Zur Malsch entlässt“, erzählt Wilfried Cassens. Das Wasser landet in einem Peske genannten Wasserlauf, der durch die Klosterwiesen führt und sich schließlich wieder in den Klosterbach ergießt.

Vor zwei Jahren sei die unterirdische Rohrverbindung zum ersten Mal verschlossen worden, damals sogar mit Bauschaum. Kaum hatten die Angler den Durchlauf mühsam geöffnet, war er auch schon wieder dicht. Aktuell war der Wasserfluss mit Kies und größeren Steine versperrt worden. „Seit Donnerstag läuft es wieder“, so die beiden Angler, die erst vor zwei Tagen das Rohr freigelegt hatten.

„So kann das aber nicht weitergehen“, erzürnt sich Rainer Woiwode, der festgestellt hat, dass durch die Austrocknung des Biotops der Lebensraum für Amphibien und kleinere Fische verloren geht. „Bis auf eine Pfütze war hier alles trocken“, berichtet er und zeigt auf den mit Schilf und schiefen Bäumen umringten Tümpel in einer Größe von rund 50 mal 50 Metern. „Wenn das Biotop trocken wird, ziehen die Frösche ab.“ Auch die Brut von Weißfischen sei betroffen.

„Ich werde das Thema bei der Gemeinde ansprechen, um zu sondieren, was wir da machen können“, schlägt Bernhard Helmerichs vor. „Wir müssen mit den Grundeigentümern das Gespräch suchen und gemeinsam einen Lösungsweg finden“, sagt der Nabu-Experte. „Das Interesse des Nabus ist, dass die in der Gemeinde vorhandenen Biotope ordentlich behandelt werden.“

„Wir müssen sehen, wie wir das lösen“

Marc Plitzko, Umweltbeauftragter der Gemeinde, ist die Thematik bekannt. „Wir müssen sehen, wie wir das lösen“, will sich Plitzko nach Ansprache durch den Nabu für eine einvernehmliche Regelung einsetzen. Die könnte möglicherweise so aussehen, dass der künstliche Nachschub an Feuchtigkeit in Richtung Biotop ausschließlich im Sommer bei herrschender Trockenheit erfolgt. Erst im vergangenen Winter sei der Graben an der Straße Zur Malsch im Auftrag der Gemeinde ausgebaggert worden, damit der Abfluss aus dem Biotop gewährleistet ist.

„Mit Feuchtbiotopen, die ausschließlich durch Regenwasser gespeist werden, gibt es aufgrund der Trockenheit definitiv Probleme“, berichtet Marc Plitzko, „die sind in den letzten Jahren extrem ausgetrocknet.“ Man könne zwar einige Teiche ausbaggern, wenn eine Verbindung zum Grundwasser bestehe. Aber bei anderen Gewässern würde man den Biotop-Charakter verändern, was nicht gewollt sei.

Als Beispiele nennt er das Henkenmoor in Heiligenrode und zwei ökologisch bedeutsame Teiche in der Steller Heide. „Da kann man nicht viel machen“, sagt Plitzko. „Der Zustand der Feuchtbiotope ist ausschließlich von der Witterung abhängig; und in den letzten Jahren war es einfach zu trocken“, ergänzt er. „Man kann nur dankbar sein für jeden Tag, an dem es regnet.“

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