Zwischen Bassum und Fahrenhorst

Bildung soll von Recycling profitieren: Wertstoffinsel als Pilotprojekt für Stuhr

Recyclingcontainer auf einem Parkplatz.
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Zur kompletten Wertstoffinsel fehlt noch der Elektroschrott-Container der AWG. Gerne würde Kai-Uwe Jobst damit Geld für seine Initiative Stuhrkopf generieren.

Noch fehlt der Container für Elektroschrott von der AWG. Wenn der da ist, ist die Wertstoffinsel an der Bundesstraße 51 zwischen Bassum und Fahrenhorst komplett. Sollte sich das Pilotprojekt bewähren, könnte es ruhig mehrere dieser Inseln in Stuhr geben, findet der Fahrenhorster Kai-Uwe Jobst.

Stuhr – Wer in letzter Zeit zwischen Bassum und Fahrenhorst unterwegs war, wird ihn möglicherweise aus dem Augenwinkel bemerkt haben: den quietschgelben Container auf dem Parkplatz gegenüber der Tankstelle an der Bundesstraße 51, in dem die Bewohner ihre Altkleider loswerden können. Aufgestellt hat ihn der Fahrenhorster Kai-Uwe Jobst, dessen Firma sich der Entwicklung und Produktion von Recycling-Systemen verschrieben hat.

Zusammen mit einem bereits vorhandenen Altglascontainer der GAR und einem Behälter für Elektroschrott, den die AWG nach eigener Aussage in Kürze beisteuern wird, ist ein Pilotprojekt entstanden, das Jobst „Wertstoffinsel“ nennt. „Wir wollen das ein Jahr beobachten und dann bewerten, ob wir es auf weitere Standorte in Stuhr erweitern können“, sagt Jobst. Auch die AWG wird nach Auskunft von Sprecher Matthias Kühnling ein Auge drauf haben, wie der Behälter frequentiert und ob er auch zweckgetreu befüllt wird. Gerade auf Parkplätzen an Bundesstraßen registriere das Unternehmen einen Missbrauch von Containern.

Saubere Ware in sauberem Container

Die Idee eines Recycling-Standorts auf diesem Parkplatz ist so neu nicht. Nach Auskunft Jobsts hat zuletzt ein Altkleidercontainer dort gestanden, „eingewachsen“ in die ihn umgebende Landschaft. Dies sei der Sache eher abträglich. „Nur in einen sauberen Container wird auch saubere Ware entsorgt“, lautet die Theorie von Jobst. „Wir wollen den Bürgern zeigen, dass Wertstoffe kein Müll sind. Und wenn ihr die Plätze in einem ordentlichen Zustand belasst, ist allen geholfen.“

Deshalb hätten sich alle Teilnehmer dazu verpflichtet, die Wertstoffinsel sauber zu halten. Zu den Partnern zählt auch der Bremerhavener Textil-Recycler East-West, für die Jobst den Altkleider-Container aufgestellt hat. Im Gegenzug spendet das Unternehmen einen dreistelligen Betrag an Stuhrkopf – ein von Jobst gegründetes Wirtschaftsnetzwerk, das die frühkindliche Bildung in Stuhr fördern möchte. Möglich sei die Spende nur, weil der Eigentümer des Parkplatzes auf eine Pacht für das Aufstellen der Behälter verzichte, erklärt Jobst. Seine Rechnung ist einfach: Bei zehn privaten Standorten für Wertstoffinseln in Stuhr kämen einige tausend Euro für Stuhrkopf zusammen.

„Bildung hat auch etwas mit Nachhaltigkeit zu tun“, sagt Jobst. Er hat sich „Fördern und fordern für einen guten Schulstart“ auf seine Fahnen geschrieben und möchte etwas tun gegen den seiner Ansicht nach immer schlechter werdenden Bildungsstandard im Lande.

Kontakt zur Fahrenhorster Wald-Kita

Mit dem Geld würde die Initiative gerne das Programm der in Bremen ansässigen und bundesweit tätigen Stiftung Impuls in die örtlichen Kitas bringen. Es geht um die Vermittlung sogenannter Vorläuferfähigkeiten: das Führen eines Stiftes, das Nachziehen von Linien, das Verständnis von Zahlen und Mengen. Impuls stellt nicht nur das Material zur Verfügung, sondern schult auch die Erzieher im Umgang damit. Schließlich sitzen auch die Erziehungsberechtigten noch im Boot, da sie zu Hause Aufgaben mit ihren Kindern erledigen müssen.

So weit, so gut. Allerdings hat Stuhrkopf bereits einen Betrag von 3 000 Euro gesammelt, den die Initiative nicht so ohne Weiteres „los wird“. Klar ist: Jobst muss bei der Gemeinde Überzeugungsarbeit leisten, damit diese sich auf das Programm einlässt. Als „Türöffner“ soll deshalb die neue Waldkita in Fahrenhorst dienen, betrieben vom evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband Syke-Hoya.

Deren pädagogische Leiterin Birgit Greve bestätigt den Kontakt zu Jobst. „Wir haben ein Treffen für Januar vereinbart, weil die Einrichtung das zurzeit nicht anders ermöglichen kann. Ob das Konzept stimmig ist und für und infrage kommt, entscheiden wir dann.“

Von Andreas Hapke

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