Gemeinde fördert Blühstreifen

„Bienen in der Stadt geht es besser“

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Marc Plitzko (links) und Peter Wittfoth hoffen, dass die Gemeinde bald noch weitere Blühstreifen bekommt.

Stuhr - Peter Wittfoth sorgt sich. Die Veränderungen in der Natur geben auch Anlass dazu. „Man sieht immer weniger Bienen und Insekten. Das wiederum führt dazu, dass Vögel weniger Nahrung finden, wie man so liest.“ Doch der Hobby-Imker wollte nicht nur lesen und sich sorgen, sondern auch etwas tun.

Und zwar, indem er Bienen und Insekten wieder einen gedeckten Tisch und einen Rückzugsort verschafft. Das kann mithilfe eines Blühstreifens gelingen, also einem Stück Land zwischen dem Acker eines Landwirts und der Straße.

Fünf Jahre Bindung an das Projekt schreckt Landwirte ab

„Ich beobachte die starke Monokultur in der Gemeinde schon seit Langem. Es gibt einfach nichts Buntes mehr. Dann brachte mich ein Freund in Frankfurt auf die Idee mit den Blühstreifen. Dort sieht mal viele davon.“ Wittfoth suchte das Gespräch mit Landwirten und stieß auf großes Interesse. Allerdings müssten diese sich für fünf Jahre vertraglich binden, wenn sie Förderungen für das Projekt bekommen möchten. Das schreckte viele ab.

Wittfoth wandte sich an die Gemeinde Stuhr und rannte beim Umweltbeauftragten Marc Plitzko offene Türen ein. „Das ist eine super Idee!“ Die Gemeinde übernahm die Kosten und Wittfoth legte einen Blühstreifen an der Siekstraße an, 250 Meter lang und zwei Meter breit. Ausgesät wurden unter anderem Schafgabe, Habichtskraut, Mohn, Klee, Sonnen- und Ringelblume sowie Senf, also nur „regionales Saatgut“. Ein kleines Paradies für die Bienen, die zurzeit dank der Rapsfelder viel Nahrung finden. Aber: „Sobald der weg ist, leiden die Bienen Hunger. Deswegen füttere ich meine ab August zu. Kurioserweise geht es Bienen bei uns auf dem Land schon schlechter, als in der Stadt, denn dort gibt es noch Balkone, wo sie Nahrung finden.“

Die Hilfe kann im eigenen Garten beginnen

„Das ist das erste Mal, das wir so etwas in Stuhr machen, eine Art Experiment und wir sind gespannt, wie es läuft“, erzählt Plitzko. Er und Wittfoth hoffen, dass noch weitere Blühstreifen dazukommen. „Das wäre sicher auch schön für die Radfahrer, wenn die Landschaft wieder etwas bunter wird“, glaubt Wittfoth.

Wer ebenfalls einen Blühstreifen anlegen möchte, kann sich an die Gemeinde wenden. Bienenfreunde können aber auch in ihrem eigenen Garten einen Beitrag leisten. „Blühmischungen“ in kleinen Tütchen liegen bei Plitzko im Büro zum kostenlosen Abholen bereit. „Überall, wo etwas blühen kann und nicht stört, soll es blühen“, lautet sein Appell.

juk

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