Ziel: Günstiger Wohnraum

Stuhr möchte in die Wohnbau Diepholz eintreten

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Gelungenes Beispiel für bezahlbares Wohnen an der Stuhrer Landstraße. Stuhr braucht mehr solcher Häuser.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Gemeinde Stuhr möchte Mitglied der Unternehmung Wohnbau Diepholz werden. Bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen sprach sich der Rat am Mittwochabend für den Erwerb von 3,55 Prozent der gesamten Geschäftsanteile aus. Kaufpreis: 173.328 Euro zuzüglich Nebenkosten.

Die Mehrheit der Politiker wittert damit die Chance, effektiver an das Thema bezahlbarer Wohnraum heranzugehen. Allein die FDP gab sich im Hinblick auf den anstehenden Nachtragsetat zurückhaltend.

Die Gesellschaft habe sich bezahlbare Mieten auf ihre Fahnen geschrieben, sagte Kämmerer Christian Möller. Sie besitze und verwalte 800 Wohnungen, 200 weitere verwalte sie für andere Eigentümer.

„Wir sind heilfroh, Anteile zu erwerben und bei der Gesellschaft einen Fuß in die Tür zu bekommen“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Cohrs. „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Stuhr rückt immer näher“, so Cohrs. Ein „professionell aufgestellter Partner“ komme da wie gerufen. „Wir unterstützen solche Vorhaben seit Jahren. Diese Beteiligung fällt nicht vom Himmel“, pflichtete ihr Fraktionskollege Volker Barthel bei. Die Wohnbau nannte er ein „exzellentes Unternehmen mit großem Know-how“.

Erwartete Rendite über kommunalem Zinssatz

Kristine Helmerichs, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ging auf die zu erwartende Rendite von 1,35 Prozent pro Jahr ein, die über dem kommunalen Zinssatz liege. Noch wichtiger war ihr, dass die Wohnbau „günstig und gut für ihre Mitglieder“ baue. „Und wir werden alleine nicht alles bauen können, was wir in den nächsten Jahren vorhaben“, sagte Helmerichs. Die Gesellschaft übernehme auch die Verwaltung von Liegenschaften. „Das ist hochinteressant für uns, denn wir haben viele Wohnungen.“ Abgesehen davon seien die Anteile sehr begehrt. „Andere Kommunen hätten gerne etwas abbekommen. Die Wohnbau ist nicht uns hinterhergelaufen, sondern wir mussten uns bemühen, etwas zu bekommen.“

Laut CDU-Ratsherr Lutz Hollmann hat das Unternehmen bereits bewiesen, dass es bezahlbaren Wohnraum entwickeln kann. „Sie bauen erstmal da, wo ihre Mitglieder sind. Und wir brauchen jemanden, der uns unterstützt. Wir könnten in absehbarer Zeit in das Thema einsteigen.“ CDU-Fraktionschef Frank Schröder stellte fest: „So eine Chance bekommen wir nicht wieder. Was wir bauen und wie, entscheiden wir später.“

Fraktion „Besser“ trägt Entscheidung mit

In Person von Joachim Döpkens trug auch die Fraktion „Besser“ die Entscheidung mit. Der Gemeinde eröffne sich die „Chance, relativ günstig für die Zukunft etwas auf die Beine zu stellen“.

Von einem „denkbar schlechten Zeitpunk“, sprach der FDP-Fraktionsvorsitzende Alexander Carapinha Hesse. „Der Gegenstand ist im Kern gut, doch wir haben über einen Nachtragshaushalt zu befinden. Den müssen wir uns ansehen und fragen: Wo müssen, können, wollen wir hin?“ Fraktionskollege Jürgen Timm machte darauf aufmerksam, dass auch Stuhr in der Vergangenheit gut und günstig gebaut habe. „Wir haben einen großen Bestand an eigenen Wohnungen.“ Außerdem habe die Politik vor Jahren abgelehnt, einer Gesellschaft beizutreten.

Concordia macht Platz für Stuhr

Der Einstieg der Gemeinde in die Wohnbau Diepholz wurde durch den Ausstieg der Concordia Versicherung Holding möglich. Laut Sitzungsvorlage führt die Versicherung „Umstrukturierungsmaßnahmen“ als Begründung dafür an, sich von ihrem 4,93-Prozent-Anteil zu trennen.

Als Bietergemeinschaft treten die Stadt und der Landkreis Diepholz (je ungefähr 0,69 Prozent) sowie die Gemeinde Stuhr auf (etwa 3,55 Prozent). Letztere blättert für ihre Beteiligung mit einem Nennwert von 67.600 Euro 173.328 Euro hin. Der Betrag wird im Nachtragsetat ausgewiesen.

Insgesamt zahlen die drei Bieter 240.000 Euro (Nennwert 93.600 Euro). Dies ist laut Vorlage korrekt, da der Marktpreis der Anteile höher ist als der Nennwert.

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