427 Gramm Marihuana sichergestellt

Bewährung trotz vieler Vorstrafen

Stuhr - Von Dieter Niederheide. Zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis hat das Schöffengericht einen Bremer (34) wegen des unerlaubten Besitzes von 427 Gramm Marihuana verurteilt. Der Bremer hatte die Drogen bei einer Bekannten in Stuhr gebunkert, die Polizei diese bei der Durchsuchung der Wohnung sichergestellt.

Abgerückt sind Gericht und Staatsanwältin vom Vorwurf des unerlaubten Handelstreibens mit Betäubungsmitteln. Der Verteidiger hatte angeführt, dass sein Mandant, der im Zusammenhang mit Drogen schon eine Reihe von Vorstrafen aufweist, zum Zeitpunkt des Drogenfunds im April vergangenen Jahres selber täglich bis zu vier Gramm Marihuana konsumiert hatte.

Im Strafprozess ging es um die Frage, ob dem Mann angesichts der enormen Vorstrafen eine Bewährungschance gewährt werden kann, zumal er zur Tatzeit bereits unter Bewährung gestanden hatte.

Die Bewährungshelferin aus Bremen machte sich im Syker Gerichtssaal für den Klienten stark. Der Mann befinde sich in einem Ausbildungsprogramm und strebe als Ziel ein ruhigeres Leben als bisher an. Im Gegenteil zu früheren Zeiten laufe bei ihm alles positiver.

Seit frühester Jugend, so gab der Mann an, habe er mit Marihuana zu tun gehabt. Der THC-Gehalt der in Stuhr sichergestellten Betäubungsmittel lag bei 44 Gramm und somit deutlich über dem Grenzwert einer sogenannten nicht geringen Menge. Der liegt bei 7,5 Gramm.

Zunächst war es die Anklagevertreterin, die ein Jahr und acht Monate Gefängnis mit Bewährung beantragte. Dann setzte sich der Verteidiger des Angeklagten dafür ein. In seinem Urteil war auch das Gericht der Meinung, dass dem Mann angesichts der günstigen Sozialprognose trotz seines Vorlebens eine Bewährungschance gewährt werden könne.

Der Vorsitzende Richter machte dem Mann deutlich, dass dieser auf keinen Fall mehr eine Straftat begehen dürfe. „Es muss Schluss sein damit“, mahnte er und führte an, dass bei der geringsten strafrechtlichen Verfehlung ein Widerruf der Bewährungsfrist drohe.

Der Angeklagte zeigte sich einsichtig.

Rubriklistenbild: © dpa

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