Wie weit kommt der Nissan Leaf wirklich?

Elekronisch unterwegs: Beunruhigende Schätzung

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Redakteur Andreas Hapke am Steuer des Elektroautos Nissan Leaf.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Meine Vorbehalte waren groß. Mit einem kleinen Elektroauto würde ich im Konzert der großen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren vielleicht nicht untergehen, aber niemals die erste Geige spielen. Außerdem hatte ich bereits in meiner Zeit als Motorradfahrer eine Aversion gegen Leute, die ihren Hobel per Knopfdruck anließen. Eine Maschine musste angetreten werden, im Zweifel bis der Schweiß in Strömen aus dem Helm rann.

Jahre später setze ich mich in ein Auto und drücke selbst auf den Knopf. Wahrscheinlich ist der Wagen jetzt an, denke ich mir, oder etwa nicht? Hören tut man nichts, aber die Kontrollleuchten und Bedienungsanzeigen im Cockpit deuten darauf hin. Tatsächlich setzt sich das Auto nach Verschieben eines weiteres Knopfes in Bewegung. Gewöhnungsbedürftig, aber leicht zu handhaben.

Für meine Fahrt von Syke zum Termin in Heiligenrode wähle ich ich eine Nebenstrecke über Gessel und Ristedt. Nicht etwa, um die Kiste zu treten (wo denken Sie hin, lieber Polizeibeamte?), sondern als reine Vorsichtsmaßnahme. Schließlich kennt man sich noch nicht so gut.

Auto zieht gut an

Von dem Anzug bin ich angenehm überrascht. Das Auto nimmt schneller Tempo auf, als ich gedacht hätte. Dass ich die Instrumententafel zum Teil nicht erkennen kann, weil das Lenkrad im Weg ist, ist ein Herstellerproblem und hat mit der E-Technik nichts zu tun.

Alles paletti soweit, wenn da nicht die Reichweitenschätzung wäre, die ich als großes Manko empfinde. Am Ortsausgang Riedes fällt die Anzeige innerhalb weniger hundert Meter von 107 auf 104 Kilometer. Später, zwischen dem Waldkater in Melchiorshausen und der Umgehungsstraße vor Barrien, sogar von 84 auf 77. Wie das? Liegt es an der sportlichen Fahrweise? Mich beunruhigt das sehr, zumal ich mit der vergleichsweise geringen Reichweite von vornherein ein Problem hatte.

Fazit: Ich würde mich wieder in ein Elektroauto setzen. Um nach Heiligenrode zu kommen. Oder Brinkum. Den spontanen Ausflug an die Küste überlasse ich der mir vertrauten Kutsche. Die kennt auch schon den Weg.

Zum Projekt: Innerhalb einiger Wochen haben Mitarbeiter der Mediengruppe Kreiszeitung den Nissan Leaf im Praxistest während der alltäglichen Arbeit genutzt. Dabei sind ihnen die Vor- und Nachteile der aktuellen E-Mobilität aufgefallen. Eine Übersicht der Erfahrungen gibt es hier.

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