CDU besucht Firma Wenzel Marine

Dienstleistung als Rezept im Schiffbau

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Gruppenfoto an der Schiffsschraube: (v.l.) Firmenchef Volker Wenzel sowie die CDU-Politiker Stanislaw Benks, Finn Kortkamp, Sigrid Rother, Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig, Kreisgeschäftsführer Ulrich Püschel, Landtagsabgeordneter Volker Meyer und Stuhrs Fraktionschef Frank Schröder. Verdeckt: Amaro-Finanzprokurist Jan-Hendrik Thalmann.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Seit etwa fünf Jahren steckt der deutsche Schiffbau in der Krise. Volker Wenzel kennt den Grund: „Wir haben unser Know How nach Asien exportiert, die Konkurrenz stark gemacht. Wir sind der einzige Puter, der sich auf Weihnachten freut.“ Wenzel ist geschäftsführender Gesellschafter zweier Firmen am Rodendamm, die ihre Geschäfte mit dem Schiffbau machen: Wenzel Marine handelt mit Ersatzteilen für Motoren, Amaro bietet logistische Dienstleistungen an. CDU-Landtagsabgeordneter Volker Meyer machte gestern auf seiner Sommerreise bei Wenzel Station, begleitet unter anderem vom Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig und dem örtlichen Fraktionschef Frank Schröder.

Die Politiker waren beeindruckt von der Flexibilität des Unternehmens. Wenn freitags um 23 Uhr ein Hilferuf aus Riga kommt, dann müssen Personal und Ersatzteile umgehend dorthin – so geschehen am vergangenen Wochenende. Nicht nur Spediteure und Monteure legten diese Zusatzschicht ein, sondern auch das hauseigene Reisebüro, weil es den Flug buchen musste. Diese Mentalität sei nur mit kleinen Unternehmen darzustellen. „Mit der Größe kommt die Unflexibilität“, sagte Wenzel, dessen Firmen insgesamt rund 80 Mitarbeiter beschäftigen.

In einem von Asien kontrollierten Schiffbau – der Kontinent sei billiger und inzwischen auch besser – sei die Dienstleistung umso wichtiger. Zumal die alte Welt auch in der Ausbildung aufhole: „Bald können die chinesischen Kollegen ihre Produktionsstraßen selbst bauen“, ist sich Wenzel sicher.

Der Geschäftsführer legt großen Wert auf Ausbildung, denn: „Was wir machen, kann jeder. Schraube einkaufen, Schraube verkaufen. Der Mensch dazwischen ist wichtig.“ Die Übernahmequote liege bei 85 Prozent. Körbeweise Bewerbungen trudelten aber nur für das Reisebüro ein, für Lehrstellen als Industriemechaniker so gut wie gar keine. „Das ist unpopulär. Wir haben eigens eine Niederlassung in Polen gegründet, um die Leute zu rekrutieren“, berichtete Wenzel. Ob jemand von Bremen oder Danzig nach China fliege, spiele keine Rolle.

In Sachen Ausbildung kündigte Knoerig für Anfang kommenden Jahres ein Paket der Bundesregierung mit dem Ziel an, Berufsschulen besser zu fördern. Was er vom Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) halte, wollte der Politiker von Wenzel wissen. „Ich brauche es nicht“, sagte der Firmenchef. Er mache keine Geschäfte mit Amerika, weil er dort nicht verklagt werden wolle. Auf die Frage Meyers, was die Politik für die Branche tun könne, sagte Wenzel: „Die Bürokratie abbauen.“

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