Heike Reckeweg macht sich mit der Kindertagespflege „Spatzennest“ selbstständig

Das Beste aus 25 Jahren Erfahrung als Erzieherin

Heike Reckeweg, selbst Mutter vierer Kinder von 17 bis 26 Jahren, legt im August mit ihrem Spatzennest los. - Foto: Ehlers

Varrel - Von Andreas Hapke. Als Erzieherin ihr eigenes Ding machen. „Wenn nicht mit 50, wann dann?“ – diese Frage hat Heike Reckeweg unlängst für sich beantwortet. Ab 1. August ist sie als Tagespflegeperson mit ihrem „Spatzennest“ selbstständig, wie sie ihr Angebot der Kinderbetreuung getauft hat. Bis zu fünf Sprösslinge kann sie von 8 bis 13 Uhr unterbringen, schon im zweiten Jahr sollen es mehr werden.

Eigens für ihre berufliche Neuausrichtung hat Heike Reckeweg einen Unterrichtsraum der Musikschule an der Holländer Straße umgestaltet. Die Bühne ist einer Spielecke gewichen, und am anderen Ende des 42 Quadratmeter großens Raums steht nun ein flacher Tisch mit Stühlen in entsprechender Größe. Ein Keyboard, eine Gitarre und allerhand kleinere Instrumente deuten darauf hin, dass Musik in diesem Zimmer weiterhin eine große Rolle spielen wird.

Reckeweg ist eine staatlich anerkannte Erzieherin mit Zusatzausbildung Waldorfpädagogik. Gleichwohl habe sie nicht den Anspruch, reine Waldorfpädagogik zu betreiben. Vielmehr wolle sie aus allem, was ihr bislang in ihrer Laufbahn begegnet sei, das Beste für die Sprösslinge herausfiltern. Und da dürfte einiges zusammengekommen sein: Reckeweg hat 25 Jahre lang in unterschiedlichen Kindertagesstätten in Stuhr und Delmenhorst gearbeitet. Sie war Gruppen- und stellvertretende Einrichtungsleiterin. Entsprechend viele Konzepte hat sie kennengelernt.

„Von der Einrichtung her ist das schon Waldorf, geöltes Naturholz und so“, erzählt sie. Puppen und Tiere sind handgenäht, „und wenn wir Bauklötze benötigen, gehen wir dafür idealerweise in den Wald“. Überhaupt wird Naturerfahrung im Spatzennest groß geschrieben. Wenn möglich, möchte Reckenweg mit den Kindern nach draußen gehen. Eine Tür des Raums führt in den Garten, wo die Kleinen im Sommer Stachelbeeren pflücken oder Wäsche in einer Zinkwanne waschen können. Andernorts auf dem Gelände können die Kleinen Äpfel ernten.

Das Frühstück, das an jedem Tag nach dem Morgenkreis und einer Phase freien Spielens angesetzt ist, sollen die Kinder mit vorbereiten, etwa indem sie den Teig für die Brötchen kneten. Nach dem Frühstück ist wieder Zeit zum Spielen, für die Naturerlebnisse auf dem eigenen Grundstück sowie für Ausflüge zum Bauernhof, Imker oder Schäfer. Der Vormittag endet mit dem Schlusskreis, den Reckeweg ebenso musikalisch begleitet wie die morgendliche Zusammenkunft.

Reckeweg wird Kinder im „Kernalter“ zwischen 3 und 5 Jahren betreuen. „Bei Zweieinhalbjährigen muss man sehen, wie sie in die Gruppe passen. Sechsjährige gehen wegen des freien Kindergartenjahres ohnehin in eine Einrichtung.“ Perspektivisch möchte sie mal zehn Kinder betreuen, mit Unterstützung einer zweiten Tagespflegeperson. „Der Raum gibt das allemal her, und der Bedarf ist da.“ Dies habe sie den Anfragen der Eltern entnommen. Einige Plätze sind bereits belegt, gleichwohl können sich Interessierte noch unter Telefon 04221/94 66 145 melden.

Die 50-Jährige versteht ihre Gruppe als zusätzliches Angebot zu den Einrichtungen der Gemeinde. Es läuft von 8 bis 13 Uhr. So bleibt genügend Zeit, um sich nachmittags im selben Haus der musikalischen Früherziehung zu widmen. Denn auch das war ein Ziel ihrer Selbstständigkeit: „Ich wollte eine gute Vereinbarkeit von meiner pädagogischen Arbeit und der Tätigkeit in der Musikschule.“

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