Müll in der Steller Heide

Bürger beseitigen die Hinterlassenschaften von anderen

Gesammelter Müll aus der Steller Heide.
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Gesammelt in der Steller Heide: Partymüll.

Bringen Feiernde mehr Müll in die Steller Heide? Birgit und Michael Troycke sammeln, sortieren und entsorgen die Hinterlassenschaften von anderen, und dokumentieren das. Die Verwaltung appelliert an die Vernunft der Naturbesucher.

Stuhr – Verschmutzen Feiernde zunehmend die Steller Heide? Zu dieser Meinung kommen jedenfalls Birgit und Michael Troycke aus Brinkum. Auf Facebook prangerten die Zwei bereits am 6. Juni die zunehmende Vermüllung des Fleckchen Grüns an und machten dort ihrem Ärger Luft. Glasscherben, Plastikbecher und sogar Windeln – es ist alles dabei. Ehrenamtlich sammelten, sortierten und entsorgten sie die Hinterlassenschaften, und fotografierten das.

„Der Müll kommt meist nach dem Wochenende oder nach Feiertagen“, sagt Birgit Troycke. Die kleinen Mülleimer am Parkplatz seien voll. Vieles liege daneben. Fast täglich gehen die Troyckes mit ihrem Hund in dem Waldstück spazieren. „Menschen machen da Feuer. Am Schlimmsten sind aber die Glasscherben.“ Das Problem konzentriere sich vor allem auf die große der insgesamt drei Sandflächen.

Gemeinderätin Bettina Scharrelmann hingegen sieht kein erhöhtes Müllaufkommen durch Feiernde in der Steller Heide. „Das kommt nicht häufig vor“, sagt sie – das Müllaufkommen sei nicht extrem. Sollten Bürger jedoch eine Vermüllung dort oder anderswo im Gemeindegebiet feststellen und dies melden, fahre der Baubetriebshof los und beseitige den Unrat, versichert sie. „Dieses Jahr ist das in der Steller Heide noch nicht vorgekommen“, ergänzt Scharrelmann.

Ob das am Wetter liegt? Dieses Jahr war der Winter besonders kalt und niedrige Temperaturen hielten sich bis tief in den Mai. Ob sich Feiernde nun bei sommerlicheren Temperaturen vermehrt in die Natur setzen und ihre Hinterlassenschaften zurücklassen, wird sich zeigen. Den Ort, an dem sich regelmäßig Jugendliche treffen, gebe es so, neben den Jugendfreizeiteinrichtungen, laut Scharrelmann nicht. „Die Treffpunkte wandern. Die jungen Leute verlieren das Interesse an einem Ort und ziehen weiter“, sagt sie.

An sich sei die Steller Heide zum Feiern und als Partyareal ungeeignet. „Das ist ein Landschaftsschutzgebiet. Auch Tiere, die dort leben, brauchen Nachtruhe“, sagt Scharrelmann. Für eine Freiluftfeier, ob gewerblich oder nicht kommerziell, seien laut der Gemeinderätin mehrere Bedingungen vorausgesetzt; wie zum Beispiel der Abstand zur Wohnungsbebauung. Möglicherweise seien dafür Industriebrachen besser geeignet, so Scharrelmann. Doch: „Die muss man erst einmal haben.“

Als lebendige Gemeinde könnten Bürger aber der Verwaltung per Brief oder E-Mail Ideen zusenden und Flächen für Freiluftfeiern vorschlagen. Jedoch bremst Scharrelmann vorschnelle Erwartungen an so ein Vorhaben. Zwar sei die Gemeinde „neuen Wegen aufgeschlossen“, doch sei man realistisch „noch nicht so weit“. Zudem wolle Stuhr in der Coronalage „keine falschen Impulse“ setzen.

Was den Müll in Stuhr betrifft, so würden grundsätzlich alle Grünflächen, Parkanlagen sowie auch die Steller Heide einmal pro Woche einer Sichtkontrolle unterzogen und gereinigt. In der Steller Heide kämen laut Gemeinderätin zudem die vermehrte Leinenpflicht-Kontrolle zum Tragen. „Die Mitarbeiter gehen dort durch und protokollieren auch Hinterlassenschaften.“ Falle ihnen bei den Rundgängen im Ordnungsbereich Müll und Unrat auf, meldeten sie das weiter und der Baubetriebshof rücke auch hier an.

Trotzdem komme es immer wieder vor, dass Menschen – vor allem Erwachsene – sogar ihren Müll gezielt mit einem Auto an Orten in der Gemeinde abladen, auch in der Steller Heide, so Scharrelmann. „Das bedauern wir sehr“, sagt die Gemeinderätin. Verständlich sei, dass der Bürger das sieht und empört ist. Es werde sich aber stets darum gekümmert.

Die Gemeinde appelliert laut Gemeinderätin Bettina Scharrelmann immer wieder in Schulen und an Familien, das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren. Scharrelmann: „Auch andere Leute wollen sich an den Orten erfreuen.“

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