Beschwerde über Jagd auf Stuhrer Gebiet / „Kommunikation wünschenswert“

Revier des Jägers fängt am privaten Gartenzaun an

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Jäger in ihrem Revier. Archivfoto: Jysch

Stuhr - Von Andreas Hapke. Eine bessere Kommunikation zwischen Jägern und Bewohnern – das wünscht sich Alfred Domroese, Leiter der Jagdbehörde beim Landkreis Diepholz. Bei ihm laufen die Beschwerden in Zusammenhang mit dem Jagdwesen auf, meistens ist das nach Treibjagden der Fall. „Da kann ich davon ausgehen, dass am Montag das Telefon klingelt“, sagt Domroese.

Auch nach einer Treibjagd im Dezember hatte bei ihm das Telefon geklingelt. Marietta Haase aus Erichshof beklagte sich über eine Gruppe von zehn bis zwölf Männern, die auf einer Ackerfläche in unmittelbarer Nähe ihres Hauses Jagd auf Hasen und Fasane machten. So jedenfalls habe es ihr einer der Jäger erklärt. Die Frau hatte die Männer angesprochen, nachdem sie mehrere Schüsse vernommen hatte. Aus ihrer Erfahrung wisse sie, dass es dort keine Hasen und Fasanen gebe, „da ich in diesem Gebiet regelmäßig spazieren gehe“. Zudem stehe der Feldhase in Deutschland auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Das Jagdrevier befand sich bereits auf Stuhrer Boden.

Dass dort sehr wohl Hasen und Fasane leben, sagt Hayo Wilken vom Hegering I Stuhr-Weyhe: „Wer speziell darauf schaut, sieht auch Hasen – obwohl sie inzwischen in geringerer Population vorhanden sind.“

Fakt ist laut Domroese: In Niedersachsen darf der Hase von Anfang Oktober bis Ende Dezember gejagt werden, der Fasan einen halben Monat länger. Bis vor kurzem habe auch für den Feldhasen der Stichtag 15. Januar gegolten. Damm-, Reh-, Rot- und Schwarzwild müssen noch bis Ende Januar auf der Hut sein, erwachsene Wildkaninchen das ganze Jahr lang.

Das Revier der Jäger besteht aus unbefriedeten Grundstücken, die sich im Besitz von Jagdgenossenschaften befinden. Es fängt am privaten Gartenzaun an, Abstandsregelungen gibt es nicht. „Der Bauer darf auch bis an den Rand seines Ackers pflügen“, erklärt Domroese. Schafft es ein getroffenes Tier noch bis in ein Wohngebiet, sei der Jäger aus Tierschutzgründen sogar verpflichtet, sich dort auf Nachsuche zu begeben.

Dass Anwohner Munition auf ihrem Grundstück finden, wie Haase berichtet, „soll natürlich nicht passieren“, sagt Domroese. Doch getroffenes Flugwild könne Schrote weitertransportieren. „Wenn die aufs Dach prasseln“, fügt Wilken hinzu, „ist das aber nicht gefährlich. Das ist dann wie Graupel.“ Laut Domroese verfügen „Jäger, die am Rande ihres Reviers jagen, in der Regel über die nötige Sensibilität“.

Eine Verpflichtung zur Ankündigung einer Jagd gibt es nicht. Nicht die breite Bevölkerung, aber Pferdehalter etwa würden trotzdem häufig vorab informiert, sagt Wilken. Er wolle das Thema bei der nächsten Versammlung noch einmal ansprechen. Domroese begrüßt diese Form der Kommunikation, für die Jäger aber könne der Schuss auch nach hinten losgehen. Der Behördenleiter erinnert sich an einen Fall in Asendorf (Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen), wo Bewohner im Vorfeld einer angekündigten Jagd auf die Barrikaden gegangen sind.

„Je näher Bremen rückt, desto wahrscheinlicher sind Beschwerden“, stellt Domroese fest. Viele Bewohner im näheren Umkreis der Hansestadt seien nicht mit der Jagd aufgewachsen. Im einigen Dörfern des Südkreises hingegen seien viele Menschen selbst als Treiber unterwegs.

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