Phosphorgehalt im Silbersee verringern

Mit Bentophos gegen die Blaualgen

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Mitarbeiter des Instituts Dr. Nowak brachten gestern Benthophos in den Silbersee ein, um damit dem Blaualgen-Befall entgegenzuwirken.

Stuhr - Sie erzeugen einen unangenehmen Geruch, schädigen die Gesundheit und können in der warmen Jahreszeit jedem Schwimmfreund den Spaß verderben. Die Rede ist von Cyanobakterien – besser bekannt als Blaualgen.

Damit sie zumindest im Silbersee in Stuhr nicht auftreten, hat die Gemeinde veranlasst, dass das Institut Dr. Nowak gestern und heute rund vier Tonnen des Fällungsmittels Bentophos ins Wasser einbringt.

Bearbeitung des Sees vor der Badesaison

Der Grundstoff für Bentophos ist ein natürliches Tonmineral. Es zieht den gelösten Phosphor, der die Blaualgenblüte begünstigt, aus dem Wasser, bindet ihn und schließt ihn ein. Dann sinkt er auf den Grund des Sees. Die Gemeinde hat sich für diesen Zeitpunkt im April entschieden, da jetzt noch keine Badegäste das Wasser aufwühlen und das Bentophos in Ruhe wirken kann. „Es wird nicht der gesamte Phosphor aus dem See gezogen, das ist auch gar nicht gewollt“, erläutert Umweltbeauftragter Marc Plitzko. Es gehe vielmehr darum, den Überschuss zu beseitigen.

Und dass das funktioniere, habe sich bereits gezeigt. „Nachdem letztmalig im Jahr 2012 drei Tonnen Bentophos in den Silbersee eingebracht worden waren, hatte sich die Wasserqualität des Sees zunächst erheblich verbessert“, weiß Plitzko. Ab 2015 stieg der Phosphorgehalt durch äußere Einträge jedoch wieder, und es entwickelte sich 2016 erstmals seit 2012 eine Blaualgenblüte.

Studien zeigen keine Negativwirkungen des Mittels

Was versteht man unter den äußeren Einträgen? „Das kann Laub sein, Grundwasser, Badegäste oder auch durch die Luft“, zählt Plitzko auf.

Die untere Wasserbehörde des Landkreises Diepholz habe die Maßnahme genehmigt. „Sie bescheinigt, dass sich durch das Einbringen von Bentophos die Wasserqualität des Sees verbessert hat und keine negativen Auswirkungen auf Flora und Fauna festgestellt werden konnten“, sagt der Umweltbeauftragte. Das Fällungsmittel werde als eine nicht gefährliche Substanz eingestuft, so dass auch für Badegäste keine Gesundheitsgefährdung bestehe. „Kein Mittel wirkt so gut“, so Plitzko.

Dennoch sei nicht geplant, nun jedes Jahr im Frühling Bentophos in den Silbersee zu geben. „Es ist und bleibt ein Fremdstoff.“ Das Motto sei: So oft wie nötig, so selten wie möglich.

juk

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