Marion Bödeker ist neue Geschäftsführerin beim Netzwerk psychosozialer Hilfen

„Bekomme Einblick in einen anderen Teil von Release“

Marion Bödeker übernimmt die Geschäftsführung des Vereins Release von Alexandre Peruzzo. - Foto: Ehlers

Brinkum - Von Andreas Hapke. Release, das Netzwerk psychosozialer Hilfen, hat eine neue Geschäftsführerin. Marion Bödeker, seit 2014 bereits als Einrichtungsleiterin für die fünf Nordkreishäuser zuständig, übernimmt den Job von Alexandre Peruzzo. Der Vorstand hat sie zum 1. April berufen, den Mitgliedern wird sie in der Generalversammlung am Dienstag, 12. April, in diesem Amt vorgestellt. Das Treffen im Leester Gemeindhaus beginnt um 20 Uhr.

„Ich bin schon sehr lange bei Release und habe eine neue Herausforderung gesucht“, sagt Bödeker. „Ich bekomme auf diese Weise einen Einblick in einen anderen Teil der Struktur.“ Die 62-Jährige ist damit Einrichtungsleiterin und Geschäftsführerin in Personalunion. Möglich wurde das durch die Einstellung des Diplom-Sozialarbeiters Bernd Vogel, der seit September 2015 für die Beratung in Bassum verantwortlich zeichnet. In dieser Funktion betreut Bödeker „nur“ noch die Release-Stellen in Brinkum, Syke und Bruchhausen-Vilsen. Ihre Einarbeitung zur Geschäftsführerin begann im Oktober vergangenen Jahres.

Wer traut sich das zu? Wer kennt sich mit den Strukturen bei Release aus? Wer hat kaufmännische Kenntnisse? Diese Fragen standen laut Peruzzo im Raum, als es um eine interne Nachfolgelösung ging. Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung bei Release und ihrer Ausbildung als Bürokauffrau drängte sich Bödeker praktisch auf. Seit 1983, als ihr Anerkennungjahr als Sozialpädagogin in Stuhr startete, ist Bödeker ununterbrochen für den Verein tätig. „Ich kenne Struktur, Mitarbeiter, Kooperationspartner und Netzwerk.“

„Das Team hat diese Entscheidung mitgetragen“, sagt Peruzzo und fügt hinzu: „Wir haben auch überlegt, Geld für einen externen Geschäftsführer bereitzustellen. Doch als Vollzeitstelle ist das bei uns nicht nötig.“ Das Arbeitsaufkommen belaufe sich auf einen bis eineinhalb Tage in der Woche.

Laut Peruzzo hatte Bödeker zunächst Bedenken, „weil bislang immer Personen den Job gemacht hatten, die auf Geschäftsführung spezialisiert waren“. In der Einarbeitung mit ihm habe sie jedoch schnell gemerkt, dass es Spaß machen kann, in dieser Position zu arbeiten. „Sie ist mit Anerkennung verbunden. Die bekommt ein Geschäftsführer manchmal mehr als ein Mitarbeiter vor Ort.“

Ihre Hauptaufgabe sieht Bödeker in dem Abschluss von Verträgen, die dem Verein die Zuwendungen sichern. Sie verhandelt mit dem Landkreis, dem Land, den Rentenversicherern und den Gemeinden. „Es gibt verschiedene Töpfe für verschiedene Leistungen“, erklärt sie. Darüber hinaus kümmert sich Bödeker um die Haushaltsüberwachung, die Versicherungen und das Anbahnen von Sponsoring. Nicht zuletzt ist sie als Verwalterin Herrin über alle fünf Häuser im Nordkreis.

Dabei kann sie sich auf ein schlagkräftiges Team verlassen. „In einem schweren Arbeitsfeld herrscht bei uns ein gutes Klima, der Krankenstand ist gering.“ Abgesehen davon ist auch der Vorstand mit seinem Vorsitzenden Peruzzo immer zu erreichen.

Die Geschäftsführung hat bei Release eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Praktisch zeitgleich mit der Anmietung des alten Brinkumer Bahnhofs als Hauptstelle im Jahr 1983 wurde Einrichtungsleiter Peruzzo auch Geschäftsführer. Ab 1990, unter dem neuen Leiter Wilfrid Sondag, führte der Vorstand die Geschäfte gemeinsam. Wegen der immer komplexer gewordenen Verwaltung, unter anderem durch die Einführung der kaufmännischen Buchführung, musste Anfang des Jahrtausends professionelle Hilfe her. Also lagerte Release diese Aufgabe aus. Fortan übernahm der Oldenburger Verein für Jugendberatung, -therapie und -weiterbildung diese Aufgabe, für den Peruzzo einst als Chef tätig gewesen war. Aus Kostengründen ging die Geschäftsführung im Juni 2012 auf Peruzzo zurück. Er operierte mit Unterstützung einer Steuerberaterin.

Nun also Bödeker, die von ihrem Vorgänger noch ein potenzielles Ziel mit auf den Weg bekommt: „Bislang haben wir es nicht geschafft, neben den ambulanten Angeboten eine stationäre Einrichtung vor Ort ins Leben zu rufen“, sagt Peruzzo. „Es ist nicht gut, dass unsere Bürger dafür in andere Landkreise gehen.“ Für Bödeker ist das „bestimmt noch eine Aufgabe, die ansteht“. Ihr Hauptaugenmerk gilt aber der Auslastung der Einrichtung: „Wir müssen uns am Bedarf orientieren, flexibel und kreativ reagieren.“ Das neue Aufgabenfeld bereite ihr Spaß. Das soll auch so bleiben, „wenn nicht noch der große Hammer kommt“.

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