Album der Fußballer aufgelegt

Beim TV Stuhr bricht das Klebebilder-Sammelfieber aus

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Edeka-Chef Kai Böse (v.l.) mit den TV-Verantwortlichen Wolfgang Arpe, Rudolf Chairsell und Niklas Czeskleba. Die drei Fußball-Funktionäre präsentieren die Klebebilder mit ihren eigenen Konterfeis.

Stuhr - Als Rudolf Chairsell, Vorsitzender der kickenden Abteilung beim TV Stuhr, Fußballbilder gesammelt hat, war der 1. FC Nürnberg Deutscher Meister. Ohne den Clubberern nahe treten zu wollen: Das ist verdammt lange her. Jahrzehnte später taucht Chairsell selbst mit seinem Konterfei auf einem Klebebild auf. Der TV Stuhr hat ein eigenes Sammelalbum aufgelegt, für das sich rund 260 Aktive fotografieren ließen – von den ersten Herren bis zu den G-Junioren. Hinzu kommen Funktionsträger à la Chairsell sowie Prominente wie der Stadionsprecher und der Gastwirt auf einer eigenen Vip-Seite. Insgesamt sind es 294 Bilder.

Hinter der Aktion steht die Berliner Firma Stickerstars, die sich an Kai Böse, Inhaber des gleichnamigen Edeka-markts in Moordeich, gewandt hatte. „Das war zufällig drei Tage, nachdem ich ein solches Album schon bei einem Kollegen in Ostfriesland gesehen hatte“, erinnert sich Böse. Er war sofort begeistert, nahm Kontakt zum TV Stuhr auf und rannte dort offene Türen ein. Der Förderkreis nahm sich der Sache an. Oder besser: Dessen Schriftführer Wolfgang Arpe nahm sich der Aufgabe an.

Zwei Monate lang war der Projektleiter jeden Vormittag damit beschäftigt, Termine zu koordinieren und das Album in Kooperation mit Stickerstars zu gestalten. Außerdem ist er durch die Gegend geradelt und hat 20 Anzeigenkunden für das Projekt gewonnen. „Manchen Leuten musste ich erst mal erklären, was es mit einem Sammelalbum auf sich hat“, berichtet Arpe, der auch einige Fotos von der Sportanlage beigesteuert hat. „Da war dann plötzlich ein schwarzer Fleck auf dem Torpfosten, den ich retouchieren musste.“ Die Aufnahmen von den Fußballern hat ein von Stickerstars beauftragter Fotograf an vier Terminen gemacht. Jugendleiter Manfred Pawlik-Niehaus hat dafür gesorgt, dass der Nachwuchs pünktlich zu den Sessions erscheint.

Da er schon als Schriftsetzer und Medienberater gearbeitet hatte, war der Job bei ihm in guten Händen. Natürlich hat ihm, dessen Sammelleidenschaft 1974 mit einem Album zur Fußball-Weltmeisterschaft begonnen hatte, die Aufgabe großen Spaß bereitet. Doch es war auch ein Riesenaufwand. „Das haben wir alle unterschätzt“, sagt Böse. Er finde es „unglaublich“, was Menschen wie Chairsell, Arpe und Förderkreis-Chef Niklas Czeskleba für den TV leisten. Deshalb habe er die Aktion sofort unterstützt.

Die Bilder sind zwar nur bei ihm zu erwerben, doch einen Gewinn macht er mit der Aktion nicht. Im Gegenteil: Böse finanziert die Produktion und erhält im Gegenzug nur zwei Euro vom Verkaufspreis der Alben. Die andere Hälfte geht an den Förderkreis, der auch die Anzeigeneinnahmen behalten darf. Die Firma Stickerstars kassiert den Erlös aus dem Bilderverkauf. Die Tüten à fünf Bilder sind für 90 Cent zu haben. Zunächst hat Böse 300 Alben und 8000 Tüten auf Lager, Nachschub sei aber jederzeit und kurzfristig möglich.

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Es scheint, als ob halb Stuhr dem Verkaufsstart am Samstag bei Edeka Böse entgegenfiebert. „Die Grundschüler in Moordeich (Arpe ist dort Honorarkraft, die Red.) fragen mich täglich, wann es los geht“, sagt Arpe. Ähnliche Erfahrungen hat Böse gemacht. „Mütter und Omas wollen das andauernd wissen.“ Czeskleba hat mitbekommen, dass sich die ersten und zweiten Herren für Samstag angekündigt haben.

Der Verkaufsstart geht mit einer Kick-off-Party von 11 bis 13 Uhr einher, Bockwürstchen und Soft-Getränke inklusive. Dafür räumt Böse einen Bereich seines Cafés frei. Ab dann heißt es zehn Wochen lang sammeln, kleben, tauschen. „Sollte am Ende ein Bild fehlen, kann man das nachbestellen“, sagt Czeskleba, selbst Sammler von Klebebildern bis zur WM 2010. Er wisse nicht, ob sich von allen Spielern gleich viel Bilder in den Tüten befinden. „Wir haben jedenfalls nicht festgelegt, dass der Stürmer der ersten Herren fehlen soll.“

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