Beim dreistündigen „Irish Spring Festival“ auf dem Gut geht es allen richtig gut

Mit Energie und Frische, Lebenslust und Sinnlichkeit

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Bei der traditionellen Schluss-Session musizieren alle Auftretenden gemeinsam.

Varrel - Von Uwe Goldschmidt. „Ausverkauft“ hieß es am Eingang der Gutsscheune in Varrel am Freitagabend. In Gestalt des Festivals of Irish Folk Music hatte der Frühling dort schon seinen Einzug gehalten. Denn unter dem Titel „Irish Spring“ machten drei Bands auf ihrer Tournee durch Deutschland in Stuhr Station und zogen die Besucher in ihren Bann.

„Tanzt, singt, macht, was ihr wollt, Hauptsache, euch geht es gut, und uns geht es gut“, begrüßte Moderatorin Kristine Talamo-Spiegel das Publikum. Um es vorwegzunehmen: Gut ist es während der rund dreistündigen musikalischen Reise durch die irische und keltische Kultur in der randvollen Gutsscheune allen gegangen.

Den ersten Programmteil eröffnete das Duo Caitlín Nic Gabhann und Ciarán Ó Maonaigh. Sie brachten die traditionelle irische Musik instrumental und auch tänzerisch auf die Bühne. Die Zuhörer konnten sofort spüren, mit wie viel Energie, Frische, Lebenslust und Sinnlichkeit das frisch vermählte Paar ihre Titel interpretierte. Caitlín Nic Gabhann aus dem County Meath spielte die Concertina, ein winziges Instrument aus der Akkordeonfamilie, das schon lange in der traditionellen irischen Musik beheimatet ist und wurde bereits drei Mal darauf irische Meisterin. Als wäre das nicht genug, zog sie als Tänzerin mit der Riverdance- Show um die Welt und perfektionierte ihren von vielen Stilen geprägten besonderen Step-Tanz, der bei den Stuhrern für besondere Begeisterung und viel Applaus sorgte. Freudige Juchzer und stampfende Füße heizten die Stimmung im Publikum an, als Caitlín in ihrem kurzen roten Kleid über die Bühne wirbelte.

Blás, das irische Wort für Geschmack oder Würze, wurde dem Auftritt der gleichnamigen vierköpfigen Gruppe gerecht. Steven Doherty hatte sich für das eigens gegründete Ensemble die Musiker ausgesucht und mit ihnen das Programm zusammengestellt. So versammelten sich neben dem grandiosen Akkordeon- und Flötenspieler Doherty der Geiger und „World Fiddle Champion“ von 2005, David Doocey, und Gitarrist und „Master of Rhythm“, Shane McGowana, auf der Bühne. Zur Verstärkung hatten sich die Drei Sängerin Anne Brennan geholt. Sie gab mit ihrer tollen Stimme der Musik dieser Truppe den letzten Schliff und überzeugte mit zurückhaltender Natürlichkeit und sanften Tönen, besonders in den ruhigen Balladen der Formation.

Gemeinsame Session

als Festival-Höhepunkt

Nach der Pause, die viele Besucher zu Plausch mit den Musikanten und Kauf der CDs nutzen, bot im zweiten Teil des Abends die Band „Dallahan“ „Irish Music from Scotland“. Sänger und Gitarrist Jack Badcock aus dem irischen County Kilkenny und Banjospieler Ciarán Ryan aus Angus in Schottland hatten die Band im berühmten Sandy Bell’s Pub in Edinburgh gegründet. Die fünf Musiker, zwei Iren, ein Schotte und zwei Ungarn, ließen es richtig krachen. Jack Badcock, Gitarrist und Sänger, hat an seiner Seite den Banjospieler Ciarán Ryan, den ungarischen Geiger Jani Lang und am Akkordeon den Schotten Andrew Waite sowie am Kontrabass den zweiten Ungarn Balázs Herman. Die Fünf brachten mal ruhige, mal schnelle Melodien auf die Bühne und verstanden es mit der Verbindung zwischen keltischem Sound und der Klangwelt des Balkans, das Publikum das zu Gehörte leben zu lassen.

„Es ist noch nicht vorbei“ beruhigte Moderatorin Kristine Talamo die frenetisch jubelnden und klatschenden Besucher, nachdem Dallahan die Bühne verlassen hatte. Denn Tradition hat das große Festival-Finale, für viele der Höhepunkt, das alle Künstler nochmals nach vorn führt, um in gemeinsamer Session den krönenden Abschluss, aber auch den Rausch des Folkabends mit dem Publikum zu feiern. So schlugen die Wogen noch einmal hoch. Es wurde getanzt, geklatscht und gesungen, bis die Besucher die Musiker mit stehenden Ovationen verabschiedeten.

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