Behörde: „Baumaßnahme hat keinen Einfluss auf Verkehrszahlen“

B51-Ausbau: Grüne denken über Folgen für Stuhr nach

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Die Ortseinfahrt Fahrenhorst aus Richtung Bassum: Nimmt der Verkehr wegen des Ausbaus der Bundesstraße 51 zu?, wollen die Grünen unter anderem wissen. Laut der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist das nicht der Fall.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Der geplante Ausbau der Bundesstraße 51 zwischen Fahrenhorst und Bassum ist bei den Stuhrer Grünen auf die Tagesordnung gerutscht. Auf dem Gebiet der Gemeinde rücken die Bagger zwar nicht an. Doch den Grünen geht es vor allem um mögliche Auswirkungen des Vorhabens auf den Verkehr in den Ortsteilen Fahrenhorst und Seckenhausen. „Wir sind Randbetroffene“, sagt Fraktionschefin Kristine Helmerichs.

Die B51 soll auf vier Teilstücken eine zusätzliche Spur erhalten, was zu einer „Vermeidung von Unfällen jeglicher Art führen soll“, erklärt Dietmar Thomsik, stellvertretender Leiter der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Nienburg. „Die Autofahrer haben auf den Abschnitten die Chance, sicher zu überholen.“

Für diese 2+1-Lösung wird die Behörde bald die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens beim Landkreis Diepholz beantragen. Bei der Planfeststellung handelt es sich um ein Genehmigungsverfahren für raumbedeutsame Vorhaben. „Noch befinden wir uns in intensiven Abstimmungsgesprächen mit Betroffenen und prüfen, ob wir den einen oder anderen Wunsch erfüllen können oder nicht“, sagt Thomsik.

Wird es durch den Ausbau mehr Fahrzeuge geben? Und wenn ja: Könnte eine Maut auf der Strecke für Abhilfe sorgen? Unter anderem das möchten die Grünen frühzeitig geklärt wissen. „Heute weiß ich, dass ich nach Bassum schlecht durchkomme. Doch wenn die Strecke attraktiver wird, könnte sie eine Alternative zur A1 werden“, befürchtet Helmerichs. Außerdem sei Fahrenhorst ein schönes Naherholungsgebiet. „Da müssen wir aufpassen, was da geschieht.“

Nach Auskunft Thomsiks wird nicht viel passieren. „Ein zusätzlicher Fahrstreifen gleich mehr Autos – das ist ein Trugschluss“, sagt Thomsik. „Ich vergleiche das mit einer Rohrleitung, die auf einem Stück größer wird, ohne dass deshalb am Anfang mehr hineinfließt.“ Der Verkehr werde in einem „ganz normalen Maß“ zunehmen – so wie dies bislang der Fall gewesen sei, unabhängig von der Baumaßnahme. Und zum Thema Maut sagt Thomsik: „Mautpflichtig kann eine Bundesstraße nur dann werden, wenn sie als vierstreifige Straße eine Anbindung zur Autobahn hat.“ Also nicht die B 51.

In jedem Fall wünschen sich die Grünen, dass das Verfahren nicht komplett an Stuhr vorbeigeht. „Wir beantragen daher, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr einzuladen, um die Planungen im zuständigen Ausschuss öffentlich vorzustellen“, schreibt Helmerichs an den Bürgermeister Niels Thomsen. Im Anschluss daran müsse überlegt werden, ob und in welcher Weise die Kommune Stellungnahmen zur Planung abgebe, fordert sie.

Damit rennt sie bei Thomsen offene Türen ein. Er wolle den Gremien auf jeden Fall vorschlagen, die Behörde einzuladen, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage, möglicherweise auch die Verkehrspolizei. „Zwischen Bassum und Fahrenhorst sind viele Stuhrer unterwegs. Für sie ist es wichtig zu wissen, was passiert.“ Das Thema sieht er am besten im Ausschuss für Verkehr, Ordnung und Soziales aufgehoben.

Laut Thomsik hat Stuhr keinerlei Einwirkungsrecht, die Gemeinde sei in dieser Sache kein Träger öffentlicher Belange. Deshalb werde der Kreis die Planungen noch nicht einmal öffentlich im Rathaus auslegen. „Da kann man natürlich immer drüber reden“, sagt Thomsik. Er könne sich vorstellen, einen Sachstandsbericht zu geben, eine Diskussion wolle er nicht führen.

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