Diplom im Auf-Kinder-Aufpassen

Bedarf ist groß: Gemeinde Stuhr bietet im Oktober Babysitterkurs für Jugendliche an

Zeigen, wie es geht: (v.l.) Gudrun Baumann, Nicole Feldmann-Paske, Kristin Martin und Aljona Kabasch.
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Zeigen, wie es geht: (v.l.) Gudrun Baumann, Nicole Feldmann-Paske, Kristin Martin und Aljona Kabasch.

Die Gemeinde Stuhr bietet Jugendlichen ab 13 Jahren demnächst die Möglichkeit, ein Babysitter-Diplom zu machen und in ein Vermittlungsnetzwerk aufgenommen zu werden. Der zweitätige Kurs dazu findet am 9. und 10. Oktober statt und gibt Babysittern theoretische und praktische Tipps für den Umgang mit Kindern.

Stuhr – Jeder hat vermutlich schon mal im Jugendalter für Freunde oder Verwandte auf Kinder aufgepasst und sich so sein Taschengeld aufgebessert. Dabei ist Babysitting eine verantwortungsvolle und nicht immer leichte Aufgabe. Daher bietet die Gemeinde Stuhr am 9. und 10. Oktober einen Kurs für jugendliche Babysitterinnen und Babysitter an – und hilft aktiv bei der Vermittlung.

Offene Türen eingerannt

Das Projekt entstand in Kooperation der Freiwilligenagentur, dem Familienservice- und dem Gleichstellungsbüro der Gemeinde. Die Idee dazu hatte Gudrun Baumann von der Freiwilligenagentur: Die Krise habe gezeigt, dass „Jugendliche sehr interessiert sind an Nachbarschaftshilfe“, sagt sie und ergänzt: „Und Jugendliche sind sehr interessiert an Taschengeld.“ Mit ihren Vorstellungen habe Baumann bei den Partnern „sofort offene Türen eingerannt“ oder, wie sie zusammenfasst: „Die richtige Idee zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten an der richtigen Stelle!“

Das bestätigt auch die Stuhrer Gleichstellungsbeauftragte Nicole Feldmann-Paske: „Jetzt ist es an der Zeit, für junge Leute ein Angebot zum Selbstentwickeln und zur wirtschaftlichen Autonomie durch zusätzliches Taschengeld bereitzuhalten.“ Dabei sei ihr wichtig, dass sich nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen jeweils ab etwa 13 Jahren angesprochen fühlen sollen. Denn von klassischen Geschlechterbildern wolle man auch während des Kurses abrücken, sodass die angehenden Babysitter nicht nur die Puppen für Mädchen und die Matchbox-Autos für Jungs herauskramen, so Feldmann-Paske. Sie selber habe als Mutter Babysitter und Au-pairs als „sehr wertvoll“ wahrgenommen.

Von Allergien bis Wickeln

Den praktischen Input erhalten die Jugendlichen von Kristin Martin. Die Krankenschwester zeigt die auf das Wichtigste herunterbrochenen Aspekte der Ersten Hilfe, die Babysitter beherrschen sollten. „Man muss nicht wissen, wie man eine Unfallstelle absichert“, sagt sie. Stattdessen sollen Reanimation geübt und die richtigen Handgriffe bei Notfällen wie Verschlucken, Verbrennungen oder Allergien besprochen werden. Auch Klassiker wie Wickeln stehen auf dem Plan. Theoretisch wird es bei den rechtlichen Komponenten: Was darf ich als Babysitter und was nicht? Kristin Martin hofft auch auf viele Ideen der Jugendlichen, die sich aktiv in den Kurs einbringen dürfen und sollen.

Der Bedarf ist da

Nach dem Kurs, der am Samstag von 10 bis 16 Uhr und Sonntag von 10 bis 14 Uhr im Treffpunkt Sie(h)da in der Jupiterstraße 1 stattfinden wird, erhalten die Teilnehmer ein handfestes Babysitterdiplom. Und nicht nur das: Das Familienservicebüro wird eine Kartei einrichten, um die ausgebildeten Babysitter später mit Hilfe suchenden Eltern zusammenzubringen. Diese können sich an Aljona Kabasch vom Familienservicebüro wenden, die weiß: „Der Bedarf ist da.“

Ein derartiges Angebot habe es laut Nicole Feldmann-Paske zumindest in der jüngeren Vergangenheit in Stuhr und Umgebung nicht gegeben. Die Räume des Treffpunkts bieten genügend Platz, sodass Abstandsregeln für die Gruppe, deren Größe auf zehn beschränkt ist, problemlos eingehalten werden können. Die Kursgebühr beträgt 20 Euro und soll eine gewisse Verbindlichkeit bei den Anmeldungen gewährleisten, sagt Feldmann-Paske. Und sollte die Nachfrage die Kapazitäten überschreiten, so wären „kurzfristig weitere Angebote möglich“.

Anmeldung
Bis zum 8. Oktober per Mail an Aljona Kabasch (akabasch@stuhr.de) oder an Nicole Feldmann-Paske (gleichstellungsbeauftragte@stuhr.de).

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