Deutsche Glasfaser: Banner weg?

Gemeinde Stuhr lässt Plakatierung überprüfen

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Ein Werbebanner der Deutschen Glasfaser auf dem Gelände des Kita-Neubaus in Neukrug. Der Bürgermeister überprüft, ob er die Duldung dieser Banner auf Gemeindegrundstücken aufhebt.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Wieviel Werbung ein Unternehmen oder Veranstalter in Form von Plakaten oder Bannern in der Gemeinde machen und wo genau das passieren darf, ist klar geregelt. Für Stuhr gilt: Mehr als 40 kleine Plakate – von der Größe vergleichbar mit denen von Politikern in Wahlkampfzeiten – sind nicht erlaubt.

Außerdem müssen diese nummeriert und dürfen nicht an Verkehrszeichen angebracht sein. Ausgeschlossen ist zudem die Plakatierung in Brinkum-Nord, „damit sich die Verkehrsteilnehmer auf der vierstreifigen Fahrbahn auf die Straße konzentrieren“, sagt Michaela Schierenbeck, Fachdienstleiterin Verkehr und Feuerwehr.

Um einen Überblick zu behalten, lässt die Verwaltung den Firmen 40 Aufkleber zukommen, die als Plakatierungsgenehmigung gelten. Darauf befinden sich neben der jeweiligen Nummer auch das Siegel der Gemeinde und der bewilligte Zeitraum. Die Aufkleber müssen gut sichtbar auf den Schildern angebracht sein – falls das Rathaus die Einhaltung seiner Vorschriften kontrollieren möchte. „Wenn wir einen Hinweis darauf bekommen, dass die Nummerierung fehlt oder es zu viele Plakate sind, gehen wir dem nach“, sagt Schierenbeck.

40 Plakate in Groß Mackenstedt

Genau das hat die Verwaltung laut Bürgermeister Niels Thomsen jetzt im Falle der Deutschen Glasfaser veranlasst. Vorausgegangen war der Anruf eines Bewohners aus Heiligenrode, der seine Einschätzung auch der Kreiszeitung mitgeteilt hatte. Demnach soll es das Unternehmen mit seiner Werbung etwas übertrieben haben. „Auf 40 Plakate komme ich allein schon in Groß Mackenstedt“, sagte der Heiligenroder, der namentlich nicht genannt werden wollte.

„Der Bauhof hat den Auftrag erhalten, sich das anzusehen. Das haben wir so auch der Deutschen Glasfaser mitgeteilt“, sagt Thomsen. Hänge jemand zu viele Plakate auf, erlische die Genehmigung.

Massive Werbung

Die Deutsche Glasfaser bewirbt zurzeit massiv den Ausbau ihres „Giga-Netzes“ in Groß Mackenstedt, Heiligenrode, Seckenhausen und Neukrug. Grund: 40 Prozent der Hauhalte muss das Unternehmen nach eigener Auskunft in der sogenannten Nachfragebündelung erreichen, um loszulegen (wir berichteten). Die Gemeinde freut sich über dieses Engagement.

Sowohl Thomsen als auch Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier betonen, dass ein privater Investor in unterversorgten Gebieten eine dringend benötigte Infrastruktur zur Verfügung stellen wolle – so wie er das in Gewerbegebieten bereits getan habe.

Aber muss die Gemeinde deshalb gleich ihre Grundstücke für private Werbemaßnahmen hergeben? Die Rede ist von großen Bannern, die zum Beispiel auf der Grünfläche des Ehrenmals an der Hauptstraße in Seckenhausen oder auf dem Gelände des Kita-Neubaus in Neukrug auf das Angebot der Deutschen Glasfaser aufmerksam machen. Auch das hatte der Heiligenroder kritisiert. Laut Wimmelmeier durfte die Deutsche Glasfaser bereits in den Gewerbegebieten für einen begrenzten Zeitraum auf Bannern die Werbetrommel für ihr Produkt rühren. „Wir hätten dies auch der Telekom oder der EWE erlaubt, wer immer ein Glasfaserkabel bis vor die Haustür hätte legen wollen“, sagt Wimmelmeier. Der Kommune gehe es nicht um die Firma, sondern um die Infrastruktur.

Gleichwohl könnte es jetzt dazu kommen, dass die Gemeinde die Banner der Deutschen Glasfaser entfernen lässt. „Ja, das ist eine Bevorzugung eines Unternehmens“, gibt Thomsen zu. Er nehme die Kritik zum Anlass, die Duldung dieser Werbung auf Gemeindegrundstücken zu überprüfen.

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