Bau-Profi mit Manager-Gen

Volker Lesemann führt den TSV Heiligenrode – mit konkreten Zielen

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Volker Lesemann stemmt gern Aufgaben für den TSV Heiligenrode. Die Hantel ist ein Symbol dafür.

Heiligenrode - Von Anke Seidel. 15 Jahre Flugzeugbau, 15 Jahre Fenstersystem-Profil und 15 Jahre Baubeschlagsindustrie: Das Bauen zieht sich wie ein roter Faden durch den beruflichen Lebenslauf von Volker Lesemann. Vor zwei Jahren hat der agile Rentner mit Manager-Gen eine neue Baustelle übernommen – im Ehrenamt und mit Tragweite für mehr als 1 000 Mitglieder. Als Vorsitzender des TSV Heiligenrode gestaltet er nicht nur das Vereinsleben entscheidend mit, sondern ein Stück Lebenswelt.

„Der TSV Heiligenrode trägt maßgeblich zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben in der Gemeinde Stuhr bei“, betont der 73-jährige Vereinschef selbstbewusst. „Neben der Gesundheitsförderung, der Bildung, Erziehung und sozialen Verantwortung geschieht dies auch durch internationale Begegnungen“, blickt er auf den Jugendaustausch mit französischen Sportlern aus Laigné-St. Gervais – gestaltet von Aktiven, die eine eigene Gruppe bilden im TSV. Wer international arbeitet, dem ist auch die Integration von Flüchtlingen wichtig. Die gehört genauso zum Vereinsleben wie die enge Zusammenarbeit mit der Schule.

Es ist eine arbeitsintensive „Baustelle“, die Lesemann übernommen hat. „Wir haben die Gaststätte neu gestaltet“, blickt er auf einen wichtigen Treffpunkt für die Vereinsmitglieder aller Sparten – und hofft, dass alle Sportler dort bald wieder ihr gewünschtes Angebot finden und sich in „ihrer“ Gaststätte zu Hause fühlen.

Wie würde er einen Lottogewinn angelegen? „Die Fußball-Abteilung platzt aus allen Nähten. Wir haben zwei Mädchen-Mannschaften, die dringend eigene Umkleidekabinen brauchen!“, benennt er ein konkretes Projekt. Auch neue Duschen müssten her. Denn mehr als 500 Mitglieder kicken im TSV Heiligenrode – der Zulauf ist groß.

Außerdem sehr beliebt: Tischtennis, Krabbelgruppe, Zumba und Fitness. Wünschen würde sich der Vorsitzende vor allem Zulauf bei der Tennissparte, die zurzeit keinen Leiter hat. Weder die fünf Tennisplätze noch die Halle sind voll ausgelastet.

Und seine eigene Lieblingssportart? Da mag sich der Vereinschef nicht festgelegen, aber er verrät: „Ohne Schwimmen fängt bei mir der Tag nicht an!“

Gemeinsam sind die Sportler stark

Der 73-Jährige weiß: Allein die sprichwörtlichen Ärmel aufkrempeln reicht bei weitem nicht. Gemeinsam sind die Sportler stark – vor allem durch die Mitglieder, die ihre Freizeit für andere investieren: „Ehrenamtlich tätige Mitglieder bilden die Säulen, sie sind die Leistungsträger im Verein, ohne sie kann kein Sportverein bestehen.“ Ihnen dankt er deshalb ausdrücklich. Wie viel Zeit investiert der Vorsitzende in sein Ehrenamt? „Zwei Tage die Woche, wenn man es einigermaßen richtig machen will“, resümiert Lesemann.

Die Baustellen strukturiert und effektiv abarbeiten – das ist ein klar gestecktes Ziel des Vereinschefs. Doch der Frust in seiner Stimme ist unüberhörbar, als er über das Projekt Heizung berichtet: „Die planen wir jetzt im dritten Jahr!“ Die Hoffnung, dass die Installation in den Sommerferien endlich Wirklichkeit wird, hat sich längst zerschlagen. „Im Winter wird eine Phase kommen, wo wir Räume schließen müssen“, prophezeit Lesemann mit düsterem Blick, „denn sonst kann die neue Heizung ja nicht eingebaut werden.“ Diese unendliche Geschichte fasst der Vereinschef in vier Worten zusammen: „Das ist ein Trauerspiel.“

Zuschüsse auf der Kippe

Sein Herzenswunsch ist die Neuregelung der Partnerschaft zwischen Gemeinde und Verein – ein neuer Vertrag statt der beständigen Vertragserneuerungen, die seit drei Jahrzehnten Praxis sind: enorm viel Lesestoff für ehrenamtliche Funktionäre.

Außerdem hofft der TSV-Vorsitzende inständig, dass die neue LED-Beleuchtung für die Tennishalle termingerecht installiert werden kann, „weil sonst die Zuschüsse verfallen“, mahnt Lesemann. Es geht um 42.000 Euro.

Seinem Nachfolger im Amt möchte er „Strukturen hinterlassen, die den Verein zum Erfolg führen“. Aus privaten Gründen will der 73-Jährige den Vorsitz abgeben, aber einen Nachfolger gibt es noch nicht. Doch der Vereinschef hat schon protokollarisch festhalten lassen: Für ihn ist Ende des Jahres Schluss. Ein fähiger Nachfolger – das wäre ein Lotto-Gewinn für Lesemann.

Mehr auf: www.tsvheiligenrode.de

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