Stuhrer Band Lenna von Bundesministerium ausgezeichnet

„Wir möchten zusammen den nächsten Schritt gehen“

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Sängerin Alenna Rose.

Stuhr - Von Marcel Kloth. Für Lenna läuft es gerade richtig gut. In diesem Jahr hat die Newcomerband ein ausverkauftes Akustik-Konzert im Stuhrer Rathaus veranstaltet und ihre erste EP „1000 Farben“ veröffentlicht. Kürzlich hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ihren Song „S.O.S“ ausgezeichnet.

Deshalb wurden die fünf jungen Musiker zum 32. „Treffen junge Musik-Szene“ nach Berlin eingeladen. Vom 11. bis zum 16. November durften sie mit weiteren Preisträgern an einigen Workshops teilnehmen und sich professionelle Kritik einholen. Im Interview sprechen sie über ihre Zeit in Berlin, was sich nach dem Treffen für sich verändert hat und über kommende Projekte.

Wie habt ihr von dem Wettbewerb des Bundesministeriums erfahren?

Tammo: Ich kannte den Wettbewerb, da ich dort mit meiner früheren Band Kabelsalat schon 2010 und 2011 teilnehmen durfte. Damals haben wir durch einen Lehrer in der Schule davon erfahren. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis wir es auch in dieser Konstellation mal versuchen. Jetzt hat es sogar auf Anhieb geklappt.

Was bedeutet der Preis für euch?

Alenna: Der Preis bedeutet uns sehr viel! Wir sind jetzt ja nicht nur Bundespreisträger und haben eine Urkunde bekommen, sondern uns wurde in den fünf Tagen richtig was geboten. Wir haben sehr viel professionelle Unterstützung bekommen. Das macht den Preis so besonders.

Fynn: Wir haben in Berlin mit vielen Dozenten zusammengearbeitet und wertvolles Feedback zu uns bekommen. Außerdem wurde uns viel neues gezeigt. Mit den Jurymitgliedern und Dozenten darf man sonst nicht so einfach arbeiten, die kommen z.B. von der Deutschen Pop oder der PopAkademie.

Florian: Wir sind auch in den Genuss gekommen, mit der ehemaligen Backgroundsängerin von Elton John zu arbeiten. Die hatte es echt drauf!

Wie sind die Tage in Berlin abgelaufen?

Juri: Morgens waren wir ab zehn Uhr im Haus der Berliner Festspiele, dort sind die Tage aber immer unterschiedlich abgelaufen. Es gab verschiedene Workshops, Videoanalysen, interessante Gespräche und abends mehrere Jam-Sessions, die auch gut und gerne mal bis mitten in die Nacht gingen.

Tammo: Am ersten Tag lernt man sich erstmal kennen und trifft die anderen Preisträger. Jeder darf einen Song von sich spielen, damit man weiß, mit wem man es in den nächsten Tagen zu tun hat. Am zweiten Tag gibt es das Konzert im Haus der Berliner Festspiele, das auch sehr gut besucht war. Das hat richtig Spaß gemacht! Da durfte jeder Preisträger zwei Songs von sich spielen - den Song, mit dem er gewonnen hat und einen weiteren. Dieser Auftritt wurde in Bild und Ton mitgeschnitten und die restlichen Tage haben darauf aufgebaut. Die Leistung wurde bewertet und dann in den Workshops analysiert.

Florian: In den fünf Tagen gab es natürlich auch sehr viel zu essen, leckeren Wein und gutes Bier. Außerdem war die Stimmung unter allen Künstlern richtig gut. Es war wirklich total harmonisch, alle waren immer gut drauf und hatten ein Lächeln für dich, du konntest mit allen schnacken, es hat echt Bock gemacht.

Alenna: Das lag daran, dass es keinen Wettbewerb mehr gab, sondern die Gewinner zusammengekommen sind. Wir haben es alle geschafft und können die Tage genießen. Es gab kein Konkurrenzverhalten.

Fynn: Es waren auch ehemalige Teilnehmer aus den letzten Jahren dabei. Die haben dann abends mitgespielt und wir konnten mit ihnen reden und erfahren, was sie jetzt so machen und was ihnen die Teilnahme rückblickend gebracht hat.

Was habt aus der Zeit in Berlin mitgenommen?

Tammo: Die Tage haben uns jede Menge Motivation gebracht. Wir hatten davor zwar motivationsmäßig kein Tief, aber jetzt ist sie nochmal viel größer. Es wurden viele Dinge gesagt, die man nicht innerhalb von fünf Tagen umsetzen kann. Wir kommen jetzt zurück in den Proberaum und der Alltag geht wieder los, aber wir wissen jetzt, woran wir arbeiten können. Das ist der größte Vorteil für uns. Wir erinnern uns gerne an die Zeit zurück, wissen aber auch, um so etwas nochmal zu erleben ist es nötig, noch einen Schritt zu machen. Uns ist bewusst geworden, dass wir diesen Schritt zusammen gehen möchten. Den nächsten Schritt zur Professionalität, den nächsten Schritt zu Popularität.

Vor einigen Wochen habt ihr an der Aktion „Mein Name ist Mensch“ teilgenommen. Wie ist das entstanden?

Florian: Wir haben eine befreundete Band aus Berlin, die Kicker Dibs. Die haben übrigens auch an dem „Treffen junge Musik-Szene“ teilgenommen. Wir haben sie im September beim Tag der Talente in Berlin kennengelernt und uns auf Anhieb gut mit ihnen verstanden. Sie haben die Aktion für Toleranz ins Leben gerufen und uns nominiert. Da wir die Ansicht teilen, haben wir natürlich gerne unseren Beitrag geleistet. Unser Song „1000 Farben“ passt auch thematisch perfekt dazu. So haben wir für die Aktion ein Video zu diesem Song gedreht. Gegen Nazis und für Vielfalt.

Im September habt ihr eure EP „1000 Farben“ veröffentlicht. Was hat sich danach für euch verändert?

Alenna: Klar sind Facebook und YouTube allgemein Plattformen, auf denen man sich verbreiten und neue Leute erreichen kann. Aber mit der EP hast du nach Konzerten direkt etwas in der Hand. Das ist schön für Leute, die auf ein Konzert von uns gehen und etwas mit nach Hause nehmen können. So hält man die Hörer bei sich. Nur mit Live-Auftritten geht das nicht.

Juri: Das ganze Leben als Musiker baut ja darauf auf, dass du auch Aufnahmen hast. Wir können nicht 365 Tage im Jahr live spielen. Es ist wichtig, Aufnahmen zu haben. Damit belohnen wir uns ja auch selbst. Es ist etwas da, was wir selbst geschaffen haben.

Tammo: Die EP ist natürlich auch ein Meilenstein für uns und ein kleines Abbild von dem, was wir in unserer Bandgeschichte bisher an Songs geschrieben haben. Auch wenn wir jetzt sagen würden, dass es alles alte Songs sind, da wir seitdem natürlich schon wieder neue geschrieben haben. Die EP steht für eine Zeit, die wir durchlebt haben und die für uns glücklicherweise eine relativ erfolgreiche Zeit mit dem Local Heroes-Gewinn usw. war.

Vor einigen Wochen habt ihr im Tower gespielt, wie kam da der Kontakt zustande?

Tammo: Wir waren Vorband für Husky, die Akustik- und Folkmusik machen. Die Auswahl an Bands, die auch eine etwas ruhigere Schiene fahren können, ist in Bremen nicht so groß. Da ist man auf uns gekommen. Wir haben natürlich gerne in unserem Lieblingsclub gespielt. Wir gehen dort privat gerne feiern oder zu Konzerten. Auch dieser Abend war richtig gut!

Welche Projekte stehen im nächsten Jahr für euch an?

Tammo: Wir möchten auf jeden Fall eine Tour in Deutschland spielen. Wann sie genau stattfindet, ist noch schwer zu sagen, da wir uns erst jetzt nach Berlin damit befassen. Wir freuen uns aber sehr darauf!

Fynn: Daneben möchten wir natürlich noch möglichst viel auf Festivals und generell viele Konzerte spielen.

Tammo: Ich glaube, hier in der Nähe ist Lenna schon ein Begriff. Jetzt geht es darum, sich auch über die Grenzen hinaus bekannt zu machen. Das wird im nächsten Jahr das Ziel sein.

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