Radtour durch ehemalige Bauernschaft

Gästeführung zeigt Vergangenheit Fahrenhorsts

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Bevor sie zur Radtour durch die Bauernschaft Fahrenhorst aufbrechen, informiert Gästeführer Christian Seevers (vorne rechts) die Teilnehmer über verschiedene Objekte, die bei der Tour angesteuert werden.

Fahrenhorst - Von Heiner Büntemeyer. Trotz des heißen Sommerwetters waren am Samstag zehn Personen gekommen, um sich mit Gästeführer Christian Seevers auf eine Radtour durch die „Bauernschaft Fahrenhorst“ zu begeben. Zunächst stellte der Gästeführer ihnen in der Schützenhalle die Objekte vor, die sie unterwegs antreffen würden, zeigte an alten Luftaufnahmen, wie sich das Straßennetz und auch der Lauf des Hombaches durch das Dorf verändert hatten.

Außerdem überraschte er seine Zuhörer mit Informationen über das ehemals unerwartet große Angebot an Geschäften und Gaststätten im Dorf. Dort gab es ein Postamt, ein Forstamt, Mühlen, Bäcker, Schuster, Kolonialwarenhändler, Schlachter, eine Drogerie, vier Tankstellen und zahlreiche Gasthäuser, von denen das Gasthaus Stöver in Feine und der „Grüne Jäger“ mit einer Kegelbahn ausgestattet waren. Der „Grüne Jäger“ hatte sogar einen Kinosaal eingerichtet, und um das „Palmstübchen“ ranken sich heute noch einige Sagen.

Der Schützenplatz lag dort, wo sich jetzt der Sportplatz befindet, also jenseits des Hombachs, und wenn man alten Geschichten glauben darf, dann gehörte es nach dem Schützenfest zu den Pflichten der Vorstandsmitglieder, auf dem Heimweg auf dem Brückengeländer zu balancieren. 

Christian Seevers erinnerte an die Schule mit Glockenturm und Uhr, der inzwischen das Feuerwehrgerätehaus ziert und zeigte ein Foto von Carsten Schröder, der der Gemeinde einst das mächtige Läutewerk schenkte. Eine besondere Rolle spielte seinerzeit im Dorfleben der Hombach, der ein Mühlrad drehte und Fischteiche mit Frischwasser versorgte. Sogar eine Badeanstalt wurde in den Hombachwiesen errichtet.

Gar nicht weit davon entfernt lag der Warwer Sand, eine Sandwüste, die durch Plaggenmahd und Winderosion entstanden war. Dort legten die Bauern 1840 einen Wall an, um ihre Äcker vor dem Treibsand zu schützen. Dieser Sand war andererseits in den Häusern sehr geschätzt, wo er als „Stubensand“ verwendet wurde, um die alten Holzdielen damit zu reinigen. Später wurde ein Teil der Sandhügel mit einer Feldbahn in die Hombachniederung transportiert, um die versumpften Wiesen nutzbar zu machen.

Den Gästen zeigte Christian Seevers eine Skizze von der „Trassierung des Heerweges für die Napoleonischen Truppen“, wie die jetzige B 51 seinerzeit bezeichnet wurde. Er stellte auch die 1938 entwickelten Pläne zum Bau einer „Reichsautobahn“ vor, die Fahrenhorst wahrscheinlich sehr verändert hätte, wenn sie realisiert worden wäre.

Im Anschluss an den Vortrag stiegen die Gäste auf das Rad und ließen sich von Christian Seevers durch das Dorf führen. Dabei erinnerte er sie unterwegs an den betreffenden Örtlichkeiten an seine zuvor gegebenen Hinweise.

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