Awo-Revisor: Licht ins Dunkel bringen

Auf der Suche nach 28000 Euro

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Revisor Hermann Rendigs will herausfinden, was es mit den 28000 Euro auf sich hat. Archivfoto: Ehlers

Brinkum - Von Sandra Bischoff. „Wir wollen schauen, dass wir die Hintergründe ein bisschen aufhellen“, sagte Hermann Rendigs gestern auf Anfrage. Während der Jahreshauptversammlung der Stuhrer Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Sonntag war er in seiner Funktion als Revisor über eine fehlende Summe von 28000 Euro gestolpert (wir berichteten). Nun will er dem Fall auf den Grund gehen.

Wie sich im Laufe des Treffens herausstellte, hatte der Kreisverbandsvorsitzende Peter Cohrsen den Betrag aus der Stuhrer Kasse entnommen und als Darlehen an den Kreisverband entliehen.

Laut Rendigs war der Kreisverband nach dem Tod des Vorsitzenden Heiner Eickhoff eingesprungen, und Cohrsen hatte stellvertretend für den Ortsverein gehandelt. Auf der Jahreshauptversammlung vor gut einem Jahr hatte sich niemand als Nachfolger für Eickhoff gefunden. „Der Verein war praktisch ein Jahr kopflos, bis auf die Kassenwartin und die Prüfer.“

Was es mit den fehlenden 28000 Euro auf sich hatte, blieb auf der Versammlung im Dunkeln. „Man verleiht nicht auf unbestimmte Zeit Geld. Und leihen heißt auch zurückzahlen“, erklärte Rendigs. Jetzt gelte es zu prüfen, woher das Geld stamme. „Wahrscheinlich wurde es aus den Mitgliedsbeiträgen angesammelt.“ Der Verein habe im vergangenen Jahr kaum Geld ausgegeben, sagt der Kassenprüfer. Es müsse also noch einiges an Barschaft vorhanden sein.

Dass der Betrag keine Leihgabe, sondern ein Geschenk war, „diesen Verdacht muss ein Kassenprüfer haben dürfen“. Zumal Rendigs keine Antwort auf die Frage erhalten habe, wann der Ortsverein den Betrag wiedersehe. Außerdem fielen bei Darlehen üblicherweise Zinsen an. „Aber vielleicht steht das auch alles in der Vereinbarung, die ich allerdings nicht kenne“, gibt Rendigs zu bedenken.

Kassenwartin Ingrid Grabedunkel wolle das Schriftstück, das laut Rendigs beim Kreisverband liegt, nun besorgen, um gemeinsam mit den Revisoren Einsicht zu nehmen. Rendigs hofft, dass sich die Ungereimtheiten damit aus der Welt schaffen lassen.

Als ein „unübliches Verfahren“ wertete Rendigs ebenfalls die Vorgehensweise zur Wahl des neuen Vorstands. „Die Mitglieder müssen den Vorstand wählen, das ist nicht geschehen.“

Peter Cohrsen wollte sich zu den Vorkommnissen gestern nicht äußern und verwies auf ein Schreiben, das an die Redaktion gehen werde.

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