Unternehmen baut zwei neue Blockheizkraftwerke in das Gebäude am Brunnenweg

Avacon Natur investiert 4,5 Millionen Euro

Auch dieser große Motor muss weichen, wenn die Avacon Natur zwei neue Blockheizkraftwerke anschafft. Das Bild zeigt Stephan Tenge, Vorstand der Avacon AG (r.), mit Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte.
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Auch dieser große Motor muss weichen, wenn die Avacon Natur zwei neue Blockheizkraftwerke anschafft. Das Bild zeigt Stephan Tenge, Vorstand der Avacon AG (r.), mit Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte.

Brinkum – Die Unterschriften unter dem Konzessionsvertrag sind trocken, und die Nahversorgung des Wohngebiets Briseck mit Fernwärme ist neu organisiert: Ab sofort betreibt die Avacon Natur nicht nur das Blockheizkraftwerk am Brunnenweg, was bislang schon der Fall gewesen ist, sondern ist auch verantwortlich für die Lieferung der Fernwärme. Dies oblag bis dato der swb-Tochter Wesernetz. Damit ist das Verfahren, das im Dezember im Gemeinderat mit der Auswahl der Wettbewerbskriterien begonnen hatte, formell abgeschlossen. Die Laufzeit des neuen Konzessionsvertrags beträgt 20 Jahre.

Den Zuschlag für das Paket hatte der Rat der Avacon Natur schon in seiner Juni-Sitzung erteilt. Ursprünglich sollten die Verhandlungsgespräche im Mai über die Bühne gehen, wurden aber coronabedingt vertagt. „Wir haben einen guten Preis vereinbart, die Bevölkerung wird günstig versorgt“, stellt Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte fest. Davon profitieren laut Stephan Tenge, Vorstand der Avacon AG, 540 Kunden sowie kommunale Einrichtungen, etwa die KGS Brinkum, die Bibliothek an der Jupiterstraße und der Kindergarten Marsstraße.

Den Preis hatte der Rat mit 60 Prozent als wichtigstes Auswahlkriterium gewertet, auf die Versorgungssicherheit und die Umweltverträglichkeit entfielen je 15 Prozent, auf „weitere kommunale Belange“ zehn Prozent.

Ihren Auftrag lässt sich die Tochter Avacon Natur einiges kosten: Das Unternehmen kündigte am Mittwoch an, 4,5 Millionen Euro am Standort Brinkum zu investieren. Hauptsächlich soll das Geld in zwei neue Blockheizkraftwerke (BHKW) in dem Gebäude am Brunnenweg fließen, 20 Prozent der Summe sind für die sukzessive Erneuerung des Netzes gedacht.

Die alten BHKWs hätten mit zehn Jahren ihr Lebensalter erreicht, erklärt Alfred Schaper, Geschäftsführer der Avacon Natur. Die neuen seien effektiver und hätten einen höheren Wirkungsgrad. „Früher erzeugten sie ein Drittel Strom und zwei Drittel Wärme, heute sind das jeweils 50 Prozent.“ Somit stütze der Stromverkauf die Wärmeerzeugung. Schaper: „Das ist eine indirekte Beeinflussung des Preises für die Kunden.“ Dass die neue Technik größer und der Platz in dem Gebäude „relativ eng“ sei, stellt nach Ansicht Schapers kein Problem dar. Vom Austausch der BHKWs werde die Bevölkerung nichts mitbekommen. Dies gelte auch für den theoretischen Fall, dass beide Motoren ausfallen. „Dann gibt es immer noch eine Ersatzversorgung.“

Voraussichtlich im vierten Quartal oder Anfang kommenden Jahres werde die Avacon Natur Infrastruktur und Kundendaten vom jetzigen Betreiber übernommen haben, kündigte Tenge an. „Dann begutachten wir das Netz und schauen, was gemacht werden muss.“ Bei einem Netz, das 20 Jahre alt sei, sei das normal, fügt Schaper hinzu. „Es hat ungefähr ein Drittel seiner Lebenszeit erreicht.“ Die Erneuerung der BHKWs habe aber Priorität.

„Wir freuen uns, dass der Rat die Wärmeerzeugung und Wärmelieferung in eine Hand gegeben hat“, sagt Tenge. Laut Schaper sei es heutzutage auch „grundsätzlich so, dass wer eine Anlage in einer solchen Größe betreibt, auch das Netzt betreibt“.

Den Ausschlag für die Entscheidung des Rates pro Avacon Natur gab der „deutliche Vorsprung“ gegenüber dem zweitbesten Bieter beim Preis. So erklärte es seinerzeit der externe Berater der Gemeinde in dem Konzessionswettbewerb, Oliver Donner. Die heutigen Kosten würden um die Hälfte unterschritten. Insgesamt sei die Avacon Natur mit einem Vorsprung von elf Prozent aus dem Verfahren hervorgegangen.

Von Andreas Hapke

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