Konzessionswettbewerb für die Fernwärme in Brinkum

Avacon Natur gibt bestes Angebot ab

Der Betrieb des Blockheizkraftwerks am Brunnenweg bleibt in Händen der Avacon Natur. Hinzu kommt der Verkauf der dort produzierten thermischen Energie.  
ArchivFoto: Ehlers
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Der Betrieb des Blockheizkraftwerks am Brunnenweg bleibt in Händen der Avacon Natur. Hinzu kommt der Verkauf der dort produzierten thermischen Energie. ArchivFoto: Ehlers
  • Andreas Hapke
    vonAndreas Hapke
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Stuhr – Wenn sich die Politiker des Gemeinderats heute um 18.30 Uhr (Beginn öffentlicher Teil) zu ihrer Ratssitzung in der KGS Brinkum treffen, dann steht auch ein Dauerbrenner auf der Tagesordnung: die Fernwärme für das Wohngebiet Briseck. Die Entscheidung darüber, wer künftig das Blockheizkraftwerk betreibt und die dort produzierte thermische Energie verkauft, steht unmittelbar bevor. Denn wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, hat die Avacon Natur im abschließenden Bieterverfahren das beste Angebot eingereicht. Nun liegt es am Rat, dem von der Verwaltung empfohlenen Zuschlag zuzustimmen.

Bislang teilen sich zwei Unternehmen den Auftrag: Während die Avacon Natur das Kraftwerk betreibt und die Fernwärme produziert, hält die swb-Tochter Wesernetz die Wegenutzungsrechte und ist somit für die Versorgung der Kunden zuständig. Mit der anstehenden Konzessionsvergabe liegt dies künftig in einer Hand. Dies war auch eine Forderung der „Initiative für faire Fernwärmepreise“, die sich 2015 für günstigere Konditionen für die Bewohner Brisecks eingesetzt hatte. Auch die Gemeinde wollte dieses zweigeteilte Konstrukt bei der neuen Vergabe vermeiden.

Kosten spielen größte Rolle

Bei der Auswahl des künftigen Anbieters hatte die Kommune Wert auf eine sichere, preisgünstige und umweltverträgliche Versorgung ihrer Bürger gelegt. Bei der Erstellung des Kriterienkatalogs spielten die Kosten für die Endverbraucher mit 60 Prozent die größte Rolle. Mit jeweils 15 Prozent schlugen die Versorgungssicherheit und die Umweltverträglichkeit zu Buche, mit 10 Prozent weitere kommunale Belange. Dahinter verbergen sich individuelle Absprachen, die die Gemeinde mit dem Betreiber treffen möchte.

Laut Vorlage hat das Rathaus die eingegangenen Angebote auf die Erfüllung der Wertungskriterien überprüft „und bei vorliegender Eignung“ mit jedem Bieter gesondert verhandelt. Nach Abschluss der Verhandlungen waren die Bewerber zur Abgabe eines letzten verbindlichen Angebots aufgefordert, dem sogenannten Best and Final Offer (BaFO). Damit hatte dann die Avacon Natur die Nase vorne. Ihr Versorgungsauftrag gilt ab Vertragsunterzeichnung für 20 Jahre.

Knappe Entscheidung?

Wie viele Bewerber in dem Verfahren ein Angebot abgegeben hatten und ob es eine knappe Entscheidung war, dazu darf Andreas Bobka, Fachdienstleiter Finanzen, nach eigener Auskunft nichts sagen. Für andere Rückfragen zum Ergebnis stehen in der heutigen Ratssitzung die Berater der kbk Rechtsanwälte und des BET Büros für Energiewirtschaft und technische Planung Rede und Antwort. Diese externe Hilfe hatte sich das Rathaus wegen der Komplexität des Verfahrens hinzugezogen.

Die Verträge mit der Avacon Natur und Wesernetz waren bereits am 17. März vergangenen Jahres ausgelaufen, besitzen aber bis zur Anschlussregelung ihre Gültigkeit. Grund für die Verzögerung ist die ebenfalls aufwendige Vergabe der Konzessionen für Strom und Gas, die laut Bobka viele personelle Kapazitäten bindet. Aktuell laufen auch dafür getrennte Wettbewerbsverfahren.

Von Andreas Hapke

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