Riesige aufblasbare Leinwand

Brinkumer Autokino geht in die Verlängerung: Filme bis mindestens 27. Mai 

Brinkum - In Brinkum-Nord gibt es seit Freitag ein Kino. Zumindest vorübergehend. Mehrere Geschäftspartner haben sich zusammengetan und mit Unterstützung der Gemeinde auf einer Fläche hinter der BMÖ-Tankstelle (Bremer Straße 112) ein Autokino aufgebaut. Die Filmvorführungen laufen bis mindestens 27. Mai.

Update vom 15. Mai:Die große mobile Kinoleinwand darf noch ein bisschen in Brinkum-Nord bleiben. Die Gemeinde Stuhr hat den Betreibern des Autokinos ermöglicht, in die Verlängerung zu gehen und hinter der BMÖ-Tankstelle an der Bremer Straße bis zum 27. Mai Filme zu zeigen.

Eigentlich wäre am Sonntag schon der letzte Kinotag gewesen. Die Gemeinde Stuhr hatte das Projekt zunächst für vier Wochen genehmigt. Doch von vornherein war es der Wunsch der Betreiber gewesen, die Fläche in der Nähe der Ikea-Kreuzung noch etwas länger in ein Kino zu verwandeln.

Autokino in Brinkum-Nord: Viele Filme bereits ausverkauft

Update vom 30. April: Viele der Filme, die in Stuhr gezeigt werden, waren bereits kurz nach Bekanntgabe des Autokino-Programms ausverkauft, die Zuschauer strömen auf den Platz an der BMÖ-Tankstelle in Brinkum-Nord. Mittlerweile müssen interessierte Besucher hoffen, dass bald wieder Karten verfügbar sind. Wann es eine Erweiterung der Kapazitäten geben wird, war am Mittwoch noch offen. Die Betreiber halten sich strikt an die geforderten Corona-Auflagen, sind aber zuversichtlich, die Zahl der Plätze von derzeit 150 auf mehr als 200 steigern zu können.

Auch weitere Filme sollen bald angekündigt werden, um weitere Filmfans begrüßen zu können. „Zum Überleben reicht es nicht, aber wir wollen Präsenz zeigen“, sagt Bernd Aurin, Geschäftsführer vom Cinespace. Klassisches Kino mit einer richtig großen aufblasbaren Leinwand, da schlägt das Herz eines jeden Kinofans höher, ist er überzeugt.

Originalartikel vom 24. April: Die 20 mal 10 Meter große Leinwand stammt von der Firma Moviescreens Rental. Das Unternehmen besitzt mehrere solcher mobiler Kinowände und das nötige technische Zubehör. Der Geschäftsführer Alexander Thye hatte zusammen mit Projektmanager Servent Mutlu (von der Firma Planetmutlu), Bernd Aurin (Cinespace Multiplex Kino) und Ronald Rose (Bremer Mineralölhandel/BMÖ) die Idee zu dem Autokino. Das war schon vor rund einem Jahr, als Corona in Deutschland noch kein Thema war. Ursprünglich hatten die Geschäftspartner vor, ihre Idee später zu realisieren, vielleicht im Juli oder August, wenn die Fußballsaison zu Ende ist. Tja, und dann kam Corona. Schnell war klar: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt.

„Die Leute wollen jetzt einfach raus“, sagt Alexander Thye, der selbst auch Kinobetreiber ist. Aber Autokino sei nicht nur in Krisenzeiten reizvoll, führt er aus. Im vergangenen Jahr habe er eine Umfrage gemacht. Warum gehen Menschen ins Autokino? „Der Hauptgrund war die Privatsphäre, die die Menschen in den Autos haben“, sagt der Mitorganisator.

Aufblasbar: die Leinwand.

Der Aufbau begann vor zwei Tagen. „Die Leinwand funktioniert so ähnlich wie eine Kinderhüpfburg und wird aufgeblasen“, erklärt Thye. Das dauere nur 15 Minuten. Umgekehrt gehe es auch fix, und das mache die Leinwand sehr sicher: Bei einem plötzlichen Sturm könnte man einfach schnell die Luft ablassen. Thye macht sich aber keine Sorge, dass eine der Vorführungen wegen Windes abgeblasen werden muss – das sei in den vergangenen Jahren nie passiert. Denn die Vorstellungen können erst beginnen, wenn es dämmert. „Und wenn es dunkel wird, wird es in 99 Prozent der Fälle deutlich windstiller.“

Dem Kinobetreiber zufolge ist es eine Herausforderung, einen großen Platz zu finden, der nicht durch Bäume oder Laternen „zerhackt“ ist. Die Fläche hinter der Tankstelle sei ideal. Sie gehört dem Bremer Mineralölhandel. Laut BMÖ-Geschäftsführer Ronald Rose ist ein kleiner Teil der Fläche als Stellfläche für Lkws verpachtet – doch die Laster hätten ohne Murren Platz für das Kino gemacht. Die restliche Fläche war ihm zufolge eine Anlaufstelle für Wildparker. Sie wurde geräumt.

Haben zusammen ein Autokino nach Brinkum geholt: (v.l.) Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier, Bürgermeister Stephan Korte, Alexander Thye (hinten, Geschäftsführer Moviescreens Rental), Servet Mutlu (Geschäftsführer Planetmutlu), Ronald Rose (Geschäftsführer BMÖ) und Bernd Aurin (Geschäftsführer Cinespace Multiplex Kino).

Auf dem Gelände an der Landesgrenze ist theoretisch Platz für mindestens 300 Autos – aber das Autokino-Team will erst mal sachte anfangen. „Jetzt alles vollzustopfen wäre der falsche Weg“, sagt Projektmanager Servent Mutlu. „Wir fangen erstmal mit 150 Autos an und sehen dann weiter.“ Vielleicht würde es auf 250 Autos hinauslaufen, aber das müsste sich in den kommenden Tagen noch zeigen. Die erste Vorstellung war am Freitag.

Die Besucher fahren über die Bremer Straße zur Tankstelle. Dort können sie sich entscheiden, ob sie sich in einem Drive-in bei der Tankstelle noch schnell Popcorn, Süßigkeiten und Getränke holen, oder ob sie direkt auf das Kinogelände fahren. Auf dem Gelände selbst gibt es keine Verpflegung. Es ist aber erlaubt, sich eigenes Essen und Trinken mitzubringen. Toiletten gibt es im Notfall bei der Tankstelle, grundsätzlich sind die Besucher jedoch angehalten, ihr Fahrzeug nicht zu verlassen. Der Ton wird übrigens über eine Sendefrequenz der Bundesnetzagentur in die Autos gefunkt.

Die Tickets müssen unbedingt im Vorfeld online gekauft werden. Vor Ort werden sie nur noch gescannt. Der Preis für ein Auto mit einem oder zwei Insassen beträgt 24 Euro. Sitzen drei Menschen im Auto, sind es 28 Euro, bei vier Personen 32 Euro. Kleinere Autos stehen in den vorderen Reihen, größere hinten.

Die Beteiligten loben die Gemeinde, die ein sehr zügiges Genehmigungsverfahren ermöglicht habe. Über die Sondergenehmigung von vier Wochen sagt Mutlu: „Wir hoffen, dass wir in dieser Zeit eine Menge Menschen glücklich machen können.“ Gegen eine Verlängerung hätte er aber auch nichts einzuwenden.

Die nächsten Vorführungen:

Samstag, 25. April: Die Goldfische (20.45 Uhr) 

Sonntag, 26. April: The Gentleman (20.45 Uhr)

Montag, 27. April: Engel für Anfänger (20.45 Uhr) 

Dienstag, 28. April: Apocalypse Now - Final Cut (20.45 Uhr) 

Mittwoch, 29. April: Joker (20.45) 

Donnerstag, 30. April: Bohemian Rhapsody (21 Uhr) 

Freitag, 1. Mai: Das perfekte Geheimnis (21 Uhr)

Samstag, 2. Mai: Knives Out - Mord ist Familiensache (21 Uhr)

Sonntag, 3. Mai: Der König der Löwen (21 Uhr) 

Montag, 4. Mai: Zombieland: Doppelt hält besser (21 Uhr)

Alle Termine und Tickets unter:

www.cineplex.de/filmreihe/autokino/3174/bremen/

Rubriklistenbild: © Mutlu

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