Ausverkauftes Herbstkonzert der Philharmonie Nordwest in Varreler Gutsscheune

Charmante „Genoveva“ begeistert

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Rund 400 Gäste lauschten dem Herbstkonzert der Philharmonie Nordwest.

Varrel - Den Abschied vom Sommer versüßte erneut das Herbstkonzert der Klassischen Philharmonie Nordwest unter Leitung von Ulrich Semrau. Die mehr als 40 Musiker hatten am Freitagabend ein neues Programm in die Varreler Gutsscheune mitgebracht. Werke von Schumann und Brahms sollten die Gäste erfreuen, was hinsichtlich der schrecklichen Ereignisse in Paris sicherlich vielen Besuchern gut tat.

Ungewöhnlich wortlos verneigte sich Semrau vor den rund 400 Zuhörern in der ausverkauften Gutsscheune. Dann eröffneten die Musiker das zweistündige Konzert mit Robert Schumanns Ouvertüre zu „Genoveva“. Im April 1847 las Schumann Friedrich Hebbels „Genoveva“, ein Stück aus der Feder eines der damals populärsten Dramatiker. Das Werk hinterließ einen starken Eindruck bei dem Komponisten, und so griff er es für seine Arbeit auf. Die Ouvertüre von Schumann ist vielen Klassikfreunden im Gedächtnis geblieben, während die später entstandene Oper fast vollständig in Vergessenheit geraten ist.

Der fröhliche Auftakt von Robert Schumann war voller musikalischer Versprechungen von rauschenden Bächen und grünen Wäldern. Das Ensemble geleitete die begeisterten Zuhörer mit Hörnern, Pauken, Streichern sowie zarten Flöten weiter zu Johannes Brahms (1833 bis 1899). Der sorgte mit seinen fantastischen Variationen zu einem Thema von Joseph Haydn op. 56a für einen der Höhepunkte im Programm.

Brahms war ein guter Freund des Ehepaares Schumann und Zeit seines Lebens unsterblich in Roberts Gattin Clara verliebt. Gedanken über diese platonische Romanze konnten sich die Konzertbesucher zu der wunderschönen Musik machen.

Im zweiten Programmteil übernahm Robert Schumann mit seiner Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97, die „Rheinische“. Seine euphorische Stimmung anlässlich des Umzugs von Dresden nach Düsseldorf klang den Gästen in den Ohren. „Rheinische Stimmung“ kam auch bei den Besuchern auf, als das mit Musikern aus zehn Nationen besetzte Orchester das gleichnamige Stück präsentierte.

Gefehlt hat in diesem Herbstkonzert ein wenig Moderation, die der Besucher von Ulrich Semrau gewohnt war. Die ausgelegten Info-Programme blieben entsprechend oft unbeachtet.

„Die Kleidung hat mir nicht gefallen“, kommentierte außerdem eine Konzertbesucherin den Anblick der Musiker, die zum Teil in recht saloppen T-Shirts und Hosen auftraten. Das passte nach Ansicht der Besucherin nicht zu dem anspruchsvollen Veranstaltungsort. Ein Wermutstropfen, trotz der insgesamt tollen Leistungen des Ensembles der Klassischen Philharmonie Nordwest.

ak

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