Stuhr lässt sich Gebäude in Brinkum, Seckenhausen und Moordeich 14 Millionen Euro kosten

Ausschuss stellt Weichen für Schulbauten

Die Grundschule Seckenhausen soll einen zweistöckigen Anbau erhalten – in etwa auf der Breite zwischen dem Baum links und dem Gebeäudeende rechts.
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Die Grundschule Seckenhausen soll einen zweistöckigen Anbau erhalten – in etwa auf der Breite zwischen dem Baum links und dem Gebeäudeende rechts.

Stuhr – Der Schulausschuss der Gemeinde Stuhr hat am Dienstagabend die Weichen für die Entwicklung an der KGS Brinkum sowie an den Grundschulen in Moordeich und Seckenhausen gestellt. Die Politiker empfahlen Neu- und Erweiterungsbauten in einer Größenordnung von insgesamt fast 14 Millionen Euro.

Das größte und mit rund 9,5 Millionen Euro teuerste Gebäude soll die KGS Brinkum am Brunnenweg erhalten. Allein durch die Konzentration an diesem Standort und die damit einhergehende Auflösung der Räume in der Grundschule Feldstraße entsteht ein Bedarf von 15 zusätzlichen allgemeinen Unterrichtsräumen (AUR). Weitere acht AUR sind wegen notwendiger Kapazitäten für die Differenzierung im Bestand erforderlich, sechs AUR entfallen durch den Rückbau der Systembauten.

Der Neubau verfügt über 34 AUR und hat damit noch etwas Puffer für spätere Entwicklungen. Die Sekundarstufe II würde komplett in dieses Haus umziehen. Geplant ist es auf der Fläche, auf der sich jetzt noch die Systembauten und der Oberstufen-Strand befinden. Da der Bebauungsplan für dieses Areal Flächen für Sportanlagen, Gemeinbedarf und Grünanlagen vorsieht, muss eine B-Plan-Änderung her. Dies soll nach Auskunft der zuständigen Fachdienstleiterin Ann-Kathrin Dannenberg bis Mitte 2022 passieren. Erst dann könnte die Vergabe der Architektenleistung erfolgen. Baubeginn wäre voraussichtlich im Frühjahr 2023, Fertigstellung gegen Ende 2024.

Etwas früher, im Frühjahr 2023, könnte trotz europaweiter Ausschreibung der Architektenleistung der zweistöckige Neubau in Seckenhausen stehen. Die Verwaltung hat ihn inklusive Umbau im Bestand mit 2,4 Millionen Euro veranschlagt.

In Seckenhausen fehlt dauerhaft nur ein AUR, dafür aber vier Differenzierungsräume, ein PC- und ein Erste-Hilfe-Raum, Lehrerarbeitsplätze sowie Büros für die Sozialpädagogin und die Krisenintervention. Der Neubau würde eine Verlängerung des bestehenden Gebäudes in Richtung Sportplatz bilden. Durch einen Fahrstuhl wäre das Obergeschoss barrierefrei zu erreichen.

Der Ausschuss empfahl diese Variante C unter anderem deshalb, weil sie alle Räume unter einem Dach vereint. Das alternative Konzept sieht dagegen eine Dreiteilung vor (Konzept A). Nach Auskunft von Schulleiterin Andrea Rahn würden beide Varianten „eine große Verbesserung für uns bedeuten“. Die Zerklüftung in Variante A mache die Organisation der Abläufe zwar „nicht unmöglich, aber schwierig“, sagte sie. „Sie schränkt uns pädagogisch ein.“ Acht Räume seien nicht barrierefrei zu erreichen. Lehrerin Wiebke Bittner pflichtete ihrer Chefin bei: „Ich habe ein körperbehindertes Kind in meiner Klasse und wäre froh, wenn wir alle Bereiche erreichen könnten.“

Perspektivisch könnten in Seckenhausen noch die Systembauten für 40 000 Euro zurückgebaut oder für 60 000 Euro energetisch saniert werden.

Für 1,76 Millionen Euro soll die Grundschule Moordeich einen zweigeschossigen Anbau im rückwärtigen Bereich der Sporthalle erhalten. Dort soll eine eigene Mensa mit Zubereitungs- und Spülküche sowie drei Esszimmern einziehen, außerdem zwei AUR und Nebenräume. Räume für Differenzierung und Besprechung sind ausreichend vorhanden. Die Erweiterung des Lehrerzimmers ist im Innenhof vorgesehen. Kosten: zusätzliche 87 000 Euro.

Ob in einem zweiten Bauabschnitt ein weiterer Anbau hinzukommt, wollten die Politiker noch nicht entscheiden. Der Trakt würde die Ausweitung des Ganztagsangebots sowie einen 15. AUR ermöglichen. Dafür müsste die Gemeinde noch mal 1,35 Millionen Euro berappen, zuzüglich 30 000 Euro für den Rückbau der dann nicht mehr benötigten Systembauten. Alternativ wären eine Aufstockung der Systembauten um einen AUR und eine energetische Sanierung möglich. Dies wäre für 70 000 Euro und damit vergleichsweise günstig zu haben.

Die Empfehlungen für Brinkum und Seckenhausen gab der Ausschuss einstimmig, die für Moordeich mit einer Enthaltung. Grund: Der FDP-Ratsherr Jürgen Timm wollte den zweiten Bauabschnitt bereits jetzt mitplanen lassen und als Architektenleistung vergeben, stand damit aber allein auf weiter Flur. „Wenn wir die Chance haben, eine vernünftige Planung aufzustellen, sollten wir die jetzt machen“, sagte Timm.

Laut Fachbereichsleiterin Katrin Frohburg würde der Auftrag dadurch ein derart großes Volumen erreichen, dass europaweit ausgeschrieben werden müsste – mit entsprechender Verzögerung des Baubeginns. Stand jetzt gilt: Nach der Vergabe der Architekturleistungen bis Ostern 2021 und dem Baubeginn im Herbst desselben Jahres könnte das Gebäude 2023 fertig sein.

Von Andreas Hapke

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