Versickerung bereitet Politikern Sorgen

Ausschuss kippt Bebauungsplan

An der Varreler Landstraße sollen Wohnungen entstehen. - Foto:Ehlers

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat den Bebauungsplan „Varreler Landstraße“ abgelehnt. Zehn Politiker sprachen sich gegen das Vorhaben aus, drei enthielten sich der Stimme.

Auf dem rund 12 000 Quadratmeter großen ehemaligen Gewerbegrundstück sollen vier Gebäude mit insgesamt 32 Wohneinheiten entstehen, erklärte Ingenieur Thomas Weinert vom gleichnamigen Planungsbüro. Es sind Stellplätze für 48 Fahrzeuge angedacht. Der Niederschlag soll in Muldenversickern.

„Das ist kein ideales Konzept, schließlich befinden wir uns dort im Überschwemmungsgebiet“, sagte Landvolkvertreter Jens Warnke. Dem schloss sich Kristine Helmerichs, Fraktionsvorsitzende der Grünen, an: „Dieser B-Plan macht mich nicht glücklich.“ Sie bemängelte die ihrer Meinung nach zu geringe Zahl der Stellplätze. Außerdem stieß ihr die dichte und intensive Bebauung sauer auf. „Wenn man lange in Stuhr wohnt, weiß man auch viel über Wasser“, sagte sie in Anspielung auf die Überschwemmungen in der Vergangenheit. Sie wünschte sich mehr Versickerungsmöglichkeiten und erklärte, sie werde dem Vorhaben nicht zustimmen. Nun muss der Verwaltungsausschuss in seiner nächsten Sitzung entscheiden, wie es mit dem Bebauungsplan für das Grundstück an der Varreler Landstraße weitergeht.

Mit den Gegenstimmen von FDP und „Besser“ brachten die Politiker den Bebauungsplan „Bahnhof Stuhr“ auf den Weg. Dieser ist für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 notwendig, die in drei Jahren fahren soll. Auf dem Gelände soll eine Haltestelle mit Park-and-Ride-Platz entstehen. Laut Rathausmitarbeiterin Anke Geppert sind dort 40 Parkplätze sowie Abstellmöglichkeiten für Fahrräder angesetzt. Dazu müsse auch das Gründstück mit dem ehemaligen Bahnhofsgebäude überplant werden, das sich in Privatbesitz befindet. Dort hat die Stuhrer FDP ihren Sitz.

Der Liberale Jan-Alfred Meyer-Diekena erklärte, der Eigentümer des Geländes wolle nicht überplant werden, stelle es der Gemeinde aber bei Bedarf zur Verfügung. „Es besteht keine Notwendigkeit, die Fläche aufzunehmen“, sagte er. Der Eigentümer habe die Zusage der Gemeinde, dort erweitern zu können, das sei bei einer Überplanung jedoch nicht mehr möglich. „Wir haben gerade besprochen, den Lärmaktionsplan umzusetzen. Deshalb sollten wir jetzt Dinge in Angriff nehmen, die den Lärm reduzieren, wie die Straßenbahn. Der B-Plan ist alternativlos“, sagte Rolf Meyer (SPD).

Kristine Helmerichs richtete ihre Kritik direkt an den Liberalen: „Ich finde es nicht gut, wenn man sich im Ausschuss als Anwalt von Einzelinteressen stark macht. Wir sind für das Gemeinwohl zuständig.“

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