Ausschuss informiert sich über Nitrat-Belastung in der Gemeinde

„Beim Trinkwasser braucht man einen langen Atem“

+
180 Messstellen sind zurzeit in Betrieb.

Stuhr - Von Sandra Bischoff. „Das Nitrat im Grundwasser macht Probleme“, sagt Dorothea Berger vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN). In der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Donnerstagabend hat sie einen Überblick über die Belastung des Trinkwassers in Stuhr gegeben.

Ihr Fazit für die einzige Messstelle in der Gemeinde, die in Moordeich steht, fiel positiv aus. Dort lag der Nitratgehalt bei der jüngsten Probenentnahme bei weniger als 0,44 Milligramm pro Liter (mg/l). Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 50 mg/l. Allerdings weisen die benachbarten Messstellen in Neubruchhausen und Ristedt deutlich höhere Werte auf. „Wir untersuchen den Grundwasserkörper und versuchen, möglichst repräsentative Messstellen in der Fläche zu finden“, erklärte Berger.

Insgesamt gibt es 310 Landesmessstellen, 180 davon sind in Betrieb. Um das Grundwasser vor Nitratbelastung zu schützen, bestehe Handlungsbedarf. „Was die Wasserrahmenrichtlinien angeht, haben wir die Ziele noch nicht erreicht, es besteht noch viel Luft nach oben.“ Hauptverursacher sei die Landwirtschaft. „Das ist mittlerweile auch anerkannt“, sagt die Fachfrau. Es gebe Düngeverordnungen und Nitratrichtlinien, die die Verunreinigungen langfristig eindämmen sollen, und viele Landwirte setzten zudem auch auf freiwillige Maßnahmen, indem sie beispielsweise ihre Düngeüberschüsse verringerten. „Wir hoffen auf das Prinzip der Freiwilligkeit“, sagt Berger.

Sie machte aber keinen Hehl daraus, dass sich die Werte nicht innerhalb kurzer Zeit verbessern. „Beim Thema Trinkwasser braucht man einen langen Atem“, sagte Berger und appellierte an Privatleute, im eigenen Garten auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten und nur sparsam zu düngen. „Oft ist weniger mehr.“ Zudem könnten Gartenbesitzer ihre Böden untersuchen lassen. „Manchmal stellt man fest, dass das Zugeben von Kompost ausreicht.“

Die Politik hatte um einen Überblick über die Grundwasserqualität im Gemeindegebiet gebeten. Grund dafür waren die Messergebnisse des Vereins VSR-Gewässerschutz im vergangenen September, die in verschiedenen Bereichen erhöhte Nitrat- und Aluminiumbelastung ergeben hatten.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Von Franco bis Putin: Das waren und sind die reichsten Staatsführer aller Zeiten

Von Franco bis Putin: Das waren und sind die reichsten Staatsführer aller Zeiten

Wie werde ich Technische/r Systemplaner/in?

Wie werde ich Technische/r Systemplaner/in?

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Werkstuner entdecken die Elektrifizierung

Werkstuner entdecken die Elektrifizierung

Meistgelesene Artikel

Mann stirbt bei Unfall auf der B214: Zwei Autos krachen frontal zusammen

Mann stirbt bei Unfall auf der B214: Zwei Autos krachen frontal zusammen

Gestohlene EC-Karte im Kreis Höxter: Täter heben Geld in Syke und Bremen ab

Gestohlene EC-Karte im Kreis Höxter: Täter heben Geld in Syke und Bremen ab

Tollwut-Infektion: Fledermausbiss wird zum dramatischen Wettlauf gegen die Zeit

Tollwut-Infektion: Fledermausbiss wird zum dramatischen Wettlauf gegen die Zeit

BBQ Monster siegen bei Bremer Landesmeisterschaft: „Verdammt, wir haben den Rucola vergessen“

BBQ Monster siegen bei Bremer Landesmeisterschaft: „Verdammt, wir haben den Rucola vergessen“

Kommentare