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Stuhrer Ratsmitglieder beraten über den Feuerwehr-Bedarfsplan, Geld und Konzessionen

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Von: Gregor Hühne

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Feuerwehrfahrzeuge.
Schutzziele formulieren: Das Fahrzeug-Beschaffungskonzept der sechs Stuhrer Feuerwehren soll künftig alle fünf Jahre überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden, so steht es aktuell im Beschlusskonzept des zuständigen Gemeinde-Ausschusses. © Robert Michael/DPA

Die Ratsmitglieder des Ausschusses für Verkehr, Ordnung und Sicherheit beraten heute Abend in einer virtuellen Sitzung über den Feuerwehr-Bedarfsplan, Geld und Konzessionen in der Gemeinde Stuhr. Themen sind unter anderem die Anschaffung neuer Löschfahrzeuge und das Anruf-Sammel-Taxi.

Stuhr – Heute Abend treffen sich die Mitglieder des Ausschusses für Verkehr, Ordnung und Sicherheit der Gemeinde Stuhr. Als virtuelle Sitzung wollen die zuständigen Ratsmitglieder ab 18 Uhr verschiedene Beschlussvorlagen zu Feuerwehr-Themen sowie die Fortführung des Anruf-Sammel-Taxis (AST) beraten, über die anschließend der Rat entscheidet. Außerdem soll die neue Leitung des Polizeikommissariats Weyhe/Stuhr vorgestellt werden. Das kündigt das Rathaus in einer Ankündigung mit.

Insbesondere soll es bei dem heutigen Treffen laut Vorlage um den Feuerwehr-Bedarfsplan gehen. Grundlage ist die Zielvorstellung, dass die Gemeindefeuerwehr Stuhr im bebauten Gemeindegebiet innerhalb von zehn Minuten nach Notrufannahme mit einer Mindeststärke von neun Feuerwehrleuten beziehungsweise innerhalb von 15 Minuten nach Notrufannahme der Feuerwehr mit einer Mindeststärke von 18 Feuerwehrleuten vor Ort ist. Im Lichte dessen stehen aktuell folgende Punkte in der Beschlussvorlage des Ausschusses:

Sechs Spezialisierungen in der Gemeinde

Die sechs Ortsfeuerwehren in Stuhr sind jeweils spezialisiert. Brinkum hat die Drehleiter. In Fahrenhorst ist das Einsatzleitfahrzeug für das Gemeindegebiet. In Groß Mackenstedt laufen die Technische Hilfeleistung und die Großtierrettung. Heiligenrode führt die Sicherstellung der Wasserversorgung über weite Strecken. Seckenhausen: Beleuchtung und Belüftung. Stuhr: Spezialisierung auf Industriebrände im Gebiet.

- Stärkung der Motivation und Gewinnung neuer Feuerwehrleute als dauerhaftes Ziel der Gemeinde. Dafür soll auch Geld zur Verfügung gestellt werden. Ziel sei die Schaffung einer Kultur des „Ja, wir brauchen Dich!“ zur Personalgewinnung.

- Ausbau der Digitalisierung und Bereitstellung von Geldern als wichtiger Beitrag für eine effiziente Gemeindefeuerwehr.

- Verlagerung und Neubau der Ortsfeuerwehr Heiligenrode und der Ortsfeuerwehr Stuhr. Dafür soll die Verwaltung mit der Suche nach geeigneten Grundstücken sowie den Planungen für die Neubauten beauftragt werden.

- Ein Um- beziehungsweise Anbau des Feuerwehrhauses Seckenhausen am aktuellen Standort, um dort ein „Hygiene-Zentrum“ einzurichten und die Beauftragung der Verwaltung, mit den Planungen zu beginnen.

- In zukünftigen Haushalten Budgets zur Unterhaltung und Sanierung der Feuerwehrhäuser fest zu verankern, um den baulichen Standard für alle Ortsfeuerwehren zu verbessern.

- Die regelmäßige Prüfung der Löschbrunnen und Zisternen im Gemeindegebiet durch ein externes Unternehmen.

- Die grundsätzliche Beschaffung von acht Feuerwehrfahrzeugen in Höhe von mindestens 3,2 Millionen Euro bis zum Jahr 2029.

- Die zukünftige Überprüfung des Fahrzeugsbeschaffungskonzepts im Turnus von fünf Jahren aufgrund wahrscheinlicher technischer Veränderungen und Fortschritte.

Verlängerung für das Anruf-Sammel-Taxi?

Da die aktuelle Konzession für das Anruf-Sammel-Taxi zum 31. August endet, sei zunächst die grundsätzliche Fortführung des AST zu beschließen, damit ein entsprechender Antrag zur Genehmigung gestellt werden könne, heißt es in der Beschlussvorlage. Aufgrund einer Änderung im Personenbeförderungsgesetz sei für die Antragsstellung des AST künftig der Aufgabenträger des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), also der Landkreis Diepholz, zuständig, der die Aufgabe aber dem Zweckverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) übertragen habe. Die Gemeinde Stuhr bleibe für die konzeptionelle Planung verantwortlich. Daher soll der Verwaltungsausschuss beschließen, das AST von 1. September 2022 bis 31. August 2025 fortzuführen sowie den ZVBN zu bitten, entsprechende Genehmigungen zu beantragen.

Obwohl sich die Fahrgastzahlen des AST unter anderem aufgrund der Corona-Pandemie verringert hätten, verzeichnete die Verwaltung im vergangenen Jahr wieder einen Anstieg. So gab es 2020 laut Rathaus 37 Fahrgäste (2019: 94) bei 32 Fahrten (2019: 71). Im Jahr 2021 seien es dagegen 125 Fahrgäste bei 122 Fahrten gewesen (Zahlen bis einschließlich Oktober). Der Ausschuss will zudem die Verwaltung beauftragen, das Konzept des AST in den Jahren 2022 und 2023 fachgerecht zu untersuchen.

Stuhrer Fahrzeug-Konzeptionierung

Folgende Neuanschaffungen stehen aktuell in der sogenannten Konzeptionierung (Bestellung) der Stuhrer Gemeinde-Feuerwehren. Das Jahr nennt die geplante Auslieferung:

2021/2022: Kommandowagen mit Coldcut-System für Groß Mackenstedt, 150.000 Euro.

2022: Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug für Brinkum, 500.000 Euro.

2022: Löschfahrzeug für Groß Mackenstedt, 500.000 Euro.

2024: Löschfahrzeug für Seckenhausen, 500.000 Euro.

2025: Tanklöschfahrzeug für Stuhr, 650.000 Euro.

2025/2026: Hygienemobil für Seckenhausen, Preis noch nicht bekannt.

2027: Tanklöschfahrzeug für Heiligenrode, 300.000 Euro.

2028: Tanklöschfahrzeug für Fahrenhorst, 300.000 Euro.

2029: Löschfahrzeug für Heiligenrode, 400.000 Euro.

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