Juri Smolbourds Sicht auf den Straßenverkehr hat sich verändert

Ausbildung zum Berufskraftfahrer: „Fahrsimulator ist Gold wert“

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Juri Smolbourd ist jetzt Berufskraftfahrer. Er hat seine theoretischen und praktischen Fahrprüfungen bestanden – und nun bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben.

Brinkum - Von Katharina Schmidt. Geschafft: Nach einer Menge Theorie und Praxis bei der Brinkumer Fahrschule Fahrerkonzept hat Juri Smolbourd seinen Lkw-Führerschein in der Tasche. Hinter ihm liegt eine vier Monate lange Ausbildung zum Berufskraftfahrer, die nicht nur seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert, sondern auch seine Sichtweise auf den Verkehr in und um Stuhr verändert hat.

Der 36-Jährige aus Edewecht (Kreis Ammerland) ist überzeugt: Nur wer selbst einmal hinter dem Steuer eines Lasters gesessen hat, weiß, auf wie viele Dinge Lkw-Fahrer achten müssen. Von einigen Autofahrern wünscht er sich mehr Rücksichtnahme darauf, dass Laster nicht so wendig sind wie Kleinwagen.

Situationen, über die er nur den Kopf schütteln kann, fallen ihm mittlerweile auch auf, wenn er gar nicht selbst in einem Laster, sondern in seinem Auto sitzt. Dann fühlt er mit anderen Berufskraftfahrern mit, denen das Berufsleben schwer gemacht wird. „Ich bin dann nur am Meckern wie eine alte Oma“, sagt er und grinst. „Weil ich weiß, wie es ist“.

Fahrt im Simulator schwieriger als im echten Fahrzeug

Während einer Fahrstunde hat er zum Beispiel erlebt, dass andere Verkehrsteilnehmer über mehreren Spuren im Zickzack fahren und dabei nicht darauf achten, was neben und hinter ihnen passiert. Auf genau solche Situationen war er unter anderem dank des Lkw-Fahrsimulators, den sich die Fahrschule Fahrerkonzept vor ein paar Monaten angeschafft hat, vorbereitet.

„Vorab mit dem Simulator zu üben, ist Gold wert“, sagt sein Fahrlehrer Uwe Kehren. Smolbourd ergänzt: „Ich würde eher sagen Platin.“ In seinen Augen ist die Fahrt am Simulator sogar noch „wesentlich schwieriger“ als auf der Straße. „Man sitzt an einem Bildschirm“, erklärt er. „Man spürt das Fahrzeug nicht.“

Seine beiden praktischen Prüfungen – eine für die Klasse C (Lkw), eine für die Klasse CE (Lkw mit Anhänger) – sind dem 36-Jährigen zufolge gut gelaufen. Er musste unter anderem den Laster vor der Anfahrt kontrollieren, seitwärts einparken und rückwärts um die Ecke fahren. Bei jeder Prüfung kurvte er etwa eine Stunde über die Straßen. Darauf hat er sich nach eigenen Angaben dank seines Fahrlehrers Uwe Kehren gut vorbereitet gefühlt. 

Smolbourd will Erfahrungen sammeln

Aber der Fahrunterricht war laut Smolbourd nicht nur in praktischer Hinsicht gut. „Wir haben viel gequatscht während der Fahrt“, erzählt der Fahrschüler. Auch wenn die Bezahlung im Nahverkehr seiner Meinung nach nicht immer so gut ist, wie man sich das vielleicht wünscht – er weiß, dass Berufskraftfahrer händeringend gesucht werden. Auf Fahrlehrer trifft laut Kehren übrigens selbiges zu.

Smolbourd ist es jetzt erst einmal wichtig, weitere Erfahrungen zu sammeln. Direkt nach dem Gespräch macht er sich gestern auf den Weg, um seinen Arbeitsvertrag bei einer Speditionsfirma zu unterschreiben.

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