Kartierung beginnt

A 1-Ausbau zwischen Ahlhorner Heide und Stuhr wirft Schatten voraus

Projekt-Informationssystem: Der Verkehrswegeplan 2030 des Bundes beinhaltet etliche Erweiterungsarbeiten an Landstraßen und Autobahnen im Nordkreis und der Region. Unter anderem soll die A 1 zwischen den Autobahndreiecken Ahlhorner Heide (A 1/A 29) und Stuhr (A 1/A 28) sechsstreifig ausgebaut werden.
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Projekt-Informationssystem: Der Verkehrswegeplan 2030 des Bundes beinhaltet etliche Erweiterungsarbeiten an Landstraßen und Autobahnen im Nordkreis und der Region. Unter anderem soll die A 1 zwischen den Autobahndreiecken Ahlhorner Heide (A 1/A 29) und Stuhr (A 1/A 28) sechsstreifig ausgebaut werden.

Die Autobahn GmbH des Bundes plant, die A 1 zwischen den Dreiecken Ahlhorner Heide und Stuhr sechs-streifig auszubauen. Die rund 35 Kilometer lange Strecke verläuft auf einem Abschnitt durch die Gemeinde Stuhr (Bereich Groß Mackenstedt/Kiekut).

Stuhr – „Die Planung befindet sich im sehr frühen Stadium der Vorplanung“, sagt Ansgar Behrens, Geschäftsbereichsleiter der Autobahn-Außenstelle Oldenburg. Zunächst würden Daten erhoben und Ausbauvarianten untersucht. „Hierfür müssen aktuell im nahen Umfeld der Autobahn private und öffentliche Flächen betreten werden.“

Die Erfassung der Tier- und Pflanzenwelt (Kartierungen) im Nahbereich der Trasse sowie die Vermessung der Geländeoberfläche und der Bestandsgebäude stellten eine wichtige Datengrundlage für die Planung dar, erläutert Behrens. Die Daten sollen Aufschluss darüber geben, wie die verschiedenen Tierarten betroffen sind.

Bei Genehmigung würden A1-Baumaßnahmen frühestens 2028 beginnen

Die Entscheidung über den endgültigen Ausbau werde später in einem Planfeststellungsverfahren getroffen. Das Genehmigungsverfahren für den Bauabschnitt in der Gemeinde Stuhr wird laut Autobahn GmbH frühestens 2026 gestartet, erste Baumaßnahmen seien nicht vor 2028 zu erwarten.

Für das Ausbauvorhaben müssen nach Einschätzung der Autobahn-Planer voraussichtlich 33 Brücken vollständig ersetzt werden. Mögliche Lagerflächen und baubedingte Auswirkungen könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden, heißt es weiter.

Betroffene müssen derweil das Betreten ihrer Grundstücke im Zuge der Vorarbeiten des Autobahnausbaus über sich ergehen lassen. Geregelt ist das in Paragraf 16a des Bundesfernstraßengesetzes. Die Absicht dazu ist dem Eigentümer mindestens zwei Wochen vorher bekannt zu geben. Laut Behrens sieht das Prozedere dann wie folgt aus: Öffentliche und private Eigentümer müssen die Begehung der Flächen dulden (sogenannte Duldungspflicht), wobei es sich im Wesentlichen um Wälder und Wiesen handeln dürfte. „Nur in seltenen Fällen werden eingefriedete Grundstücke betreten“, sagt Behrens.

Projektanforderungen ähneln denen eines kompletten Autobahn-Neubaus

In letzterem Fall nähmen die externen Dienstleister Kontakt mit den Betroffenen auf. Diese seien mit einer Genehmigung der Autobahn GmbH des Bundes ausgestattet, welche sie im Zweifel vorzeigen könnten.

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Durch den geplanten Ausbau erhöht sich laut Stellungnahme der Autobahn GmbH die „verkehrliche Leistungsfähigkeit und die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer“. Engpassbeseitigung im Straßennetz, nennen das die Planer. Staulagen infolge von Baustellen oder betrieblichen Arbeiten könnten nach der Verbreiterung erheblich reduziert werden, heißt es weiter. Gewässerschutz und Querungsmöglichkeiten für Tiere würden verbessert.

Der Lärmschutz der angrenzenden Bebauung soll ebenfalls verbessert werden, da beim Ausbauvorhaben der A 1 die aktuellen Lärmgrenzwerte eingehalten werden müssten, sagt Behrens. Das Projekt sei in dem Punkt ähnlich den Anforderungen an einen Autobahn-Neubau.

Sechsspurige A1-Erweiterung zwischen Dreieck Stuhr und Brinkum vorgesehen

Stephan Korte, Bürgermeister der Gemeinde Stuhr, befürwortet den Ausbau der A 1 grundsätzlich, „da es sich bei der A 1 um eine wichtige Verkehrsader handelt, die nicht nur überregionale, sondern auch regionale Bedeutung hat“. Nicht zuletzt, um Verlagerungen von Verkehren auf das nachgeordnete Verkehrsnetz und damit eine zusätzliche Belastung der Einwohner durch Verkehr zu vermeiden, müsse die A 1 leistungsfähig sein, so Korte. „Es gilt, diese Leistungsfähigkeit auch perspektivisch zu erhalten.“

Die A 1 zieht sich quer durch die Gemeinde Stuhr. Mit zwei Autobahnabfahrten und einem Autobahndreieck habe die Gemeinde ein großes Interesse an der Funktionsfähigkeit der Autobahn und ihrer Zu- und Abfahrten, unterstreicht der Bürgermeister. „Störungen mit Stauerscheinungen im Bereich der Autobahn führen immer zu erheblichen Beeinträchtigungen der Einwohner der betroffenen Ortsteile“, sagt Korte.

Autobahn-Ausbau kann FFH-Gebiet deutlich beeinflussen

Gelistet ist der Ausbau im aktuellen Verkehrswegeplan von 2016. Dieser stellt einen verkehrsübergreifenden Wegeausbauplan für die Bundesregierung dar. Er ist weder ein Finanzierungsplan, noch eine verbindliche Bauverpflichtung.

Die Autobahn 1 soll außerdem zwischen der Anschlussstelle Bremen-Brinkum und dem Autobahndreieck Stuhr auf einer Länge von sechs Kilometern auf dann acht Fahrstreifen erweitert werden. So steht es im Bundesverkehrswegeplan 2030.

Für dieses Vorhaben wären ebenfalls Flächen auf dem Stuhrer Gemeindegebiet betroffen. Am Bauende seien erhebliche Beeinträchtigungen eines Flora-Fauna-Habitat-Gebiets aufgrund einer Inanspruchnahme von Lebensräumen sowie indirekte Beeinträchtigungen möglich.

A1 verbindet als Teil der Europastraße E37 Skandinavien mit Ballungsgebiet Nordrhein-Westfalen

Das Ausbau-Projekt ist laut Land Niedersachsen für die Entwicklungsziele von hoher Bedeutung. „Die A 1 ist für den Wirtschaftsverkehr und für den touristischen Verkehr die wichtigste Verbindung zwischen West- und Norddeutschland.“ Als Teil der Europastraße E 37 verbindet die A 1 die skandinavischen Länder mit den Ballungsgebieten in Nordrhein-Westfalen.

Die Stauwahrscheinlichkeit auf diesem Abschnitt liegt bei mehr als 300 Stunden im Jahr, so steht es in der Engpassanalyse für Bundesfernstraßen des Bundesministeriums für Verkehr.

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